Franz Scholl

Franz von Scholl, Lithographie von Josef Kriehuber, 1835

Franz Scholl (* 8. Januar 1772 in Aachen; † 3. September 1838 in Verona) war ein österreichischer Offizier sowie Ingenieur für Festungsbau.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Rheinseitige Teilansicht der Reduit in Mainz-Kastel
Sperre Nauders von Süden

Scholl begann seine militärische Laufbahn, die er bis zum Dienstgrad Feldmaschall-Lieutenant durchlief, im Jahr 1796. Er war zwischen 1796 und 1815 an verschiedenen Feldzügen in Italien, Frankreich und Deutschland: Feldzüge am Rhein, Blockade von Venedig, Völkerschlacht bei Leipzig, Beschießung von Erfurt und Belfort, Blockade von Besançon.

Mit der Bau- und Befestigungskunst beschäftigte er sich bereits früh. Die Ideen und Intentionen Marc-René de Montalemberts haben Scholl entscheidend beeinflusst. Die Entwicklung des Systems detachierter Forts, Entfallen des Typs Bastionsfestung hin zum Tenaillensystem übernahm er, die Anordnung von mehrgeschossigen Geschützetagen in polygonalen oder runden Kavalieren in tiefer gelegten Türmen geht auf ihn zurück. Während der Blockade von Venedig 1805 konnte er seine Neigungen erstmals praktisch umsetzen. Seine verbesserten Schanzen erlangten die Aufmerksamkeit und Billigung des Geniedirektors vor Ort.

Werk

Scholl wurde zum Festungsbau in der Steiermark im Königreich Illyrien und in Triest eingesetzt, ebenso wie zur Befestigung von Altenmarkt, Leutasch, Spital am Pyhrn und der Position bei Prewald .

Im Jahr 1824 wurde er zur Leitung des Ausbaus der Festung Mainz berufen. Unter seiner Genie Direktion errichtete er eine Reihe von Bauten, die zu den markantesten der österreichischen Festungsbaugeschichte gehören. In Mainz zählten hierzu die Forts Weisenau, Heiligkreuz, Hartenberg und die Reduit. 1832 wurde er mit dem Entwurf der Franzensfeste beauftragt. Ab 1833 baute er die Festung Verona im Festungsviereck Mantua-Peschiera del Garda-Verona-Legnago aus und ließ die Straßensperre Nauders in der Zeit von 1834 bis 1840 errichten.

Orden und Ehrenzeichen

Am 4. April 1831 erhielt Scholl in Anerkennung seiner erworbenen Verdienste um den Ausbau der Bundesfestung Mainz das Komturkreuz II. Klasse des Militär-St.-Heinrichs-Ordens verliehen.[1] 1833 wurde Scholl in den einfachen Adelsstand berufen. Franz II. verlieh ihm nach Besichtigung der Franzensfeste 1838 unmittelbar vor seinem Tod das Kommandeurskreuz des österreichisch-kaiserlichen Leopold-Ordens.

Im Alter von 56 Jahren starb der Ingenieur Franz Scholl am 3. September 1838 in Verona. Im Oesterreichischen Soldatenfreund (1853) wird er als „österreichischer Vauban“ bezeichnet.

Werke

  • Fortifikatorisches Glaubensbekenntnis.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Der Königlich Sächsische Militär-St. Heinrichs-Orden 1736-1918, Ein Ehrenblatt der Sächsischen Armee, Wilhelm und Bertha von Baensch-Stiftung, Dresden 1937, S. 53