Favoriten (Wiener Bezirksteil)

Favoriten
Wappen Karte
Wappen von Favoriten
Favoriten lage favoriten.png

Favoriten ist ein Stadtteil Wiens im gleichnamigen 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten und eine der 89 Wiener Katastralgemeinden.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Favoriten liegt im Norden des Gemeindebezirks und grenzt im Süden an die Bezirksteile Inzersdorf-Stadt und Oberlaa. Die Katastralgemeinde erstreckt sich über eine Fläche von 526,14 ha, wovon 2 ha im Gebiet des Gemeindebezirks Landstraße liegen.[1]

Geschichte

Das kaiserliche Barockschloss Favorita, das heute die Theresianische Akademie beherbergt und im Gemeindebezirk Wieden liegt, war der Namensgeber von Favoriten. Beim Linienwall in der Nähe des Schlosses entstand eine kleine Siedlung. Ein großer Teil von Favoriten bestand aber noch bis ins 19. Jahrhundert aus Äckern, Weinbergen und Weideland.[2]

Teile von Favoriten wurden bereits 1850 in Wien eingemeindet. 1874 entstand der 10. Gemeindebezirk Favoriten, der zunächst nur aus dem heutigen Bezirksteil Favoriten bestand.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Christuskirche am Evangelischen Friedhof Matzleinsdorf

Die gotische Steinsäule Spinnerin am Kreuz steht an der Grenze zu Inzersdorf-Stadt und ist ein Wahrzeichen von Favoriten, das bereits 1296 erwähnt wurde. Bekannte Kirchengebäude in Favoriten sind die Antonskirche, die Johanneskirche und die Katharina-von-Siena-Kirche. Diese stehen ebenso wie die Dreifaltigkeitskirche, die Pfarrkirche Dreimal Wunderbare Muttergottes und die Pfarrkirche zur heiligen Familie unter Denkmalschutz. In Favoriten befindet sich auch das Ernst-Kirchweger-Haus, ein Zentrum der autonomen Szene. Am Evangelischen Friedhof Matzleinsdorf liegen viele bekannte Persönlichkeiten bestattet. In dessen Nähe liegt der Waldmüllerpark, der 1922 an Stelle des Katholischen Friedhofs Matzleinsdorf angelegt wurde. In Favoriten befinden sich viele denkmalgeschützte Gemeindebauten des Roten Wien, darunter der George-Washington-Hof, der Hueber-Hof, der Pölzerhof und der Victor-Adler-Hof.

Das Wappen von Favoriten stammt aus dem Jahr 1905 und zeigt den Apostel Johannes, dem auch die Johanneskirche am Keplerplatz geweiht ist.

Wirtschaft und Infrastruktur

In Favoriten befinden sich das Kaiser-Franz-Josef-Spital, das Gottfried von Preyer’sche Kinderspital, die Hauptfeuerwache Favoriten und das Amalienbad.

Im Norden des Stadtteils liegt der Südbahnhof. Als einziger Bezirksteil des 10. Gemeindebezirks ist Favoriten durch die U-Bahnlinie U1, mit den Stationen Keplerplatz und Reumannplatz, erschlossen.

Literatur

  • Maria Kinz: Lebenswertes Favoriten. Jugend und Volk, Wien 1992.
  • Christine Klusacek, Kurt Stimmer: Favoriten. Zwischen gestern und morgen. Mohl, Wien 2004. ISBN 3-90176-138-1.
  • Wilfried Konnert: Favoriten im Wandel der Zeit. Mohl, Wien 1974.
  • Carola Leitner: Favoriten. Wiens 10. Bezirk in alten Fotografien. Ueberreuter, Wien 2007.
  • Helfried Seemann (Hrsg.): Favoriten 1880–1930 Album. Album Verlag, Wien 1992.
  • Helfried Seemann (Hrsg.): Favoriten 1890–1960 Album. Album Verlag, Wien 2003.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ortsverzeichnis 2001 Wien, hrsg. v. Statistik Austria, Wien 2005, S. 55.
  2. Freytag-Berndt Führer durch Wien und Umgebung, Wien 1967. S. 51.

48.17777777777816.375Koordinaten: 48° 11′ N, 16° 23′ O