Filaret Denyssenko

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Filaret (bürgerlich Mychajlo Antonowytsch Denyssenko/Михайло Антонович Денисенко; russisch Michail Antonowitsch Denissenko/Михаил Антонович Денисенко; * 23. Januar 1929 in Blahodatne, Rajon Amwrossijiwka, Oblast Donezk) ist ein ukrainischer Mönch, Priester, Bischof, Erzbischof, Metropolit von Kiew und Halytsch, Metropolit von Kiew und der gesamten Ukraine, Patriarch der Ukrainisch-orthodoxen Kirche - Kiewer Patriarchat, seit 1997 von der Russisch-Orthodoxen Kirche exkommuniziert und verdammt.

Werdegang

Filaret stammt aus einer Arbeiterfamilie im Donbass. Er besuchte das Geistliche Seminar in Odessa und anschließend die Geistliche Akademie von Moskau. Hier legte er sein Mönchsgelübde ab. Er wurde ein Vertrauter des Patriarchen Alexius I. Nach dem Abschluss seiner Studien lehrte er selber an verschiedenen Hochschulen und Seminaren seiner Kirche. In Kiew, der Hauptstadt der Ukrainischen SSR, wurde er Rektor des Orthodoxen Priesterseminars. Im Jahre 1962 wurde er zum Bischof geweiht, und übernahm die neue Eparchie für Wien und Österreich. 1966 wurde er Erzbischof und Metropolit von Kiew und Halytsch.[1]

Filaret II. arbeitete in der internationalen Christlichen Friedenskonferenz (CFK) mit und war Teilnehmer ihrer V. und VI. Allchristlichen Friedensversammlung 1978 bzw. 1985 in Prag. Er war Mitglied ihrer Leitungsgremien und seit 1985 auch einer ihrer Vizepräsidenten.

Denysenko vertrat während des Bestehens der Sowjetunion immer die Einheit der Russisch-Orthodoxen Kirche. Als 1991 eine Volksabstimmung über die Erhaltung der UdSSR angesetzt wurde, rief er seine Gläubigen dazu auf, diesem Vorhaben zuzustimmen. Nach dem Tode von Patriarch Pimen I. war er zum Administrator des Patriarchats bestimmt worden und erhielt nun den Titel Metropolit von Kiew und der gesamten Ukraine. Nachdem sich die Sowjetunion aufgelöst hatte, versuchte er beim Bischofskollegium für seine ukrainische Metropolie den Status der Autokephalie zu erhalten, was jedoch nicht gelang. Seither rief er eine eigene Ukrainische Kirche ins Leben und trug damit zur Spaltung der Orthodoxie in der Ukraine bei, die inzwischen aus drei verfeindeten Kirchenfraktionen besteht. Ungeachtet dessen entfaltete er zahlreiche Aktivitäten, um andere autokephale Kirchenhäupter, auswärtige Bischöfe und sonstige Abtrünnige für die Konsolidierung seiner Unabhängigen Kirche zu gewinnen. 1997 wurde er wegen seines Handelns vom Moskauer Patriarchat exkommuniziert und kirchenrechtlich verdammt. Der Ausgang dieses Kirchenstreites ist bis heute ungewiss.[2] Aber weitere Aktivitäten von beiden Seiten einschließlich Korrespondenzen gehen weiter.[3]

Einzelnachweise

  1. Nach: "Liudyna i Svit" ("Mensch und Welt") vom Februar 1998.http://old.risu.org.ua/ger/major.religions/orthodox.kp/filaret
  2. http://www.kath.net/detail.php?id=62&&print=yes
  3. http://www.kirchen.ch/g2w/
Vorgänger Amt Nachfolger
Sergius (Koroljow) Bischof von Wien und Österreich
1962-1964
Bartholomäus (Gondarowskij)