Feuerschutzpolizei

Feuerschutzpolizei war von 1938 bis 1945 die offizielle Bezeichnung für die Feuerwehr, als ein der Polizei untergeordnetes staatliches Organ im Deutschen Reich.

Die Bezeichnung Feuerschutzpolizei ist nicht zu verwechseln mit dem Begriff Feuerlöschpolizei, obwohl beide zur Geschichte der Feuerwehr in der Zeit des Nationalsozialismus gehören. Die Bezeichnung Feuerlöschpolizei wurde am 15. Dezember 1933 mit dem preußischen Gesetz über das Feuerlöschwesen im Land Preußen als Bezeichnung für Berufsfeuerwehren eingeführt und schon 1938 mit dem Reichsfeuerlöschgesetz durch die Bezeichnung „Feuerschutzpolizei“ wieder abgelöst.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Fahrzeug der Feuerschutzpolizei Stuttgart

Mit dem am 23. November 1938 erlassenen „Gesetz über das Feuerlöschwesen“ (Reichsfeuerlöschgesetz und der Durchführungsverordnung des Reichsminister des Innern vom 24. Oktober 1939) wurde den Ländern die Kompetenz für das Feuerwehrwesen entzogen. Zwar mussten die Kommunen (Städte und Gemeinden) weiterhin alle Kosten für Personal, Gerät, Unterkunft, usw. tragen, die Dienstaufsicht ging jedoch auf das Reich über. Die Feuerwehren unterstanden als Teil der Ordnungspolizei dem Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Inneren. Dies galt nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich auch für die dortigen Feuerwehren.

Das Gesetz bildete einen Baustein der Vorbereitungen des nationalsozialistischen Staates auf einen kommenden Krieg und sollte die Basis für eine reichsweit einheitliche und effektive Schadensabwehr vor allem bei den erwarteten feindlichen Luftangriffen sicherstellen. Die in den großen Städten existierenden Berufsfeuerwehren wurden Teil der Ordnungspolizei und die Offiziere und Mannschaften erhielten Polizeidienstgrade, jeweils mit dem Zusatz „der Feuerschutzpolizei“ versehen (z. B. Wachtmeister der Feuerschutzpolizei).

Ab 1939 erhielten Feuerwehrmänner der Feuerschutzpolizei (Berufsfeuerwehren, Feuerwehrbeamte und Sonderverbände/Regimenter) grüne Polizeiuniformen. Bei den Freiwilligen Feuerwehren wurden weiterhin die blauen Uniformen getragen. Besonderes Merkmal dabei waren lilafarbene Litzen und Biesen. Ab 31. Juli 1940 wurden die Dienstgradabzeichen an die der Feuerschutzpolizei angeglichen, alle Feuerwehrfahrzeuge wurden nur noch in tannengrüner Polizeilackierung ausgeliefert. Die Freiwilligen Feuerwehren verloren ihren Status als Vereine und Verbände, sofern sie nicht ohnehin Einrichtung der Gemeinde waren (z. B. in Baden, Württemberg und Bayern) und wurden Hilfspolizeitruppe.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die meisten Feuerwehren als Gemeindeeinrichtungen lediglich auf der Basis von Verwaltungsvorschriften weiter geführt. Bald gelangte die Zuständigkeit für das Feuerwehrwesen zurück in die Hände der Länder. Für Österreich wurden im Staatsgesetzblatt Nr. 86/1945 vom 17. Juli 1945 die deutschen Rechtsvorschriften auf dem Gebiete des Feuerlöschwesens aufgehoben und die landesgesetzlichen Regelungen nach dem Stand der Gesetzgebung vom 13. März 1938 wieder in Geltung gesetzt.

Dienstgrade

Während bei der Berufsfeuerwehr die Dienstgrade der Ordnungspolizei eingeführt wurden, bekamen die Freiwilligen Feuerwehren besondere Dienstgrade:

  • Anwärter
  • Truppmann
  • Obertruppmann
  • Haupttruppmann
  • Truppführer
  • Obertruppführer
  • Haupttruppführer
  • Zugführer
  • Oberzugführer
  • Hauptzugführer
  • Kreisführer
  • Bezirksführer
  • Abschnittsinspekteur

Bei den Berufsfeuerwehren wurden dagegen folgende Dienstgrade verwendet (in Klammern die früheren Dienstgrade):

  • Wachtmeister der Feuerschutzpolizei (Feuerwehrmann)
  • Oberwachtmeister der Feuerschutzpolizei (Oberfeuerwehrmann)
  • Bezirksoberwachtmeister der Feuerschutzpolizei (Löschmeister)
  • Hauptwachtmeister der Feuerschutzpolizei (Oberlöschmeister)
  • Meister der Feuerschutzpolizei (Brandmeister)
  • Leutnant/Bezirksleutnant der Feuerschutzpolizei (Oberbrandmeister)
  • Oberleutnant/Bezirksoberleutnant der Feuerschutzpolizei (Brandinspektor)
  • Hauptmann/Bezirkshauptmann der Feuerschutzpolizei (Brandingenieur)
  • Major der Feuerschutzpolizei (Baurat)
  • Oberstleutnant der Feuerschutzpolizei (Oberbaurat)
  • Oberst der Feuerschutzpolizei (Branddirektor)
  • Generalmajor der Polizei (Oberbranddirektor)

Siehe auch

Literatur

  • Matthias Blazek: Unter dem Hakenkreuz: Die deutschen Feuerwehren 1933 – 1945. Stuttgart: Ibidem Verlag 2009. ISBN 978-3-8982-1997-6
  • Axel Polnik: Die Bayreuther Feuerwehren im Dritten Reich: Der Brandschutz in der Gauhauptstadt Bayreuth. Eine zeitgenössische Darstellung. Norderstedt, Books on Demand 2011. ISBN 978-3-8423-9563-3

Weblinks

 Commons: Feuerschutzpolizei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien