Flugplatz Vöslau-Kottingbrunn

Flugplatz Vöslau-Kottingbrunn
Flugplatzgebäude vom Flugfeld gesehen
Kenndaten
ICAO-Code LOAV
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum ca. 5 km westlich von Bad Vöslau
Straße lokale Nebenverkehrsstraßen
Bahn keine Anbindung
Nahverkehr keine Anbindung
Basisdaten
Eröffnung 1927
Betreiber MFU Flugbetrieb GmbH
Terminals GAT
Start- und Landebahnen
13/31 950 m × 18 m Asphalt
08/26 920 m × 30 m Gras

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Der Flugplatz Vöslau-Kottingbrunn (ICAO-Code: LOAV) ist ein im Gebiet der niederösterreichischen Marktgemeinde Kottingbrunn, nächst der Stadt Bad Vöslau gelegener Sportflugplatz.

Geschichte

Seine Entstehung reicht bis in das Frühjahr 1926 zurück, als das Fliegen eine große Euphorie hervorrief und es dem Rechnungsrat Thour-Thoursfeld in Vöslau gelang, einen Flugplatz in Vöslau sicherzustellen[1].

1927 fand die erste Atlantiküberquerung durch Charles Lindbergh statt. 1929 wollte Franz Zuzmann einen Privatflugplatz errichten. Der einzige zu der Zeit war der Flugplatz Wien-Aspern, der sich schon fest etabliert hatte. Zuzmann richtete ein Ansuchen zur Errichtung an das zuständige Ministerium und pachtete von der Gemeinde Kottingbrunn die brachliegenden Agrarflächen für 30 Jahre. 1930 erhielt er die Genehmigung für einen Privatflugplatz. Trotz Investitionen Zuzmanns gelang es ihm nicht den Flugplatz in einen öffentlichen umzuwandeln. Im Jahr 1938 zum Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich übernahm den Flugplatz die Deutsche Luftwaffe. Zuzmann wurde finanziell entschädigt.

1942 wird eine Jagdfliegerschule eingerichtet. Nach dem ersten alliierten Luftangriff auf Wiener Neustadt im Jahr 1943, wird in Vöslau ein Auslagerungsbetrieb der Flugmotorenwerke Ostmark eingerichtet. So wird auch in den beiden letzten Kriegsjahren auch der Flugplatz ein Ziel der amerikanischen Bomber. So wurde der größte Teil der Anlagen durch einen Angriff von Mustangs stark zerstört. Den Rest zerstörten die abziehenden deutschen Truppen 1945.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es von der sowjetischen Besatzmacht als deutsches Eigentum übernommen und notdürftig wieder hergerichtet.

Historische Bedeutung erlangte der Flugplatz, als die österreichische Regierungsdelegation am 11. April 1955 von Vöslau zu Staatsvertragsverhandlungen nach Moskau flog und Bundeskanzler Julius Raab nach Rückkunft am 15. April auf dem Flugfeld eine erste Rede über den erreichten Verhandlungserfolg hielt. [2]. Erst nach dem Staatsvertrag wurde der Platz an die Republik Österreich übergeben. Nachdem das Bundesheer den Flugplatz nicht benötigte, wurde eine Bewilligung dem Österreichischen AERO Club erteilt.

Im Jahr 1972 wurde die Erhaltung des Flugplatzes an die Flughafen Wien Betriebsgesellschaft übertragen. Danach wurden wieder größere Investitionen wie neue Gebäude und Hangars getätigt auch eine 850 m Asphaltpiste wurde errichtet. Im Jahr 1985 erhielt der Flugplatz das Öffentlichkeitsrecht und 1996 übernahm die Firma MFU Flugbetrieb GmbH die Betriebsleitung.

1999 wurde die Piste auf 950 m verlängert und Stoppflächen angebaut. Eine Befeuerung wurde installiert und ein Instrumentenanflugverfahren veröffentlicht. Seit 2006 befindet sich die JA Flugschule der Jetalliance am Gelände des Flugplatzes, die durch die Austro Control als Ausbildungseinrichtung zugelassen ist.

Einzelnachweise

  1. Errichtung eines Flugplatzes in Vöslau. In: Badener Zeitung, 20. Februar 1926, S. 4 Mitte. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/bzt
  2. Die große Hoffnung: Österreich wird frei. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 16. April 1955, S. 1.

Weblinks

 Commons: Flugplatz Vöslau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien