Extrawurst

Extrawurst in der Stange und geräucherte Extrawurst aufgeschnitten

Extrawurst ist eine österreichische Brühwurstsorte. Sie wird aus Rind- und Schweinefleisch unter Beigabe von Speck, Knoblauch und Gewürzen hergestellt.[1] Die Wurstsorte gibt es mindestens seit Beginn des 19. Jahrhunderts und wurde in der Rezeptur fortwährend verändert. Sowohl historisch als auch regional gibt es Unterschiede in dem Verhältnis der Zutaten, der Beschaffenheit, der Würzung und der Zubereitung.

Inhaltsverzeichnis

Sorten und Varianten

Die Wurst unterscheidet sich je nach Hersteller in verschiedenen Merkmalen, die in unterschiedlichen Zusammenstellungen kombiniert werden:

Im Österreichischen Lebensmittelbuch[2] wird die Extrawurst als Brühwurst bzw. genauer Brätwurst der Sorte 1b oder 2 beschrieben.

  • Sorte 1b: Feine Extrawurst besteht aus 45 Teilen Rindfleisch I und Schweinefleisch I (was Muskelfleisch in hoher Qualität bedeutet), 23 Teilen Speck II und 32 Teilen Wasser, das produktionsbedingt meist als Eisschnee dem Brät beim Zerkleinern zugegeben wird. Dieser Masse wird 1 Teil Kartoffelstärke zur Bindung hinzugefügt.
  • Sorte 2: Extrawurst im Kranz (nach dem verwendeten Kranzdarm bezeichnet) wird in zwei Formen abgefüllt, als runder Wurstkranz gebunden oder als gerade Form. Diese nennt man auch Extrawurst in Stangen; diese haben ein Gewicht von ca. 900g und einen Durchmesser von max. 70mm. Die Zusammensetzung unterscheidet sich von Sorte 1b in mehreren Punkten: 49 Teile Rindfleisch II und Schweinefleisch II, 18 Teile Speck II und 33 Teile Wasser. Eine Zugabe von 2 Teilen Kartoffelstärke ist hierfür zulässig.

Zusätzlich gibt es mehrere Varianten der Brätwürste, die sich nur sehr gering von Extrawürsten unterscheiden:

  • Pikantwurst: Sorte 1b mit fein gehacktem roten und grünen Gemüsepaprika.
  • Pariser Wurst: Sorte 1b mit höherem Anteil an Muskelfleisch I und weniger Speck, die in dickeren Därmen abgefüllt wird
  • Pariser spezial: Sorte 1a, die aus 50 Teilen Muskelfleisch und weniger Wasser besteht
  • Knackwurst, auch Knacker: Sorte 2, die in Portionen zu 120-150g abgefüllt wird
  • Augsburger, eine Variante der Knackwurst, die ungeräuchert und ungerötet ist. Sie ist für das Braten, Grillen oder Backen im Ofen bestimmt.
  • Schübling, eine Variante der Knackwurst in Vorarlberg, die aus Fleisch einfacher Qualität ohne Zugabe von Stärke hergestellt wird

Zubereitung

Die Wurst wird allgemein als Brotbelag, Imbiss oder Teil von Speisen verzehrt. Einige Gerichte sind dabei besonders verbreitet:

  • Saure Extrawurst mit Zwiebeln
  • Extrawurstsemmel
  • Wurstsalat
  • Extrawurst im Naturdarm wird in Scheiben (Wurstradl) geschnitten und gebraten. Wegen des Effekts, dass sich dabei die Ränder wölben, wird das Gericht als Wurstschüsserl bezeichnet. Ein ähnliches Gericht aus Jagdwurst wird in Ostdeutschland Jägerschnitzel genannt.

Redewendung

In Deutschland und der Schweiz wird der Begriff Extrawurst nur im übertragenen Sinne benutzt. Man sagt, jemand wolle eine solche gebraten haben, wenn er Sonderwünsche hat oder eine Bevorzugung will.[3] Insbesondere wird derartiges mit dem Hinweis verweigert, dass es „keine Extrawürste“ gäbe. Der redensartliche Gebrauch ist bereits 1814 für Wien bezeugt.[4]

Weblinks

Belege

  1. Traditionelle Lebensmittel.at
  2. Öst. Lebensmittelbuch Codexkapitel B14, Abschnitt 4.2.1
  3. Eintrag bei Duden.de
  4. Druck in Wiener Mundart von 1814