Franz Mayr von Melnhof (1810–1889)

Franz Freiherr Mayr von Melnhof (1810–1889) um 1880

Franz Mayr, seit 1859 Mayr von Melnhof, seit 1872 Freiherr Mayr von Melnhof (* 23. August 1810 in Leoben; † 28. Dezember 1889 ebenda) war ein österreichischer Industrieller.

Er war der Sohn des Leobener Gastwirtes und Industriepioniers Franz Mayr. Nach seinem Studium an der Bergakademie in Schemnitz arbeitete er zehn Jahre in der englischen Montanindustrie, wo er sich umfangreiche Fachkenntnisse im Eisenwesen erwarb. 1840 trat er in den Betrieb des Vaters ein und führte das englische Puddelverfahren anstelle des Frischens ein. Er erweiterte 1845/46 den Betrieb in Donawitz durch den Bau der „Karolihütte“ und 1852 durch die „Theodorahütte“. 1859 wurde er mit dem Prädikat „von Melnhof“ geadelt und 1872 in den Freiherrenstand erhoben. Im Jahre 1872 verkaufte er die gesamten Mayr’schen Eisenwerke in Donawitz noch rechtzeitig vor dem Preisverfall der Gründerkrise, an die Innerberger Hauptgewerkschaft, die neun Jahre später, im Jahre 1881, der damals gegründeten Österreichisch-Alpine Montangesellschaft beitrat.

Freiherr Mayr von Melnhof errichtete auch eine Gussstahlfabrik in Kapfenberg, die 1894 an die Gebrüder Böhler verkauft wurde. Im Jahre 1874 erfolgte durch ihn die Gründung der Steirischen Montanwerke. In seiner Ära wurde außerdem ein großer Teil des noch heute der Familie Mayr-Melnhof gehörenden umfangreichen Waldbesitzes erworben. Sein Nachfolger als Unternehmensleiter wurde sein Sohn Franz (1854-1893).

Literatur

Weblinks