F. M. Hämmerle

F. M. Hämmerle-Areal, in Dornbirn/Steinebach

F. M. Hämmerle war ein österreichisches Textilunternehmen mit Sitz in Dornbirn in Vorarlberg. Mit mehr als 2.200 Mitarbeitern war das Unternehmen Mitte der 1980er-Jahre das größte Textilunternehmen Österreichs.

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Geschichte

Das Unternehmen wurde von Franz Martin Hämmerle 1836 gegründet. 1846 ließ er in Dornbirn Oberdorf einen 13 Achsen langen, vier Fenster breiten und fünfeinhalb Geschoße hohen Bau errichten – die Färberei Steinebach. Im sogenannten „Glöckelehaus“ von 1826 befand sich ehemals eine Nadelfabrik, später wurden dort die Büros untergebracht. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden neue Bauwerke errichtet: eine Färberei, Bleicherei und auch Trockentürme, die heute nicht mehr erhalten sind.[1]

F. M. Hämmerle war Aussteller im Industriepalast der Wiener Weltausstellung 1873. Das Unternehmen zeigte rohe Baumwollgarne, gefärbte und bedruckte Baumwollstoffe und würde für seine Ware mit der Fortschrittsmedaille ausgezeichnet. Zu dieser Zeit zählte das Unternehmen zu den wichtigsten in der Textilindustrie. Mit vier Dampfmaschinen, einem Lokomobil und 350 mechanischen Webstühlen im Werk waren damals 650 Arbeiter beschäftigt.[2]

Im Jahr 1975 erhielt das Unternehmen die Staatliche Auszeichnung und durfte das Bundeswappen im Geschäftsverkehr verwenden. 1986 im 150. Jahr des Bestehens, beschäftigte F.M. Hämmerle 2.100 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von 1,5 Mrd. Schilling (rund 109 Mio. Euro).

Im Juli 2008 musste das Unternehmen Insolvenz anmelden.[3] Am 31. Juli wurde über das Unternehmen bei einem Schuldenstand von etwa 6 Millionen Euro auf eigenen Antrag das Konkursverfahren am Landesgericht Feldkirch eröffnet. Betroffen davon waren nach Angaben des Kreditschutzverbands 312 Mitarbeiter und etwa 300 Gläubiger.[4] Über das Vermögen der Nachfolgegesellschaft wurde im Juni 2009 der Konkurs eröffnet.[5] Nachfolgefirma wurde die F.M. Hämmerle Nfg GmbH, die zur Oswal-Group gehört. Alleingesellschafter der Oswal-Group ist die im indischen Ludhiana Punjab ansässige Vardhman Polytex Limited.

Vom Konkurs nicht betroffen war die Spinnerei Feldkirch GmbH, die 1992 aus den F.M. Hämmerle Textilwerken losgelöst und in die F.M. Hämmerle Holding AG [6] integriert wurde, zu der auch die F.M. Hämmerle Immobilien gehören. 1997 besaß die F.M. Hämmerle Holding AG rund zwei Millionen Quadratmeter Grund in Vorarlberg und war größter Grundbesitzer in Dornbirn.

Produkte

  • City
  • Casual
  • Pigment Dyed
  • Evening
  • Woman

Einzelnachweise

  1. Textilfabriken in Vorarlberg; Renate Madritsch, Landeskonservatoriat für Vorarlberg
  2. Jutta Pemsel: Die Wiener Weltausstellung von 1873: Das gründerzeitliche Wien am Wendepunkt. Wien/Köln, Böhlau Verlag 1989, S. 55, ISBN 3205052471
  3. FM Hämmerle geht in Insolvenz
  4. Bericht des ORF Vorarlberg vom 31. Juli 2008 zur Eröffnung des Konkursverfahrens.
  5. Konkursverfahren über F.M. Hämmerle eröffnet
  6. [1]

Weblinks