Franz Karl Ludwig von Wied zu Neuwied

Franz Karl Ludwig von Wied zu Neuwied (* 19. Oktober 1710; † 9. Oktober 1765 in Neuwied) war ein königlich preußischer Generalleutnant, Träger des Schwarzen Adlerordens und Chef des Infanterie-Regiments Nr. 41.

Er war der jüngste Sohn von Friedrich Wilhelm von Wied zu Neuwied (1684–1737) und Luise Charlotte von Dohna einer Tochter des Generalfeldmarschalls Alexander von Dohna.

Leben

Durch seinen Großvater kam er in preußische Kriegsdienste. Im Mai 1730 bekam er im Infanterie-Regiment Nr. 17 (Sydow) eine eigene Kompanie. 1736 wurde er Major im Infanterie-Regiment Nr. 26 (Kleist) und nahm 1737 seinen Abschied und ging nach Ungarn. Er wurde dort kaiserlicher Oberstleutnant im Dragoner-Regiment Savoyen. Er blieb dort bis zum Ende des Krieges mit den Türken. 1740 ging er erneut in preußische Dienste unter König Friedrich II. Am 18. April 1742 wurde er zum Oberst und Kommandeur des Füsilier-Regiments Dohna ernannt.

Einen besonderen Auftrag bekam er am 31. Mai 1744 in Wesel. Mit dem Tod des letzten Fürsten von Ostfriesland fiel das Land an Preußen. Wied hatte den Auftrag mit 400 Mann von Wesel nach Ostfriesland zu ziehen, um das Erbe zu sichern.

Am 27. Juli 1746 übernahm er das Infanterie-Regiment Nr. 41 Riedesel. Am 28. September 1749 wurde er zum Generalmajor ernannt und am 3. April 1760 wurde er Generalleutnant.

Nach seinem tapferen Verhalten in der Schlacht bei Liegnitz bekam er am 16. August 1760 den Schwarzen Adlerorden.

Während des Siebenjährigen Krieges kämpfte er 1756 in Sachsen und 1757 in Böhmen und Schlesien. Während der Schlacht von Breslau verteidigte er die Festung Brieg. Nachdem der König in Schlesien angekommen war, war er bei der Belagerung von Breslau und 1758 bei der von Olmütz. Er kämpfte in der Schlachten von Zorndorf, Kunersdorf, Liegnitz und Torgau. Daneben befehligte er ein Korps mit dem er die schlesischen Gebirge sicherte und mit dem er sogar 1762 bis nach Böhmen vorstieß. Nach der Übergabe von Schweidnitz führte er das Korps nach Sachsen. Nach dem Frieden im Jahr 1763 führte er sein Korps zurück nach Minden.

Er starb am 9. Oktober 1765 in Neuwied angeblich durch einen Unfall mit einem Jagdgewehr.

Sein Name wurde 1851 auf einer der Ehrentafeln am Reiterstandbild Friedrichs des Großen verewigt.

Familie

Er heiratete am 3. September 1747 Sophia Louise von Dohna-Carwinden (* 9. Oktober 1727; † 19. März 1749). Dar Paar hatte eine Tochter, die kurz nach der Geburt 1749 starb.

Literatur

  • Friedrich von der Wengen: Karl Graf zu Wied, Königlich Preussischer Generalleutnant. Ein Lebensbild zur Geschichte der Kriege von 1734 bis 1763 nach den hinterlassenen Papieren des Verewigten und anderen ungedruckten Quellen. (Digitalisat)
  • Fortgesetzte, Neue Genealogisch-Historische Nachrichten von den Vornehmsten Begebenheiten, welche sich an den Europäischen Höfen zugetragen. 49. Teil, 1766, S. 583–585. (Digitalisat)
  • Anton Balthasar König: Biographisches Lexikon aller Helden und Militairpersonen, Band 3, S. 216–218. (Digitalisat)
  • Bernhard von Poten: Neuwied, Karl Graf von Wied zu. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 23, Duncker & Humblot, Leipzig 1886, S. 558 f.