Eudoxius von Hormuzaki

Eudoxius Freiherr von Hormuzaki

Eudoxius Freiherr von Hormuzaki (Hurmuzachi) (* 29. September 1812 in Czernawka (Cernăuca) bei Czernowitz; † 10. Februar 1874 in Czernowitz, beerdigt in Dulcești (Kreis Neamț), war ein österreichisch-rumänischer Politiker und Historiker im Herzogtum Bukowina.

Inhaltsverzeichnis

Abstammung

Diese Familie, die ihrem Namen nach griechischer, fanariotischer Abstammung ist, gehörte zum Adel der Moldau. Im Jahr 1636 wurde ein Hurmuzaki wegen seiner Verdienste für den Diwan vom Fürsten der Moldau mit einem Gut beschenkt. Unter der Regierung des Fürsten Nikolaus Mavrocordatos, auch ein Fanariot, war Emanuel Oberstallmeister und Diwansmitglied.

Constantin, kaufte im Jahre 1765 das Gut Czernawka (Cernăuca).[1]

Eudoxius’ Vater Doxaki (1782–1857) pflegte aus politischen Gründen geflüchteten rumänischen Führern aus Siebenbürgen unter hohem finanziellen Einsatz Zuflucht zu gewähren.[2]

Biographie

Nach dem Absolvieren des Gymnasiums in Czernowitz studierte er von 1830 bis 1836 zusammen mit seinem Bruder Constantin Hormuzaki an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien.[3] Später studierte er dort auch Geschichte, unterbrach aber unter der Einwirkung der Ereignisse von 1848 dieses, das er allerdings 1851 fortsetzte und abschloss und nach Czernowitz zurückkehrte.

1849 stellte er zusammen mit seinen Brüdern Constantin, Georg (1817-1871) und Alexander ein Gesuch an den österreichischen Kaiser für eine Umwandlung der galizischen Provinz der Bukowina in ein Herzogtum der Krone. Diesem Gesuch wurde entsprochen, jedoch erst 1861 umgesetzt.

1861 wurde er als Abgeordneter sowohl in den Bukowinaer Landtag als auch in den Reichsrat gewählt.[4]

Von 1864-1870 war er Landeshauptmann der Bukowina. Als Folge der Wahlen für den Landtag der Bukowina, vom Jahre 1870 errang die Föderalistische Partei die Mehrheit der Abgeordnetenmandate, demzufolge Alexander Freiherr Wassilko von Serecki Landeshauptmann wurde. Der Zusammenfall des Potocki-Kabinetts in Wien verursachte Veränderungen auch in dem Verhältnis der Kräfte im Landtag und Eudoxius wurde 1872 erneut Landeshauptmann bis zu seinem Tode 1874. [5]

Der letzte Landeshauptmann der Bukowina war sein Neffe Alexander Freiherr von Hormuzaki.

Eine besondere Ehre bedeutete für ihn die Aufnahme in die "Academia Română" (Rumänische Akademie) in Bukarest (Bucureşti) am 2. August 1872.

Mit Verleihungsdatum vom 6. Mai 1872 und Diplom vom 20. Februar 1873 wurde ihm für seine Verdienste als Landeshauptmann der Bukowina laut Allerhöchster Entschließung von Kaiser Franz Joseph I. der österreichische Freiherrenstand zuerkannt.[6]

Wappen

Wappen des Freiherren Eudoxius von Hormuzaki 1873

1831 (Wappen für Eudoxius von Hormuzaki): Durch einen goldenen Faden gespalten, rechts in Blau ein natürlicher Büffelkopf, links in Blau neun (oben fünf als Andreaskreuz, unten vier als Raute) goldene Perlen. Auf dem Helm mit blau-goldenen decken ein natürlicher Pfauenwedel. - Schildhalter, zwei rot-bezungte goldene Löwen.

Werke

Er schrieb insgesamt elf wissenschaftlich-geschichtliche Bücher, darunter das 5-bändige Werk “Fragmente din Istoria Românilor” (Fragmente aus der Geschichte der Rumänen)[7].

Obwohl Staatsbürger und Würdenträger der Donaumonarchie setzten er und seine Familie sich stets für den Anschluss der Bukowina an Rumänien ein. Deswegen und wegen der für seine Nation wichtigen Werke dankt ihm Rumänien das. Heute tragen zahlreiche Straßen, Schulen sowie das renommierte, vom rumänischen Außenministerium getragene „Institut für die Rumänen von überall“ seinen Namen.

Einzelnachweise

  1. Erich Prokopowitsch, Der Adel in der Bukowina, Verlag "Der Südostdeutsche", München 1983, S. 124
  2. I. G. Sbiera, "Hurmuzachi", Enciclopedia Română, (1900), II, S. 736-739
  3. Luceac (Ed.), 2007, S. 12 f.
  4. Publikation: ÖBL 1815-1950, Bd. 2 (Lfg. 10, 1959), S. 421
  5. Mihai-Ştefan Ceauşu, „Die historische Entwicklung der rumänischen politischen Parteien in der Bukowina und ihre bedeutendsten Vertreter im Reichsrat und Landtag (1861-1914)“ Institut für Geschichte "A. D. Xenopol" der Rumänischen Akademie, S. 100
  6. Frank-Döfering, Daten aus den Adelsakten im ÖStA, Randzahl 3562
  7. Edition Monitorul de Dorna Nr. 213

Literatur

  • Erich Prokopowitsch, Der Adel in der Bukowina, Verlag "Der Südostdeutsche", München 1983
  • I. G. Sbiera, "Hurmuzachi," Enciclopedia Română, II., Bukarest 1900
  • Ion Nistor. Istoria Bucovinei. Ed. Humanitas, Bukarest, 1991
  • Wurzbach: Hormuzaki, Eudoxius. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 2, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1959, S. 421.

Weblinks

 Commons: Hormuzaki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Vorgänger Amt Nachfolger
 ? Landeshauptmann der Bukowina
1864–1870, 1872–1874
Alexander Wassilko von Serecki