Felix von Werdenberg

Wappen des Felix von Werdenberg

Graf Felix von Werdenberg († Juni 1530) war ein Nachkomme der Pfalzgrafen von Tübingen und Mörder des Andreas von Sonnenberg.

Leben

Felix von Werdenberg ist vor allem bekannt, weil er am 10. Mai 1511 zusammen mit seinen Gefolgsleuten im Ried bei Herbertingen den kaiserlichen General Andreas von Sonnenberg erschlagen hat. Nach längeren Erbschafts- und Grenzstreitigkeiten verspottete der großgewachsene breitschultrige Andreas von Sonnenberg seinen Kontrahenten, Felix von Werdenberg, den Brautführer bei der Hochzeit von Sabina von Bayern in Stuttgart, wegen seiner geringen Größe und warf ihm Feigheit vor.[1]

Sühnebild Felix von Werdenberg am Hauptportal des Schlosses in Sigmaringen

Kurz danach lauerten Felix von Werdenberg und einige fahrende Kriegsknechte dem von einer Jagd nach Scheer heimkehrenden Sonnenberger im Gebüsch auf und stachen und hieben auf den wehrlosen Andreas von Sonnenberg ein, dass er bald mit seinem Ross schwer verwundet am Boden lag. Graf Christoph von Werdenberg verweigerte seinem Bruder Felix den Einlass in Sigmaringen und sandte einen Boten nach Scheer, „seine Abscheu über die That seines Bruders und sein Beileid auszudrücken.“ Am Hauptportal des Schlosses in Sigmaringen ist heute noch zum Gedenken an diese Bluttat ein Sühnebild zu sehen, auf dem Felix von Werdenberg vor einer Pieta kniet.

Nachdem in dem vom Kaiser eingeleiteten Ermittlungsverfahren nur auf Totschlag plädiert worden war, erhielt der Werdenberger Schutz sowohl von den Grafen von Württemberg als auch vom Kaiser. Erst 19 Jahre später starb er auf dem Reichstag von Augsburg entweder an einem Schlaganfall oder durch eine Hinrichtung durch Enthauptung.[2]

Einzelnachweise

  1. Ferdinand Kramer: Mai 1511: Graf Andreas von Sonnenberg wird bei Herbertingen ermordet - Gedenken an eine Untat.
  2. R. Rommel-N. nach der Zimmerschen Chronik. In: Württembergische Volksbücher - Sagen und Geschichten 2, Seite 71-73.