Festungsberg

Der Festungsberg im Sommer 2008

Der Festungsberg liegt im Süden der Altstadt von Salzburg. Gemeinsam mit dem Mönchsberg, dem Rainberg und dem Kapuzinerberg (samt Bürglstein) bildet er die inneren Stadtberge dieser Stadt. Seine höchste Erhebung ist 542 Meter hoch. Der Berg ist heute abseits der Felsen und des Siedlungsraumes wesentlich von Wald geprägt, der großteils zur Waldgesellschaft des Ahorn-Eschen-Schluchtwaldes gehört. Er besteht samt dem Nonnberg an seiner Basis aus Hauptdolomitstein und darüber aufgelagert aus Dachsteinkalk. Auf einem steilen Fahrweg gelangt der Besucher vom Nonntal oder vom Kaiviertel durch das Nonnbergtor in den Klosterbezirk Nonnberg. Von dort führt der Weg weiter aufwärts bis zur Festung Hohensalzburg.

Inhaltsverzeichnis

Die Geologie des Berges

Die Geschichte des Berges beginnt vor etwa 200 Millionen Jahren. Damals waren die genannten Gesteine als Flachwassersedimente samt zugehörigen Korallenriffen abgelagert worden, die dann vor 100 Millionen Jahren zunehmend gefaltet und nach Norden aufgeschoben wurden. Der Festungsberg bildet gemeinsam mit dem Kapuzinerberg, dem Kühberg und dem Nockstein heute damit den Nordrand der Kalkalpen, die Alpen reichen daher geologisch gesehen fast bis in die Altstadt von Salzburg. Die äußerste Südostflanke des Berges entlang der Brunnhausgasse besteht aus Mergel, einer tonig-kalkigen feinkörnig-weichen Ablagerung und aus altem Konglomerat, welches hier durch Verkittung von Flussschottern der Kreidezeit entstanden ist.

Antike und vorantike Geschichte

Vom Festungsberg sind verschiedene vorrömische Funde bekannt, die bis in die Steinzeit zurückreichen. Das Zentrum der Besiedlung war zwar damals der Rainberg, auch hier fanden sich aber bemerkenswerte Funde. Eine hier vor langer Zeit gefundene keltische Kopfplastik der La-Tène-Zeit war lange über der Rosspforte der Festung eingemauert.

Schon zur Römerzeit war der Festungsberg befestigt (siehe Iuvavum). Am Ende der Römerzeit stand auf dem Nonnberg vermutlich eine erste kleine Kirche. Der Ostgote Odoaker, der im Jahr 476 den letzten weströmischen Kaiser Romulus Augustulus abgesetzt hatte, befahl im Jahr 488 den Abzug des Großteils der romanischen Bevölkerung. Eine Restbevölkerung (vielleicht am Nonnberg?) hat bis in die Zeit des heiligen Rupert überdauert und so das frühchristliche Erbe weitergetragen. Dies belegen Grabfunde im Raum der ehemaligen Domgaragen.

Der Festungsberg im Mittelalter

Ab etwa 700 bestand auf dem Nonnberg bereits wieder eine kleine Burg, castrum superior oder castrum juvaviense genannt, deren Wehranlagen den Nonnbergfuß und den Festungsberg miteinbezogen. Um 715 gründete der heilige Rupert am Nonnberg das Benediktinenstift Nonnberg. Wenig später wurde im Investiturstreit im Jahr 1077 der erste Festungsbau am Gipfel des Berges errichtet.

Vom Rainberg bis zum Stift Nonnberg lagen einst entlang des Südhanges des Festungsberges Weingärten des Domstifts und des Stiftes St. Peter, die bereits erstmals 1139 urkundlich erwähnt sind. Am Fuß des Berges stand im Mittelalter das später befestigte Weingartenhaus. Noch heute sind vielerorts im Wald südlich der Festung alte verfallene Steinterrassen der seinerzeitigen Weingärten sichtbar. Ein Naturführer für Salzburg des Jahres 1925 (Hoffer und Lämmermayer) berichtet, das man 1925 am Festungsberg „südseitig noch vereinzelt die Rebe antraf“.

Über besondere Pflanzen und Tiere am Festungsberg

Um die Festung tummeln sich nicht selten die Dohlen. Die fluggewandten Vögel, die in monogamen lebenslangen Ehen leben, bauen hier gerade in den alten Festungsmauern mit ihren Lüftungsschlitzen ihre Nester. Diese ausgesetzten Außenmauern werden vom Menschen kaum gestört und sind daher ein idealer Brutplatz mit viel Weitsicht.

Deutlich seltener als die Dohlen sind hier zwei Wintergäste der Hochalpen anzutreffen: die Alpenbraunelle und der Alpenmauerläufer. Sie leben im Sommer beide oberhalb von 1800 m Seehöhe. Als Wintergast findet sich der Alpenmauerläufer regelmäßig auf den Festungsmauern ein um die Mauern und Felsen gezielt nach Essbarem abzuklettern.

Die häufigsten Pflanzen der Felsen und Mauern des Festungsberges sind der Mauerfarn und der Schwarzgestielte Streifenfarn, die in winzige, kaum erkennbare Ritzen ihre Wurzeln treiben. Daneben gedeiht hier als kleine hängende Pölster mit hübschen violetten Blüten das Zimbelkraut. Die Samen steckt die Mutterpflanze des Zymbelkrautes an langen Stielen gezielt in Ritzen und Spalten, wo junge Pflanzen am ehesten wurzeln können.

Das Glaskraut, ein wärmeliebendes Heilkraut aus dem Mittelmeerraum soll sich von den römischen Kastellen aus an warmen Orten in Mitteleuropa eingebürgert haben. Ob der Glaskrautbestand beim Kloster Nonnberg in der römischen Antike oder erst mit den mittelalterlichen Nonnen nach Salzburg kam, wird nicht zu klären sein.

Berühmte Bewohner

Der österreichische Schriftsteller Gerhard Amanshauser wurde 1928 in einem Haus auf dem Festungsberg geboren (Zugang über die Brunnhausgasse). Im Jahr 2006 starb er im gleichen Haus. Der österreichische Unternehmer Dietrich Mateschitz wohnt ebenfalls in der Brunnhausgasse.

Literatur

  • Reinhard Medicus: Schlossberg (heute Festungsberg) und Nonnberg in Kultur- und Naturgeschichte. In: Bastei. Zeitschrift für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 54. Jahrgang, 3. Folge.

47.79527777777813.048333333333542Koordinaten: 47° 48′ N, 13° 3′ O