Eulenbach (Gemeinde Vitis)

Eulenbach ist eine Katastralgemeinde und ein Ort in der Marktgemeinde Vitis im Bezirk Waidhofen an der Thaya in Österreich. 2001 hatte der Ort eine Bevölkerung von 149 Personen.[1]

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Katastralgemeinde Eulenbach liegt im Westen des Gemeindegebietes von Vitis und grenzt im Osten an die Katastralgemeinde Heinreichs und im Süden an die Katastralgemeinde Großrupprechts. Zudem grenzt Eulenbach im Westen an die Gemeinde Schrems (Katastralgemeinden Kurzschwarza, Langschwarza und Gebharts) und im Norden an die Gemeinde Heidenreichstein (Katastralgemeinde Guttenbrunn). Der Ort Eulenbach selbst liegt rund 3,5 Kilometer nordwestlich von Vitis.

Geschichte

Bevölkerungsentwicklung[2]

Der Ortsname Eulenbach wurde erstmals 1417 im Urbar von Hardegg, Pulkau, Schrems als „Eybenpach“ urkundlich erwähnt, wobei der Ortsname vom „Bach, an dessen Ufern Eiben wachsen“ abgeleitet wird. Eulenbach, das 1417 aus sechs Lehen, zwölf Halblehen, zwölf Zustätten und einer „Zuherberg“ bestand gehörte mit seiner Grund-, Orts- und Landesgerichtsobrigkeit ursprünglich zur Herrschaft Schrems. 1598 wechselte der Besitz an Meires, 1675 kam die Herrschaft an Hirschbach (Niederösterreich) und schließlich 1762 zurück an Schrems. Vor Aufhebung der Grundherrschaft bestand der Ort aus drei Lehenhäusern und vierzehn Halblehen sowie zwölf Hofstätten, einem Achtellehen und sechs Kleinhäusern. Zudem verfügte der Ort zu dieser Zeit über das ehemals herrschaftliche Wirtshaus, das ehemalige Halterhaus und spätere Armenhaus und eine Gemeindeschmiede. 1928 existierten Gastwirt und Schmiede noch, zudem war ein Schneider im Ort ansässig. Während die Anzahl der Häuser in Eulenbach nahezu kontinuierlich von 31 Häusern im Jahr 1591/91 auf 53 Häuser im Jahr 2000 stieg, erreichte die Einwohnerzahl bereits 1848 ihren Höchststand. Seitedem verlor Eulenbach nahezu 40 % seiner Einwohner.

Im politischen Bereich dominiert die Österreichische Volkspartei (ÖVP) analog zur Gemeindeebene die Wahlergebnisse. So erreichte die ÖVP im Wahlsprengel Großrupprechts bei der Gemeinderatswahl 2010 64 % (Gemeindeergebnis: 70 %) und die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) 36 % (Gemeindeergebnis: 30 %). 2005 hatte die ÖPV 65 % erreicht.[3]

Bauwerke

Ortskapelle

Eulenbach wurde als Längsangerdorf mit Gartenäckern angelegt, wobei der Anger mit der Zeit großteils verbaut wurde. Der Ort besteht großteils aus Drei- und Vierseithöfen, wobei einige Häuser im südlichen Ortsteil und am nördlichen Ortsausgang über Putzfassaden aus dem 19. Jahrhundert verfügen. Die 1734/35 errichtete Kapelle war ursprünglich der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht, wurde jedoch später der Heiligen Anna gewidmet. Der Bau mit eingezogenem, abgerundetem Chor verfügt äußerlich über kleine Rundbogenfenster und einen vorgestellten Fassadenturm mit Spitzbogenportal und Giebelspitzhelm. Im Inneren wird die Decke durch eine innen gekehlte Flachdecke gebildet, wobei die Apsis über ein Stichkappentonnengewölbe verfügt. Die Ausstattung stammt aus der Zeit um 1800 und umfasst den Altar mit dem Bildnis der Heiligen Ann mit Maria, volkstümlich-barockisierenden Schnitzfiguren von Heiligen (Katharina und Barbara) und ein aufgestellter Christus an der Geißelsäule. Zudem verfügt die Kapelle über eine gotische Schnitzgruppe der Pietà aus der Zeit um 1400. An den drei Ortsausfahrten bestehen zudem aus Granit gefertigte Tabernakelbildstöcke aus der Zeit des 16. und 17. Jahrhunderts.

Literatur

  • Bundesdenkmalamt: Dehio Niederösterreich nördlich der Donau, Wien 1990, ISBN 3-7031-0652-2
  • Marktgemeinde Vitis (Hrsg.): 850 Jahr Vitis. Marktgemeinde Vitis, Vitis 2000

Weblinks

  • Eulenbach auf den Seiten der Marktgemeinde Vitis

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria Volkszählung vom 15. Mai 2001, Einwohner nach Ortschaften
  2. 850 Jahre Vitis. S. 153
  3. SPÖ Vitis Wahlergebnis 2010 nach Wahlsprengeln

48.78277615.152107Koordinaten: 48° 47′ N, 15° 9′ O