Eucharistieschwestern

Die Eucharistieschwestern, auch Eucharistinnen, eigentlich Kongregation der Schwestern von der Heiligsten Eucharistie von Leitmeritz, kurz Kongregation der Schwestern von der Hl. Eucharistie, lateinisch Congregatio Sororum Sanctae Eucharistiae, Ordenskürzel CSSE, sind ein kleiner römisch-katholischer Frauenorden. Sie sind im Kloster Herrnau in der Stadt Salzburg beheimatet.

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Geschichte des Ordens

Die Gründerin der Kongregation war Gräfin Ada Chotek, dann Sr. Maria Annuntiata (1890–1939), die im Kloster Riedenburg am Sacré-Coeur Schülerin gewesen war. 1930 begründete sie in Velké Březno (ehemals Großpriesen, heute Tschechien) in Nordböhmen eine Frauengemeinschaft. 1937 wurde diese als Kongregation der Schwestern von der Heiligsten Eucharistie von Leitmeritz (Litoměřice, Sitz des Bistums Leitmeritz) approbiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg musste der Orden 1946 die Tschechoslowakei verlassen, und der seinerzeitige Salzburger Erzbischof Andreas Rohracher gab ihnen Zuflucht. Nach einigen Zwischenstationen ließen sich die Eucharistie-Schwestern 1948 im Kapellhaus der Diözese Salzburg in der Sigmund-Haffner-Gasse 20[1] nieder.

1957 bekam die wachsende Gemeinde einen Baugrund in der Josefiau gestellt, wo in dieser Zeit Wohnbauprojekte besonders auch für Aussiedler liefen. 1958–1960 wurden Mutterhaus und Kapelle im Rahmen des Pfarrzentrums errichtet.

Ordensleben

Die Eucharistieschwestern arbeiteten seit ihrer Gründung in Seelsorge und karitativem Dienst „auf der schmutzigen Dorfstraße“.[2] Nach dem 2. Vatikanischen Konzil wurde die Wegweisung (Statuten) der Ordensgemeinschaft im Sinne des Konzilsdekretes Perfectae Caritatis „Über die zeitgemäße Erneuerung des Ordenslebens“ neu gestaltet.

Heute sind die Eucharistinnen in den Pfarren Liefering, Puch bei Hallein, Rif (bei Hallein) und Waidring (in Triol) tätig und leisten Seelsorge, Trauerbegleitung und Krankenhilfe. Neben dem Leben als Ordensschwester – klösterlich oder an den Pfarren – betreibt die Gemeinschaft auch eine offenere Gemeinschaft Brot und Leben.[3] und – 1989 wiederbelebt − die Eucharistische Gebetsgemeinschaft.[4]

Kloster Herrnau

Das Kloster Herrnau ist das heutige Mutterhaus und Generalat, der Hauptsitz der Ordensgemeinschaft. In den späteren 1950ern und in den 1960ern wurde die ehemalige Aulandschaft der Salzach, die Josifiau, großräumig städtebaulich erschlossen und das Einrichten einer eigenen Pfarre für die Siedlung beschlossen. Dazu wurde der Architekt Robert Kramreiter (1905–1965), einer der Wegbereiter des modernen Kirchenbaus, beauftragt, die Gottessiedlung Herrnau zu gestalten.[5]

Das Kloster selbst, am Ostende des Areals, ist ein im sachlichem Stil gehaltenes Wohnhaus, zweistöckig und ungleicharmig T-förmig mit zwei Flügeln, einer straßenseitigen Portalfassade und markanten beidseitigen Dachgaupenreihen. Ursprünglich war es – noch auf freier Wiese stehend.[6] – mit zwei Nebenbauten zu einem kreuzgangartigen Vierkant-Ensembe geschlossen, Heute schließt es sich mit einem Nebenbau fünfeckig.

Das Kloster steht als Ensemble mit der Kath. Pfarrkirche Gottessiedlung zur hl. Erentrudis unter Denkmalschutz.

Kapelle Hl. Johannes

Die Kirche zum Kloster wurde von Kramreiter 1958–1960 errichtet. Der Johannes der Täufer ist der Hauptpatron der Eucharistieschwestern. Sie ist dem Kloster südlich beigestellt und ergänzt den Grundriss des – ursprünglichen – Ensembles zum vollständigen Kreuz. Sie ist ein Rundbau, etwa 10 Meter hoch und mittelalterlich-turmartig anmutendend, über einer zurückgesetzten Sockeletage ein weißer, zylindrischer Baukörper, mit flachem Kegeldach in Kupfer. Südostseitig ist der Körper angeschnitten und einwärts versetzt, mauergrau mit einer abstrakten Verglasung gestaltet, nordseitig kragt eine weitere Lichtöffnungen aus. Dabei ist die Kapelle als Ensemble in den Motiven der Pfarrkirche Hl. Erentrudis, westlich des Klosters, beigestellt (dem Klosterbau entspricht das Pfarramt in seiner Nüchternheit).

Im Kirchenraum[7] formt sich ein ovaler Rundraum, umlaufend bestuhlt, das ausgeschnittene Segment bildet die Altarwand. Das Glasfenster Lamm Gottes stammt von Max Weiler.[8] Der Kommuniontisch ist in grau-weißem Marmor,[8] das Tabernakel modern in Art einer Truhe;[9] unter dem Figurenschmuck befindet sich eine Christophora, eine Christus-Trägerin von Jakob Adlhart. [10]

Die Kapelle ist öffentlich zugänglich.

Literatur

  • Rudolf Grulich: Antwort der Liebe. Leben und Werk von Mutter Maria Annuntiata Chotek. Salzburg, 1985.
  • Robert Kramreiter (Hrsg.): Die Gottessiedlung zur Hl. Erentrudis in Salzburg-Herrnau. Erbauungsgeschichte und Führer durch die Kirche. Verlag Erwin Metten, Wien 1961.

Weblinks

Nachweise

  1. Kapellhaus. In Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  2. Zitat Wer wir sind → Geschichte, eucharistie-schwestern.at
  3. Brot und Leben, eucharistie-schwestern.at
  4. Du bist gesegnet - sei ein Segen!, eucharistie-schwestern.at
  5. Angaben nach Herrnau #Die Pfarrkirche Sankt Erentrudis. In Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  6. Vgl. Abb. zu Pfarrzentrum, pfarre-herrnau.at; datiert 1961
  7. Lothar Schreyer: Das Christusbild und die Kunst des 20. Jahrhunderts. Verlag O. Müller, 1960, S. 140 f.
  8. a b Glasfenster "Lamm Gottes" von Max Weiler, eucharistie-schwestern.at → Kapellenrundgang
  9. Tabernakel und Tabernakel, zur Anbetung geöffnet, eucharistie-schwestern.at → Kapellenrundgang
  10. „Christophora“, Christus-Trägerin von Jakob Adlhart, eucharistie-schwestern.at → Kapellenrundgang

47.78554413.065254422Koordinaten: 47° 47′ 8″ N, 13° 3′ 54,9″ O