Franz Fritsch

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Schriftsteller siehe Franz Xaver Fritsch

Franz Fritsch (* 5. Dezember 1895 in Wien; † 28. Mai 1955) war ein österreichischer Politiker (SPÖ), Wiener Landtagsabgeordneter und Mitglied des Gemeinderats sowie Amtsführender Stadtrat. Fritsch war verheiratet und Vater einer Tochter. Er lebte in den 1950er Jahren im 3. Wiener Gemeindebezirk Landstraße.

Fritsch war als Sohn eines Fleischhauermeisters geboren worden und erlernte das Gewerbe seines Vaters. Er trat 1913 den Freien Gewerkschaften und 1914 der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs bei. Fritsch leistete seinen Kriegsdienst während des Ersten Weltkriegs bei der Artillerie an der italienischen Front ab und übte nach dem Krieg seinen erlernten Beruf aus. Zudem engagierte er sich verstärkt in Gewerkschaft und Politik. Fritsch arbeitete bis 1931 als Fleischhauer und wurde 1931 Beamter der Arbeiterkrankenkasse. Nach dem Verbot der Sozialdemokratischen Partei 1934 und dem „Anschluss“ 1938 litt Fritsch wegen seiner politischen Gesinnung unter großen Schwierigkeiten. 1938 wurde Fritsch für einige Zeit seiner Arbeitsstelle enthoben, wurde jedoch nach einigen Monaten auf Grund des Facharbeitermangels wieder in seiner alten Position eingesetzt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Fritsch im April 1945 von Bürgermeister Theodor Körner und auf Vorschlag der KPÖ als Amtsführender Stadtrat in die Wiener Landesregierung berufen, trat jedoch kurze Zeit später zur SPÖ über. Er verlor daraufhin seinen Stadtratsposten mit dem 19. November 1945, den die KPÖ für sich beanspruchte.[1] Nach den Gemeinderatswahlen 1945 wurde Fritsch bis 1949 Gemeinderat und Abgeordneter zum Landtag, am 5. Dezember 1949 wurde er schließlich erneut als Amtsführender Stadtrat gewählt. Er erhielt das Ressort Personalangelegenheiten, Verwaltungs- und Betriebsreform und legte dieses Amt am 22. Oktober 1952 nieder.

Nach seinem Tod wurde Fritsch am Ottakringer Friedhof bestattet.

Einzelnachweise

  1. wien.gv.at Wiener Rathauskorrespondenz, 18. April 1945

Literatur

  • Magistrat der Stadt Wien (Hrsg.): Der Gemeinderat der Stadt Wien, der Wiener Landtag, der Wiener Stadtsenat, die Wiener Landesregierung 1945 – 1985. Magistratsdirektion, Wien 1986.
  • Wer ist wer in Österreich. Wien u. a. 1951, ZDB-ID 380426-4.