Franz Marek

Franz Marek (* 18. April 1913 in Przemyśl, Galizien; † 28. Juni 1979 in Neukirchen, Oberösterreich) war einer der führenden Intellektuellen der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) und später, gemeinsam mit Ernst Fischer, ein Repräsentant des Eurokommunismus.

Leben und Wirken

Marek, der polnisch-jüdischer Abstammung war, betätigte sich illegal im österreichischen Ständestaat und in der französischen Résistance. Er wurde verhaftet, gefoltert und erwartete 1944 im Gestapo-Gefängnis von Fresnes bereits die unmittelbar bevorstehende Hinrichtung, überlebte aber infolge des Abzugs der deutschen Truppen. Nach 1945 gehörte Marek der Führungsgruppe der KPÖ an, war lange Jahre Mitglied des Politbüros und galt als zwar brillant aber als ideologischer Hardliner und Stalinist (etwa im Vergleich zu Viktor Matejka). In den 1960er-Jahren ging Marek so wie Fischer langsam auf reformistische Positionen über, beeinflusst durch den Prager Frühling und möglicherweise auch durch seine Lebenspartnerin, die Journalistin Barbara Coudenhove-Kalergi.

Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings durch die Okkupation der ČSSR im August 1968 und nachdem die Hoffnungen der Reformer (bzw aus gegnerischer Sicht: Revisionisten), innerhalb der KPÖ eine gegenüber der Sowjetunion kritische Linie durchzusetzen, gescheitert waren, versuchte Franz Marek ab 1969 als Chefredakteur des Wiener Tagebuchs eine unabhängige linke Linie zu verfolgen.

Werke (Auswahl)

  • Frankreich von der dritten zur vierten Republik, Wien 1947
  • Stalin, der Mensch und sein Werk, Wien 1949
  • Philosophie der Weltrevolution, Wien 1966 (englisch New York 1969)

Weblinks