Festungsbahn Salzburg

Festungsbahn Salzburg: Brücke oberhalb der Ausweiche

Die Festungsbahn Salzburg ist eine Standseilbahn in der Stadt Salzburg. Die Bahn auf den dortigen Festungsberg ist die älteste in Betrieb befindliche Seilbahn dieser Art in Österreich. Unter dem Markennamen FestungsBahn wird sie seit 2000 von der Salzburg AG betrieben.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Werbung für die Festungsbahn auf der Rückseite eines zeitgenössischen Straßenbahnfahrscheins

Im April 1892 begannen die Bauarbeiten für die Standseilbahn als eine Wasserballastbahn auf die Festung Hohensalzburg, welche zu diesem Zeitpunkt als Kaserne genutzt wurde. Im Juli des Jahres wurde sie durch die Betreibergesellschaft Salzburger Eisenbahn- und Tramwaygesellschaft (SETG) feierlich eröffnet. Wegen ihres Antriebs bekam sie rasch den Beinamen „Tröpferlbahn“. Die Strecke war mit drei Schienen ausgestattet, wobei die Mittelschiene gemeinsam benutzt wurde. Zwischen den Schienen verliefen Zahnstangen nach dem System Riggenbach, die zum Bremsen benutzt wurden. Ab 1. Mai 1893 war die Festungsbahn dann durch die Straßenbahn Salzburg, die seinerzeit noch als Pferdebahn betrieben wurde, einige Jahre lang direkt mit dem Salzburger Hauptbahnhof verbunden.

Mit Mühe überstand die Bahn den Betrieb während der Wirtschaftskrise der 1920er Jahre und den beiden Weltkriegen. Nach der 1948 erfolgten Abwicklung der SETG waren die Städtischen Verkehrsbetriebe Salzburg für die Strecke zuständig, die wiederum 1950 in den Salzburger Stadtwerken aufgingen.

Wegen ihrer Wasserabhängigkeit musste die Bahn im Winter pausieren. Daher wurde überlegt, die Bahn auf elektrischen Antrieb umzustellen. Am 18. Oktober 1959 fuhr die „Tröpferlbahn“ zum letzten Mal. Die alte Bahn mit Wasserantrieb wurde samt Strecke abgebrochen und eine neue Gleisanlage mit zwei neuen Wagen installiert. Am 16. April 1960 wurde die neue elektrisch angetriebene Bahn dem Betrieb übergeben.

Zwischen 1974 und 1976 wurden Tal- und Bergstation umgebaut und den veränderten Bedürfnissen angepasst. 1991 waren die Wagen und der Antrieb am Ende ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer angelangt und mussten ebenfalls erneuert werden. Am 11. April 1992 erfolgte die Betriebsaufnahme der erneut modernisierten Standseilbahn auf die Festung Hohensalzburg. Seit 15. April 2011 fährt die Bahn wiederum mit neuen Wagen.

Technische Daten

Die Strecke mit Ausweiche
Oberhalb der Talstation

Strecke

  • Länge: 198,5 m
  • Höhenunterschied: 96,6 m
  • größte Steigung: 60 %
  • Spurweite: 1040 mm
  • Seildurchmesser: 25 mm
  • System: 1-spurig mit Ausweiche

Antrieb

  • automatische Bahnsteigtüren in der Berg- und Talstation
  • Drehstromantrieb 400 V
  • Antriebsleistung: 225 kW
  • Regelfahrgeschwindigkeit: 4 m/s
  • max. Fahrgeschwindigkeit: 5,5 m/s
  • kürzeste Fahrzeit: 47,4 sec.
  • hydraulische gelüftete Federspeicherfangbremsen (Schienenzangenbremse)

Wagen

  • Fassungsvermögen: 55 Personen
  • Kapazität: 1880 Personen pro Stunde und Richtung
  • Länge: 9,3 m
  • Breite: 1,9 m
  • Nutzmasse: 4125 kg
  • Baujahr: 2011

Standort

Die Talstation der Festungsbahn liegt in der linken Altstadt in der Festungsgasse. Hier befand sich das Wohnhaus von Joseph Haydns Bruder Michael, das zugleich das Geburtshaus des Salzburger Komponisten und Pianisten Joseph Woelfl (1773–1812) war.

Die Bergstation bietet unmittelbar Zugang zur Festung Hohensalzburg.

Weblinks

 Commons: Festungsbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien