Fellhorn (Chiemgauer Alpen)

Fellhorn
Fellhorn und Steinplatte, von Kirchdorf in Tirol, Blick ostwärts

Fellhorn und Steinplatte, von Kirchdorf in Tirol, Blick ostwärts

Höhe 1765 m ü. A.
Lage Tirol, Österreich
Gebirge Chiemgauer Alpen / Waidringer Alpen
Geographische Lage 47° 36′ 35″ N, 12° 30′ 1″ O47.60972222222212.5002777777781765Koordinaten: 47° 36′ 35″ N, 12° 30′ 1″ O
Fellhorn (Chiemgauer Alpen) (Tirol)
Fellhorn (Chiemgauer Alpen)
Besonderheiten Gebirgsgruppeneinteilung nach Trimmel 1325

Das Fellhorn ist ein 1.765 m hoher Berg in den Chiemgauer Alpen auf dem Gemeindegebiet von Kössen, Kirchdorf und Waidring im Tiroler Bezirk Kitzbühel, in Österreich unweit der Landesgrenze zu Salzburg und Bayern.

Inhaltsverzeichnis

Lage und Landschaft

Während im Norden weite Almböden die Hänge des Fellhorns bestimmen, weist der Berg nach Süden hin steile Felsabbrüche auf. Vom Gipfel des Fellhorns bietet sich ein Panoramablick insbesondere auf die nahe gelegenen Loferer Steinberge, das Steinerne Meer und das Kaisergebirge.

Umgrenzung, benachbarte Gebirgsgruppen und Einordnung

In der Gebirgsgruppengliederung nach Hubert Trimmel[1] trägt die Gruppe die Nummer 1325, und umgrenzt sich folgendermaßen:

Die Berge rechts des Großachentales lassen sich nur schlecht einer Großgruppe der Alpen zurechnen. Traditionell fasst man sie als Waidringer Alpen zusammen, das umfasst alle Berge zwischen Großache/Tiroler Ache und Saalach[2] – der Ausdruck ist aber heute relativ ungebräuchlich. Die Alpenvereinseinteilung der Ostalpen subsumiert das Fellhorn bei der Gruppe Chiemgauer Alpen (AVE 11). Nach Trimmel wird sie als Teilgruppe unter der Untergruppe mit der ursprünglichen Bezeichnung Kalkalpen zwischen Kaisergebirge und Steinernem Meer (Trimmel 1320) geführt, die heute ebenfalls Waidringer Alpen genannt wird, aber noch westlich der Großache ausgreift.

Geologie

Der Fellhornstock bildet sich aus der Hauptmasse der Waidringer Alpen und des Kaisergebirgs, aus gebanktem Dachsteinkalk (Norium bis Rhätium, im Norden auch Plattenkalk (Rhätium).[3]

Besteigungsmöglichkeiten

Das Fellhorn ist auf verschiedenen Routen als technisch einfache und wenig steile, jedoch konditionell anspruchsvolle Wanderung zu begehen.

  • Vom Parkplatz Seegatterl (780 m) an der B 305 vier Kilometer östlich von Reit im Winkl führt eine erste Route von Norden in rund drei Stunden zum Fellhorn hinauf. Für diesen Weg sind im Abstieg 2,5 Stunden zu veranschlagen. Auf dieser Route passiert man zunächst nach einer halben Stunde Gehzeit die Nattersbergalm. Nach ca. eineinhalb Stunden Gehzeit erreicht man die Obere Hemmersuppenalm. Von hier aus gelangt man in einer weiteren Stunde zum Straubinger Haus, einer Alpenvereinshütte der Sektion Straubing in 1.551 Meter Höhe, die bereits auf Tiroler Gebiet liegt. Vom Straubinger Haus aus gelangt man über einen Pfad, der sich über die Grashänge schlängelt, binnen 30 Minuten zum Gipfel.[4][5]
  • Ein weiterer Weg, von Nordwesten, führt von Blindau (715 m, bei Reit im Winkl) über die Hindenburghütte (1.206 m) oder von Blindau oder Lofer (650 m, Gemeinde Kössen) über die Klausenbergalm zum Straubinger Haus, und von dort zum Fellhorn. Hierfür ist eine Gehzeit von 3,5 Stunden zu veranschlagen.
  • Eine dritte Zustiegsmöglichkeit besteht vom Parkplatz Steinplattenhaus (Bergkapelle), der auf einer Höhe von 1.375 m liegt und über eine Mautstraße von Waidring erreichbar ist, von Osten. Hier liegt die Gehzeit bei ca. 2,5 Stunden.
  • Von Südwesten, von Erpfendorf im Großachental (634 m), führt der Weg uber den Gernkogel (1437 m) zum Straubingerhaus

Die Überschreitung Ghf. Steinplatte – Fellhorn – Lofer/Kössen ist ein Teil des Österreichischen Weitwanderwegs 01, dem Nordalpenweg und des Europäischen Fernwanderwegs E4

Der Gipfel ist auch ein beliebtes Ziel für Winterwanderungen.[6] Aufgrund der eher geringen Lawinengefahr bieten sich hierfür vor allem die Routen über die mäßig steilen Nordhänge vom Seegatterl und von Blindau aus an. Je nach Schneelage sind hier jedoch Schneeschuhe erforderlich.

Außerdem gibt es von Reiterdorf (zwischen Erpfendorf und Waidring) einen Steig durch das Lasstal zum sehenswerten Wasserfall Haslerschlucht.

Einzelnachweise

  1.  Hubert Trimmel, Verband österreichischer Höhlenforscher (Hrsg.): Gebirgsgruppengliederung für das österreichische Höhlenverzeichnis. Wien 1962.
  2. Waidringer Alpen. In:  Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon. 5. Auflage. 2. Band, Leipzig 1911, S. 942 (zeno.org).
  3.  Alexander Tollmann: Tektonische Karte der Nördlichen Kalkalpen. 2. Teil: Der Mittelabschnitt. In: Geologische Gesellschaft in Wien (Hrsg.): Mitteilungen der Geol.Ges.i.W. 61. Band, Wien 1968 (pdf, uibk.ac.at).
  4. Tourenbeschreibung auf das Fellhorn, hoehenrausch.de, abgerufen am 3. Sept. 2010
  5. Tourenbeschreibung auf das Fellhorn, tourentipp.de, abgerufen am 3. Sept. 2010
  6. Bernd Riffler/Rudolf Steiger: Winterbergtouren ohne Ski zwischen Berchtesgaden und Allgäu, Verlag Bruckmann, München, 1987, ISBN 3-7654-2139-1, S. 34