Florianikirche (Wien)

Ehemalige Florianikirche (vor 1939)
Alte und Neue Florianikirche (1965)
Neue Florianikirche (2007)

Die Florianikirche ist eine römisch-katholische Pfarrkirche im 5. Wiener Gemeindebezirk Margareten. Als Florianikirche oder Rauchfangkehrerkirche wurde auch die alte, dem heiligen Florian gewidmete, Matzleinsdorfer Pfarrkirche bezeichnet, die sich bis 1965 in der Mitte der Wiedner Hauptstraße befand und als ein Wiener Wahrzeichen galt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ältere Kirche

Die Kirche wurde an Stelle einer zuvor dort befindlichen Marien-Kapelle aus älterer Zeit errichtet und im einfach Barockstil 1725 vollendet. Der Pfarrgarten wurde an Stelle des 1784 aufgelassenen und nach Nikolsdorf verlegten Friedhofs angelegt. Der Befehl Josephs II. zum Abriss der Kirche scheiterte 1787 am Widerstand der Bevölkerung. 1820 wurde ein Sakristeigebäude angebaut.

Im Jahr 1953 erließ der niederösterreichische Landesfeuerwehrverband einen Aufruf zur Spende alter Messingfeuerwehrkupplungen zum Guss einer neuen Glocke. Die Weihe dieser Glocke erfolgte am 10. Mai 1953. [1]

Ab 30. August 1965 erfolgte der Abriss aus verkehrstechnischen Gründen, ungeachtet einer Protestwelle mit 13.000 Unterschriften. Die Tatsache, dass das Gotteshaus in der Mitte der – an dieser Stelle allerdings erweiterten – Wiedner Hauptstraße stand, bildete zwar den besonderen urbanen Reiz des Bauwerks, hatte aber schon vor dem Zweiten Weltkrieg zu Überlegungen geführt, es den Rücksichten des zunehmenden Verkehrs zu opfern. 1935 wurde deshalb bereits der weit in die Straße hineinragende Pfarrhof abgetragen. Ab 1955 verstärkten sich diese Tendenzen, wobei offenbar sowohl die Gemeinde Wien als auch die katholische Kirche an der Beseitigung des „Verkehrshindernisses“ und der Errichtung einer neuen Kirche interessiert waren. Der Abriss der alten Pfarrkirche wurde auch mit der Errichtung einer U-Straßenbahn begründet. Die USTRABA-Trasse in der Wiedner Hauptstraße wurde im Anschluss gebaut und wird an dieser Stelle von mehreren Straßenbahnlinien sowie der Badnerbahn befahren. Ein als „Ersatz“ für das verschwundene Wahrzeichen vorgesehener Glockenturm in der Mitte der Wiedner Hauptstraße blieb ungebaut.

Jetzige Kirche

Von 1961 bis 1963 wurde an der Ecke Wiedner Hauptststraße/Laurenzgasse eine neue Kirche nach Plänen des bekannten deutschen Kirchenarchitekten Rudolf Schwarz als Stahlbeton-Skelettbau errichtet. Nach dem zwischenzeitigen Tod des planenden Architekten und nicht unbedingt nach dessen Sinn wurde das Bauwerk von Johann Petermaier vollendet und am 20. Oktober 1963 durch Erzbischofkoadjutuor Franz Jachym dem heiligen Florian geweiht.

Seit 2005 beherbergt die Kirche neben der Pfarre St. Florian auch die Jugendkirche Wien, ein Projekt der Katholischen Jugend der Erzdiözese Wien. Der Bau wurde für deren Zwecke im Jahr 2007/08 baulich adaptiert (Heizung, Beleuchtung, Tonanlage, neuer Eingangsbereich zum rechten Seitenschiff).

In der Funktion als Jugendkirche und als Kirche des Schutzpatrons der Feuerwehr findet alljährlich seit den 1970-er Jahren eine Florianimesse für die Feuerwehrjugend des Bezirkes Mödling statt.[2]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Geschichte der Feuerwehr Bad Vöslau von 1946 bis 1964 abgerufen am 20. Dezember 2011
  2. Florianimesse der Feuerwehrjugend in Wien auf der Seite des BFK Mödling Archiv 2004 abgerufen am 20. Dezember 2011

Weblinks

 Commons: Florianikirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.18555555555616.362777777778Koordinaten: 48° 11′ 8″ N, 16° 21′ 46″ O