Franz-Grillparzer-Preis

Der Grillparzer-Preis ist ein Literaturpreis, der 1872 zum 80. Geburtstag Franz Grillparzers von seiner Verlobten Katharina Fröhlich gestiftet wurde. Den Stiftungsbetrag erhielt nach dem Tod seiner Verlobten die Akademie der Wissenschaften in Wien.[1]

Der Preis wurde bis 1971 jedes dritte Jahr für „das relativ beste deutsche dramatische Werk, das im Lauf der letzten 3 Jahre auf einer namhaften Bühne zur Aufführung gelangte und nicht schon vorher von anderer Seite durch einen Preis ausgezeichnet worden ist“ verliehen.

Inhaltsverzeichnis

Preisträger der Akademie der Wissenschaften

Grillparzer-Preis ab 1990

Im Sommer 1990 wurde das Verschwinden des Grillparzer-Preises vom Kulturpublizisten Christian Michelides entdeckt und zum Skandal erhoben. Es formierte sich daraufhin ein Komitee zur Rettung des Grillparzer-Preises, welches die Österreichische Akademie der Wissenschaften wegen Veruntreuung anzeigte. Der zuständige Kulturminister Erhard Busek verweigerte jedoch – aus Budgetgründen – die Neuvergabe des alten Preises.

Von 1991 bis 1993 wurde ein von der Hamburger Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. zur Verfügung gestellter Kultur- und Literaturpreis für herausragende Leistungen, vornehmlich auf dem Gebiet des österreichischen Geisteslebens, durch die Universität Wien verliehen. Dieser Preis war aufgrund der großdeutschen Vergangenheit des Stifters, als auch wegen der den Nationalsozialismus verherrlichenden Gedichte der Jurorin Gertrud Fussenegger im Jahr 1991 Anlass für heftige Kritik in Österreich. 1992 konnte der Preisträger Hans Lebert gesundheitsbedingt nicht an der Verleihung teilnehmen, er ließ jedoch den Burgschauspieler Wolfgang Gasser seine Rede verlesen, eine geharnischte Abrechnung mit der großdeutschen Ideologie des Stifters. Der deutsche Botschafter Philipp Jenninger verließ empört den Saal.

1993 vergaben Anonyme Aktionisten rund siebenundzwanzig Grillparzer-Preise an fast alle namhaften Autoren Österreichs, indem sie einerseits namens der Universität Wien Telegramme an die fiktiven Preisträger und zugleich gefälschte Preisverleihungsbekanntgaben an die Medien verschickten, an jede Zeitung einen anderen Preisträger. Eine Vielzahl von Fehlmeldungen war die Folge, zahlreiche Schriftsteller freuten sich über die irrige Vergabe und nahmen den Preis an. Tatsächlicher Preisträger des Toepfer’schen Grillparzer-Preises war der damals schon von Vergesslichkeit gezeichnete Albert Drach, der den Preis unter massivem Polizeischutz tatsächlich erhielt und auch annahm. Daraufhin wurde der Preis klanglos eingestellt.

Grillparzer-Preis der Stadt Wien in den Jahren des Nationalsozialismus

Preisträger der Hamburger Toepfer-Stiftung

Der von Alfred Toepfer gestiftete Preis wird für herausragende Leistungen vornehmlich auf dem Gebiet des österreichischen Geisteslebens vergeben. Der durch die Alfred Toepfer Stiftung F. V. S. zur Verfügung gestellte Preis wird von der Universität Wien verliehen.[1] Erhalten haben diesen Preis:

Preisträger der Anonymen Aktionisten

Einzelnachweise

  1. a b Eintrag zu Franz-Grillparzer-Preis in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online  (auf AEIOU) abgerufen am 16. Dezember 2011