Filialkirche hl. Jakob (Mellach)

BW

Die Kirche hl. Jakob ist eine römisch-katholische Filialkirche in der Gemeinde Mellach in der Steiermark. Sie untersteht der Fernitzer Pfarrkirche. Ihre Geschichte geht bis auf die Mitte des 12. Jahrhunderts zurück womit sie zu den ältesten Kirchenbauten in der Steiermark zählt. Ihre heutige Erscheinungsform erhielt sie in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der erste urkundliche Nachweis für einen Kirchenbau stammt aus dem Jahr 1152. Dieser wurde wahrscheinlich durch Luidold von Gutenberg errichtet. Im Jahr 1698 wurde im Auftrag von Joseph Amand von Grünbach unter Einbeziehung ältererer Mauerteile des Langhauses an dieser Stelle die heutige Kirche errichtet. 1979 erfolgte eine Gesamtrenovierung.[1][2]

Beschreibung

Die Außenfassade der barocken Kirche ist durch Putzpilaster untergliedert. In die Mauer wurden ein römischer Inschriftenstein aus dem Jahr 100 sowie mehrere Grabsteine aus der Zeit zwischen 1552 und 1737 eingemauert. Die schale Westmauer des Baues hat an den Ecken Stützpfeiler. Auf ihr befindet sich der aufgesetzte Fassadenturm mit Zwiebelhelm. Im Turm befindet sich eine von F. Streckfuß im Jahr 1700 gegossene Glocke. Der gesamte Kirchenbau wurde ursprünglich von einer niedrigen Friedhofsmauer umgeben in deren südöstlichen Teil sich auch heute noch eine Kapelle aus der Zeit um 1700 befindet.[1]

Das dreijochige Langhaus wird von einem, auf Doppelpilastern sitzenden doppelgürtigen Kreuzgratgewölbe überspannt. Während der 1979 durchgeführten Restaurationsarbeiten wurden an der südlichen Mauer des Langhauses zwei romanische Fenster, davon ein Rundfenster, sowie ein spätgotischer Kragsturzbogen freigelegt. Weiters wurde an der nördlichen Mauer ein kleines, um 1500 errichtetes Schulterbogenportal im Stil der Spätgotik entdeckt. Auf der Höhe des dritten Joches ist der gleich breite, rechteckige Chor angebaut. An dessen Südseite befindet sich die zweijochige und kreuzgratgewölbte Sakristei mit darüber liegenden Oratorium. Weiters zweigen kurze, gleich hohe Seitenarme vom Langhaus ab.[1][3]

Das Altarblatt des Hochaltars stellt den heiligen Jakob dar. Das Bildnis stammt genauso wie die Kanzel aus dem vierten Viertel des 18. Jahrhunderts. Der südliche Kapellenaltar wurde um 1700 und der nördliche um 1720 errichtet. Die auf den Konsolen angebrachten Figuren der vier Evangelisten stammen aus der Zeit um 1700. Im südlichen Seitenarm der Kirche befindet sich die Grabplatte von Joseph Amand Grünbach von Weissenegg aus dem Jahr 1696 mit einer Bauinschrift und der Jahreszahl 1698. Weiters befindet sich ein Sakristeischrank aus dem Ende des 17. Jahrhunderts in der Kirche. Die Orgel wurde 1894 von Mathäus Mauracher errichtet.[1][3]

Quellen

  •  Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio Steiermark (ohne Graz). 2. Auflage. Berger, Horn/Wien 2006, ISBN 3-85028-439-5, S. 292-293.

Einzelnachweise

  1. a b c d  Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio Steiermark (ohne Graz). 2. Auflage. Berger, Horn/Wien 2006, ISBN 3-85028-439-5, S. 292-293.
  2. Filialkirche St. Jakob. www.dekanat.at, abgerufen am 28. Januar 2012 (deutsch).
  3. a b Jakobikirche. www.mellach.steiermark.at, abgerufen am 28. Januar 2012 (deutsch).

46.95025415.509842Koordinaten: 46° 57′ 1″ N, 15° 30′ 35″ O