Franz Künzel

Franz Künzel

Franz Künzel (* 3. März 1900 in Oberrosenthal bei Reichenberg; † 14. Juli 1986 in Alsfeld) war ein deutscher Politiker der NSDAP und SdP).

Leben und Wirken

Nach dem Besuch der Volksschule in Katharinberg und der Oberrealschule in Reichenberg legte Künzel 1918 die Kriegsreifeprüfung ab, um anschließend bis zum Zusammenbruch des österreichischen Kaiserreiches im Herbst 1918 mit dem k. und k. Infanterieregiment 42 am Ersten Weltkrieg teilzunehmen.

Als Sudetendeutscher wurde Künzel im Zuge der europäischen Neuordnung in den ersten Nachkriegsjahren Staatsbürger des 1919 neu errichteten Staates der Tschechoslowakei. Von 1919 bis 1923 absolvierte er eine landwirtschaftliche Akademie bzw die landwirtschaftliche Abteilung der deutschen technischen Hochschule zu Prag in Tetschen-Liebwerd. Danach unterrichtete er von 1924 bis 1930 als Lehrer an der Deutschen Bauernschule zu Großullersdorf.

In den Jahren 1930 bis 1935 bestritt Künzel seinen Lebensunterhalt als Revisor beim Zentralverband der deutschen Landwirtschaftlichen Genossenschaften Mährens, Schlesiens und der Slowakei in Brünn. In den Jahren 1932 und 1933 unterrichtete er außerdem als Dozent am pädagogischen Seminar des Landwirtschaftsministeriums in Prag. Die Jahre 1935 bis 1937 sahen ihn als Leiter des Amtes für Agrarpolitik und Bauernfragen der Sudetendeutschen Partei (SdP) in Prag. Ebenfalls seit 1935 war Künzel Mitglied der Hauptabteilung beziehungsweise des Führungsrates und des politischen Ausschusses der Sudetendeutschen Partei, denen er jeweils bis 1938 angehörte. Parlamentarische Erfahrungen sammelte er von 1935 bis 1938 als Mitglied des Abgeordnetenhauses der tschechoslowakischen Nationalversammlung in Prag.

1938 übernahm Künzel die Leitung des Amtes für Volksorganisation. Nach dem deutschen Einmarsch und der Annexion des Sudetenlandes im Herbst 1938 wurde Künzel von Konrad Henlein zum Gauamtsleiter des sogenannten Gaugrenzlandamtes und zum Gaubeauftragten der Volksdeutschen Mittelstelle sowie zum Verbandsleiter der sudetenländischen landwirtschaftlichen Genossenschaften ernannt. Nach einer Ergänzungswahl trat Künzel am 4. Dezember 1938 als Abgeordneter in den nationalsozialistischen Reichstags in Berlin ein, dem er bis zum 31. März 1943 als Reichswahlvorschlag der sudetendeutschen Gebiete angehörte. Sein Mandat wurde anschließend bis Kriegsende von Günther Prager weitergeführt.

Im Sommer 1942 unterlag Künzel in einer Auseinandersetzung um die Kriterien der Wiedereindeutschungsfähgikeit gegen die SS. Seine Dienststelle wurde in der Folge aufgelöst und in ein SS-kontrolliertes Gauamt für Volkstumsfragen umgewandelt.[1]

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte Künzel in der Bundesrepublik.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Isabel Heinemann: Rasse, Siedlung, deutsches Blut, 2003, S. 177.