Frank Seiboth

Frank Seiboth (* 9. Mai 1912 in Proschwitz (heute Stadtteil von Jablonec nad Nisou), Böhmen; † 4. Juli 1994 in Wiesbaden) war ein deutscher Politiker (GB/BHE, ab 1961 GDP, ab 1967 SPD).

Inhaltsverzeichnis

Ausbildung und Beruf

Nach einem Maschinenbaustudium trat Seiboth in die Armee der Tschechoslowakei ein.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war er zunächst bis 1948 in der CSR interniert. Nach seiner Entlassung und der Flucht als Heimatvertriebener nach Westdeutschland wurde er Mitarbeiter der westdeutschen Vertriebenenbewegung, so war er z.B. Chefredakteur der Zeitschrift Wegweiser für Heimatvertriebene in Frankfurt am Main.

Ab 1950 war er stellvertretender Landesvorsitzender des Bundes vertriebener Deutscher in Hessen und gehörte zu den treibenden Kräften bei dem Zusammenschluss der „Vereinigung der Landsmannschaften (VdL)“ und des „Bundes vertriebener Deutscher (BvD)“ zum „Bund der Vertriebenen“, den er in Hessen bereits 1953 (auf Bundesebene erst 1957) durchsetzen konnte. Er war Mitglied und zeitweise (1953-1955) Vorsitzender des Witikobundes. 1962 wurde Seiboth Direktor der Hessischen Lotto-Treuhandgesellschaft.

Partei

Als Mitglied der Sudetendeutschen Partei, für die er Parteisekretär in Gablonz war, verstand er sich als „Volkstumspolitker“. Am 1. November 1938 trat er in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 6.600.850) und wurde Gauschulungsleiter und Leiter des NS-Schulungslagers im Sudetengebiet, sowie HJ-Gebietsführer für das Sudetenland. Er war Angehöriger des Einsatzstabs Rosenberg. Innerhalb der SS bekleidete Seiboth den Rang eines Hauptsturmführers.[1]

1952 trat Seiboth dem GB/BHE bei, dessen Bundesvorsitzender er 1958 wurde, nachdem er bereits seit 1954 dem Bundesvorstand angehörte. Nach der Fusion mit der DP wurde er 1961 für ein Jahr mit Herbert Schneider gleichberechtigter Vorsitzender der GDP. 1967 trat er zur SPD über.

Abgeordneter

Von 1953 bis 1957 gehörte Seiboth dem Deutschen Bundestag an. Vom 15. März 1955 an war er stellvertretender Vorsitzender der GB/BHE-Bundestagsfraktion.

Von 1958 bis 1966 gehörte er dem Hessischen Landtag an.

Öffentliche Ämter

Von 1967 bis 1974 war Seiboth Staatssekretär im hessischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten.

Veröffentlichungen

  • Selbstbestimmung auch für alle Deutschen. Grundgedanken zur deutschen Wiedervereinigung. Heimreiter-Verlag, Frankfurt am Main 1961.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1.  Hans-Peter Klausch, Fraktion Die Linke im hessischen Landtag (Hrsg.): Braunes Erbe. NS-Vergangenheit hessischer Landtagsabgeordneter der 1.–11. Wahlperiode (1946–1987). Oldenburg/Wiesbaden 2011 (PDF 4,02MB).