Francisco Boix

Boix als Zeuge im Mauthausen-Hauptprozess, der 1946 im Internierungslager Dachau stattfand

Francisco Boix – auf Katalanisch Francesc Boix i Campo – (* 31. August 1920 in Barcelona; † 4. Juli 1951 in Paris) war ein republikanischer Spanier, der im KZ Mauthausen inhaftiert war und nach dem Krieg als Zeuge in Prozessen gegen Kriegsverbrecher auftrat.

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Leben

Boix war 1939 nach der Niederlage der Republikaner im Spanischen Bürgerkrieg nach Frankreich exiliert. Dort geriet er 1940 in deutsche Kriegsgefangenschaft. Mit mehr als 7.000 weiteren Spaniern war er zwischen Januar 1941 und Mai 1945 im KZ Mauthausen inhaftiert.

Boix wurde vom französischen Ankläger im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher als Zeuge aufgerufen, um einige Fotografien zu erläutern, die von der SS in Mauthausen gemacht worden waren. Boix konnte sich diese Bilder im Lager Mauthausen aneignen, als er bei dem SS-Erkennungsdienst arbeitete. Diese Fotos vermittelten einen Eindruck, unter welchen Bedingungen die Häftlinge in Mauthausen leben und Schwerstarbeit verrichten mussten. Zwei Bilder zeigten Häftlinge, die in den Selbstmord getrieben worden waren. Weitere Fotos lieferten den Beweis, dass bekannte Nazi-Führer Mauthausen besucht und kennengelernt hatten. Darunter befand sich Ernst Kaltenbrunner, der während eines Besuchs im Lager selbst wie auch im Steinbruch Wienergraben fotografiert worden war.

Boix war später auch Zeuge im Mauthausen-Hauptprozess, der im Rahmen der Dachauer Prozesse stattfand.

Zwischen 1945 und 1951 arbeitete Boix als Fotograf für die französische Presse. Boix starb im Juli 1951 an den Folgen der Konzenzentrationslagerhaft in Paris.

Filme

  • Francisco Boix, un fotógrafo en el infierno (Francisco Boix, ein Fotograf in der Hölle), Dokumentarfilm von Llorenç Soler, Spanien 2000

Literatur

  • Benito Bermejo: Francisco Boix, der Fotograf von Mauthausen. Wien 2007, ISBN 978-3-85476-245-4.
  • Aussage abgedruckt in IMT: Der Nürnberger Prozess.... Nachdruck: München 1984, ISBN 3-7735-2503-6. Band VI, S. 292–297.

Weblinks