Franz Frimmel

Franz Frimmel, auch: Franz Frimmel von Traisenau oder František Frimmel von Traisenau, (* 6. April 1888 in Wien; † 19. November 1957 in Olomouc) war ein österreichisch-tschechischer Botaniker. Er war Pionier der europäischen Pflanzenzüchtung.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Franz Frimmel studierte Botanik an der Universität Wien. Er war während seines Studiums eng mit dem Physiker Erwin Schrödinger befreundet.

Frimmel wurde ordentlicher Professor und Ordinarius für Landwirtschaft an der Deutschen Technischen Hochschule Brünn.[1]

1918 wurde Franz Frimmel Leiter des 1912 gegründeten Mendel-Institutes für Genetik und Pflanzenzüchtung in Eisgrub in Nachfolge des Wiener Professors Dr. Erich Tschermak-Seysenegg. Er war zudem Professor für landwirtschaftliche Botanik an der 1919 gegründeten Mendel-Universität für Land- und Forstwirtschaft Brünn (MUAF). Frimmel war Vorreiter in der Pflanzenzüchtung und wurde mit seinen Forschungen zur Aufzucht von Obstpflanzen, insbesondere von Tomaten, international bekannt.

Frimmel blieb in der Tschechoslowakei, wo er bis zu seinem Tod 1957 ein Tabakforschungsinstitut in Olmütz leitete.[2]

Sein Herbarium wurde in das Herbarium des heutigen Instituts für Botanik und Zoologie der Masaryk-Universität in Brünn (BRNU) eingegliedert.

Schriften

  • Die untere Kutikula des Taxus - Blattes - ein Lichtreflektor, 1911
  • Nochmals die untere Kutikula des Taxus-Blattes, 1912
  • Bericht über die vom Naturwissenschaftlichen Verein der k.k. Universität Wien zu Pfingsten 1911 veranstaltete Reise nach Südkrain, Istrien und der Insel Arbe, 1914
  • Über einige antike Samen aus dem Orient, 1914
  • Die Rebenzüchtung in Südmähren. Ein Zehnjahresbericht 1922-1931, Prag 1932, 70 S. (Sbornik výzkumných ústavu zemedelských CSR. 94.), zusammen mit Albert Stummer
  • Hofrat Prof. Dr. Dr. h. c. Richard Wettstein-Westersheim, 1932
  • Hofrat Prof. Dr. Dr. h. c. Erich Tschermak-Seisenegg zu seinem 60. Geburtstage, 1932
  • Heterosis-Versuche an Karotten, 1938, zusammen mit K. Lauche
  • Franz Schindler, 1938
  • Beitrag zur Xenienfrage bei Roggen, 1939
  • Neue Wege der Gurkenzüchtung, 1940
  • Versuch einer Bekämpfung der Mosaikkrankheit der Tomaten, 1940
  • Die züchterische Bedeutung der Remontierfähigkeit
  • Die Bedeutung der Züchtung von Heterosissorten, 1941
  • Welcher Artbildungsvorgang hat zur Domestikationsform Lycopersicum esculentum Mill. geführt ?, 1943
  • Die Praxis der Pflanzenzüchtung auf wissenschaftlicher Grundlage für Pflanzenzüchter, Studierende, Landwirte und Gärtner., Parey Berlin, 1951, 159 S.

Literatur

  • Erich Tschermak-Seysenegg: Frimmel von Traisenau, Franz. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Duncker & Humblot, Berlin 1961, S. 614 (Digitalisat).
  • Nachruf für Professor Dr. Franz Frimmel, (Volume 28, Number 3 / January, 1958) in Journal TAG Theoretical and Applied Genetics, Springer Berlin / Heidelberg, S. 97-99, ISSN 0040-5752
  • Lužný, J., Lebeda, A. et Křístková, E. (2004): A dedication to Franz Frimmel, a Czech leader of cucurbit breeding. In: Lebeda, A., Paris, H.S. (Eds.): Progress in Cucurbit Genetics and Breeding Research. Proceedings of Cucurbitaceae 2004, the 8th EUCARPIA Meeting on Cucurbit Genetics and Breeding. Palacký University in Olomouc, Olomouc (Czech Republic), S. 39–43. (Věnováno Franzi Frimmelovi, průkopníku šlechtění tykvovitých v českých zemích)

Quellen

  1. „Wissenschaftspolitik im Nationalsozialismus und die Universität Prag“, Gerd Simon/ Gesellschaft für interdisziplinäre Forschung Tübingen
  2. „Studien zur mitteleuropäischen Kultur und Zeitgeschichte“, Dreisselberg 2004

Weblinks