Forstwart

Der Forstwart ist in der Schweiz und in Österreich ein Ausbildungsberuf. Sein Aufgabenfeld ist das eines Forstwirtes.

In Deutschland war es früher die Bezeichnung für einen Beamten des mittleren Forstbetriebsdienstes mit der Laufbahnfolge Forstwart, Ober-Forstwart, Haupt-Forstwart und Betriebsinspektor. Er ging zumeist nach einer entsprechenden Fachausbildung aus dem Beruf des Waldarbeiters hervor. Diese mittlere Laufbahn ist in der staatlichen Forstverwaltung mittlerweile ausgelaufen. Innerhalb der privaten Forstverwaltungen ist die neue Laufbahn des Forsttechnikers an ihre Stelle getreten.

Inhaltsverzeichnis

Aufgaben

Forstwarte sind meist in Forstbetrieben angestellt, wobei sie die Tätigkeiten des deutschen Forstwirts erfüllen. Forstwarte haben aber auch andere Berufsmöglichkeiten:

  • Jagdschutzdienst
  • Berufsjäger

Durch weitere Lehrgänge sind zudem Spezialisierungen möglich als Forstwart-Vorarbeiter, Forstmaschinenführer oder Seilkran-Einsatzleiter.

Ausbildung

Österreich

Wer die einjährige Forstfachschule Waidhofen an der Ybbs - eine Bundesfachschule mit Ganztagscharakter, welche aus einem Exzerpt aller Fächer mit Forstbezug der ehemaligen dreijährigen Försterschule, errichtet wurde - erfolgreich absolviert, ist berechtigt die staatliche Berufsbezeichnung „Forstwart“ zu führen. Forstwarte sind laut Gesetz, neben Absolventen der höheren Forstausbildungen mit Matura oder akademischem Abschluss, staatliche Forstorgane, und dürfen eine Waldfläche von bis zu 1000 Hektar alleinverantwortlich bewirtschaften. Die Bestellung eines Forstwartes für eine größere Fläche als 1000 Hektar darf dann erfolgen, wenn diese ein Teil einer noch größeren Waldfläche ist und für die Gesamtfläche z.B. ein Forstingenieur oder ein Forstakademiker als Forstorgan bestellt ist. Die Schule kann alternativ auch nebenberuflich in kleinen Einheiten absolviert werden, wobei die sogenannten Externisten verpflichtende Unterrichtsstunden und Prüfungen auf mehrere Jahre - im Durchschnitt auf vier Jahre - aufteilen können.

2008 startete auf Initiative des österreichischen Forstfachverbands und des Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (kurz BMLFUW) ein offizieller Ausbildungsevaluierungsprozess in den zuständigen Bundesministerien. Einige Jahre zuvor wollte die Bundesregierung mit einem Entwurf zur Forstgesetznovelle den Forstwart als Berufsgruppe abschaffen, in einer höheren Forstausbildungsstätte mit Maturaabschluss auflösen. Die Schließung der Forstfachschule war beschlossen. [1] Der frühere Präsident des Österreichischen Forstfachverbandes, Kommerzialrat Jürgen Auer, erreichte, dass die Regierung kurzfristig die Schließung der Schule zurück nahm, den Gesetzestext änderte und das Parlament per Abstimmung den Forstwart wieder zum staatlichen Forstorgan erhob. Journalisten bezeichneten Auer deshalb als Retter der Forstfachschule [2]. Evaluiert wird bis heute eine Ausbildungserweiterung, unter anderem auf EU-Standards und betriebswirtschaftliche Schwerpunkte, sowie die Schaffung einer damit verbunden neuen Berufsbezeichnung und von Kompetenzerweiterungen, z.B. Alleinbewirtschaftung von Flächen größer 1000 Hektar.

Schweiz

In der Schweiz ist der Forstwart ein Lehrberuf, die Lehre dauert drei Jahre. Die Lehrlinge werden dabei an den kantonalen Berufsschulen in den allgemeinbildenden Fächern und der Berufskunde unterrichtet. In den Kantonen Waadt und Genf ist die Ausbildung jedoch im kantonseigenen forstlichen Ausbildungszentrum, dem Centre de Formation Professionnelle Forestière, in Le Mont-sur-Lausanne zentriert. Die traditionell vom Waldwirtschaft-Verband Schweiz organisierten Einführungskurse für die Forstwart-Lehrlinge sind allerdings jeweils dezentral.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Siehe auch

Förster, Forstwirt, Forstmeister, Forstwirtschaft

Weblinks/Quellen

Einzelnachweise

  1. Parlament
  2. NÖN Serie 89: Initiative für die Forstfachschule. Wochenmagazin NÖN, Archiv, 35/2008 S. 24.