Feuerkogelseilbahn

Die Feuerkogelseilbahn ist eine Luftseilbahn in Oberösterreich, die von Ebensee auf den Feuerkogel (1592 m) führt.

Inhaltsverzeichnis

Technische Daten

Die Feuerkogelseilbahn verlässt die Talstation
Seehöhe Talstation 475 m
Seehöhe Bergstation 1584 m
Höhendifferenz 1109 m
Länge 2693 m
Längste Strecke ohne Stütze 1400 m
Fassungsvermögen pro Kabine 37 Personen
Förderleistung 377 Personen/Stunde
Höchstgeschwindigkeit 12 m/s
Fahrzeit 5,5 min

Geschichte

Feuerkogel

Verantwortlich für den Bau der Feuerkogelseilbahn war der Kommerzialrat Rudolf Ippisch. Bereits seit dem Jahr 1919 versuchte Ippisch sein Seilbahnprojekt zu realisieren. Allerdings scheiterten zahlreiche Verhandlungen zur Finanzierung des Projektes und so konnte erst am 9. November 1925 der Bauauftrag an die Firma Adolf Bleichert & Co. erteilt werden, das damals führende Unternehmen im Seilbahnbau. Am 28. März 1926 wurde schließlich der Bau begonnen. Um die Seilbahn errichten zu können, musste zuvor eine Materialseilbahn errichtet werden. Nachdem die Arbeiter streikten, wurde der Bau mit Hilfe zweier Mulis fortgesetzt und die Materialseilbahn konnte schließlich am 10. August 1926 in Betrieb genommen werden. Daraufhin konnte mit dem Bau der Bergstation sowie der Stütze I auf dem Salcherriegel und der Stützen II und III auf dem Gamskogel begonnen werden. Das Aufziehen des Tragseils der Personenbahn stellte ebenfalls eine große Herausforderung dar. Nicht nur der Transport gestaltete sich äußerst schwierig, zum Aufziehen der Tragseile war der Arbeitseinsatz von etwa 90 Mann erforderlich und dauerte sechs Wochen.

Nach fast eineinhalb Jahren Bauzeit wurde am 26. Juni 1927 die Seilbahn unter Anwesenheit des Bundespräsidenten Michael Hainisch eröffnet. Durch die Verzögerungen im Zuge der Finanzierungsverhandlungen war die Seilbahn nach der Raxseilbahn und der Tiroler Zugspitzbahn die dritte ihrer Art in Österreich. Errichtet wurde die Seilbahn von der Traunsee-Schifffahrt und Seilschwebebahn Rudolf Ippisch und Co. K.G.. Seit 1984 ist die Seilbahn im Besitz der Traunsee Touristik GmbH Nfg. & Co KG.

Das Fassungsvermögen betrug bei der Eröffnung 16 Personen; die beiden Wagen wurden 1930 aber für 18 Personen zugelassen. Bereits im ersten Jahr wurden über 20.000 Personen auf den Feuerkogel befördert. 1946 wurden zwei neue Wagen angeschafft, die 25 Personen fassten. 1955 wurde Antriebsleistung verstärkt, so dass eine Fahrgeschwindigkeit von 6,2 m/s erreicht werden konnte. 1985 wurde die Seilbahn umfassend erneuert. Am 7. Juni 1985 fand aus diesem Anlass eine Spatenstichfeier statt. Am 28. Dezember 1985 ging die Seilbahn wieder in Betrieb, fasst seither 37 Personen und erreicht eine Geschwindigkeit von 12 m/s.

Im Jahr 1968 war die Feuerkogelseilbahn Drehort für Teile des Films „Agenten sterben einsam“, unter anderem mit den Schauspielern Richard Burton und Clint Eastwood.

Wintersport

Die Feuerkoglseilbahn ermöglicht die Auffahrt in das Skigebiet des Feuerkogels mit mehreren Liften, etwa 12 km Pistenlänge und einer sechs km langen, unpräparierten Abfahrt bis zur Talstation der Feuerkogelseilbahn. Die Bergstation ist auch Ausgangspunkt für Schneeschuhwanderungen und für zahlreiche Routen für Skitouren.

Sommersport

Die Feuerkogelseilbahn bietet im Sommer Paragleitern und Drachenfliegern die Möglichkeit der Auffahrt zu einer Startrampe am Feuerkogel. Zudem ist die Bergstation Ausgangspunkt für Wanderwege von ca. 50 km Länge, die über das gesamte Höllengebirge führen. Möglich ist auch die Auffahrt mit dem Rad zum Startpunkt der 5.600 m langen Downhillstrecke.

Literatur

  • Josef Jebinger, Der Traunsee. In seiner Geschichte, Dichtung und Sage, Seine Schifffahrt und Feuerkogel-Seilbahn. Gmunden 1967
  • Theodor Brieger, Traunsee, Höllengebirge und Feuerkogel-Seilbahn. Wels 1948
  • Wolfgang Ebner, Der Traunsee mit seiner Schifffahrt und seiner Umgebung. Gmunden 2009

Weblinks

47.81361111111113.739722222222Koordinaten: 47° 48′ 49″ N, 13° 44′ 23″ O