Frantschach-Sankt Gertraud

Frantschach-St. Gertraud
Wappen von Frantschach-St. Gertraud
Frantschach-Sankt Gertraud (Österreich)
Frantschach-Sankt Gertraud
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Wolfsberg
Kfz-Kennzeichen: WO
Hauptort: St. Gertraud
Fläche: 100,94 km²
Koordinaten: 46° 52′ N, 14° 52′ O46.86097777777814.860325503Koordinaten: 46° 51′ 40″ N, 14° 51′ 37″ O
Höhe: 503 m ü. A.
Einwohner: 2.778 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 27,52 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9413
Vorwahl: 0 43 52
Gemeindekennziffer: 2 09 05
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
St. Gertraud 1
9413 St. Gertraud
Website: www.frantschach-st-gertraud.gv.at
Politik
Bürgermeister: Günther Vallant (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(23 Mitglieder)
8 SPÖ, 8 Liste Hirzbauer,
3 ÖVP, 4 FPK
Lage der Marktgemeinde Frantschach-St. Gertraud im Bezirk Wolfsberg
Bad St. Leonhard im Lavanttal Frantschach-Sankt Gertraud Lavamünd Preitenegg Reichenfels Sankt Andrä Sankt Georgen im Lavanttal Wolfsberg Sankt Paul im LavanttalLage der Gemeinde Frantschach-Sankt Gertraud im Bezirk Wolfsberg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Historischer Hochofen

Frantschach-St. Gertraud ist eine Marktgemeinde mit 2778 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Wolfsberg in Kärnten.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Nördlich von Wolfsberg gelegen, erstreckt sich das Gemeindegebiet von der Lavant auf die Hänge der Koralpe. Die 16 Ortschaften der Gemeinde liegen in 504 bis 1600 m Seehöhe. Im Osten grenzt die Gemeinde an den steirischen Bezirk Deutschlandsberg.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Frantschach–St. Gertraud ist in die Katastralgemeinden Kamperkogel, Trum- und Prössinggraben, Obergösel, Limberg, Untergösel, Kamp, Hintergumitsch, Zellach, Vorderwölch und Hinterwölch gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 15 Ortschaften:

  • Frantschach (379)
  • Hintergumitsch (194)
  • Hinterwölch (62)
  • Kaltstuben (20)
  • Kamp (200)
  • Kamperkogel (66)
  • Limberg (155)
  • Obergösel (130)
  • Praken (7)
  • St. Gertraud (514)
  • Trum-und Prössinggraben (46)
  • Untergösel (296)
  • Vorderlimberg (171)
  • Vorderwölch (244)
  • Zellach (664)

Geschichte

Das Obere Lavanttal lag ab dem 11. Jahrhundert im Herrschaftsbereich der Hochstifts Bamberg, das heutige Gemeindegebiet gehörte teilweise zum Stadtgericht Wolfsberg, teilweise zum Landgericht Hartneidstein. Die Kirche in St. Gertraud wurde 1289 erstmals urkundlich erwähnt.

Ab dem Spätmittelalter war der Bergbau und die Eisenverarbeitung prägend; in Frantschach bestand ein Hammerwerk, in St. Gertraud ein Hammer und ein Hochofen und in Wölch wurde Erz abgebaut. 1759 kamen die Betriebe vom Hochstift Bamberg zunächst an den österreichischen Staat, 1825 wurden sie von der Wolfsberger Eisenwerksgesellschaft und 1846 schließlich vom schlesischen Unternehmer Hugo Henckel von Donnersmarck aufgekauft. Er ließ 1847/48 in St. Gertraud einen modernen Hochofen errichten, wandelte aber auch angesichts der sich abzeichnenden Krise des Montanwesens 1882 das Frantschacher Werk in eine Zellulosefabrik um. Daraus entstand das heutige Unternehmen Mondi Packaging Frantschach.

Bei der Bildung von Ortsgemeinden im Jahr 1850 konstituierten sich zunächst die drei Gemeinden Gösel, Kamp und Wölch, die sich zwischen 1954 und 1963 erstmals zur Gemeinde Frantschach-St. Gertraud zusammenschlossen. Bei der Gemeindereform 1973 wurde die Gemeinde aber schon in die Großgemeinde Wolfsberg eingemeindet. Nach einer Volksbefragung 1991 wurde sie zum 1. Jänner 1997 wieder selbständig, und damit ist Frantschach-St. Gertraud Kärntens jüngste Gemeinde. Wolfsberg wollte die Abspaltung Frantschachs bis zuletzt verhindern, weil in Frantschach mit der Papier- und Zellstofffabrik ein großer Steuerzahler beheimatet ist.

Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung wurde der Gemeinde im Jahr 2001 das Recht zur Führung der Bezeichnung „Marktgemeinde“ verliehen.

Bevölkerung

Laut Volkszählung 2001 hat Frantschach-Sankt Gertraud 3.148 Einwohner, davon besitzen 92,5 % die österreichische, 2,7 % die bosnische und 1,8 % die kroatische Staatsbürgerschaft. 89,3 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen, 1,1 % zur evangelischen Kirche und 3,7 % sind islamischen Glaubens. 4,9 % ist ohne religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die Pfarrkirche St. Gertraud in der gleichnamigen Ortschaft ist ein spätgotischer Bau aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. In ihr befindet sich an der Westwand ein um 1420 entstandenes gotisches Fresko. Ein Vorgängerbau wurde 1289 erstmals urkundlich erwähnt, seit 1539 ist St. Gertraud Pfarre.
  • Die Pfarrkirche St. Nikolaus in Kamp ist in ihrer heutigen Gestalt ebenfalls im spätgotischen Stil errichtet (Ende 15./Anfang 16. Jahrhundert), urkundlich erwähnt wurde sie bereits 1346 (unsicher) und 1399.
  • Der Frantschacher Hochofen ist an der Lavant nördlich von St. Gertraud gelegen. Der 1848 errichtete, mit gotisierenden Schmuckformen versehene turmartige Bau ist als Wahrzeichen im Wappen der Gemeinde enthalten.

Wirtschaft und Infrastruktur

Der größte Betrieb in der Gemeinde ist die Papier- und Zellstofffabrik der Mondi Packaging Frantschach. Der Tourismus spielt auch eine gewisse Rolle, bei St. Gertraud befindet sich das Skigebiet Weinebene, nicht weit sind Hebalm und Koralpe.

Durch das Gemeindegebiet führt die Packer Straße (B 70) sowie die Bahnstrecke der Lavanttalbahn.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 23 Mitgliedern und setzt sich seit den Gemeinderatswahlen 2009 wie folgt zusammen:[1]

Direkt gewählter Bürgermeister ist Günther Vallant (SPÖ).[2]

Wappen

Im Schildfuß des Wappens der Gemeinde sind die drei gotischen Jochen der Pfarrkirche von St. Gertraud angedeutet, darüber der 1847/48 gebaute Hochofen. Laubblatt und Fichtenzweig stehen für die bis heute bedeutende Frantschacher Papier- und Zellstoffproduktion. Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 3. Juni 1999 verliehen, die Fahne zeigt die Farben Grün-Weiß mit eingearbeitetem Wappen.

Einzelnachweise

  1. Amt der Kärntner Landesregierung, abgerufen 17. März 2009.
  2. Amt der Kärntner Landesregierung, abgerufen 17. März 2009.

Weblinks