Franz Xaver Ohnesorg

Franz Xaver Ohnesorg (* 9. März 1948 in Weilheim in Oberbayern) ist ein deutscher Musikmanager.

Leben

Ohnesorg ist der Sohn eines Bäckermeisterehepaares. Nach dem Abitur, das er 1968 am Adolf-Weber-Gymnasium in München ablegte, studierte er von 1968 bis 1973 in München Betriebswirtschaftslehre sowie im Studium Generale Musik- und Theaterwissenschaften sowie Kunstgeschichte. Die akademische Ausbildung schloss er als Diplom-Kaufmann ab. Im Anschluss arbeitete Ohnesorg als freier Journalist für verschiedene Rundfunkanstalten. 1978 wurde er Orchesterdirektor der Münchner Philharmoniker und gewann 1979 Sergiu Celibidache als neuen Generalmusikdirektor. Von 1983 bis 1999 war er zunächst Direktor und später Indendant der Kölner Philharmonie. Zum Ende seiner Kölner Tätigkeit wurde ihm vom Aufsichtsrat der KölnMusik GmbH der Ehrentitel „Gründungsintendant der Kölner Philharmonie“ verliehen.

1994 gründete er die MusikTriennale Köln als ein Festival, das sich ursprünglich ganz der Musik der Gegenwart widmet. 1999 folgte er der wiederholten Einladung von Isaac Stern und wurde der erste nicht-amerikanische Executive and Artistic Director der Carnegie Hall in New York City. Nach zweieinhalb Jahren akzeptierte er schließlich den Ruf des Berliner Senats und kehrte als Intendant der Berliner Philharmoniker nach Europa zurück. Zum Ende der Ära Claudio Abbado wirkte er maßgebend an der Umwandlung des Orchesters in eine Stiftung mit und bereitete so die Regentschaft des neuen Chefdirigenten Sir Simon Rattle vor.

Als Anfang 2003 sämtliche Verträge für die erfolgreiche Praxis der Stiftung und auch deren Finanzierung erarbeitet waren, kehrte er wieder ganz ins Rheinland zurück. Von dort aus lenkte er schon seit 1996 als Künstlerischer Leiter das Klavier-Festival Ruhr und entwickelte es als künstlerisches Leitprojekt des Initiativkreis Ruhr während der letzten Jahre zum inzwischen weltweit bedeutendsten Klavierereignis. Zum 1. Juni 2005 wurde Franz Xaver Ohnesorg zudem zum Geschäftsführer des Initiativkreises Ruhr und damit auch zum Intendanten des Klavier-Festivals Ruhr berufen. In dieser neuen Rolle restrukturierte er die Organisation des Klavier-Festivals Ruhr und schuf mit einem erheblich erweiterten Personalstamm so die Voraussetzung für den seitdem deutlich verstärkten künstlerischen und wirtschaftlichen Erfolg des Festivals. Auf dieser Basis konnte der Initiativkreis Ruhr zum Ende des Kulturhauptstadtjahres 2010 die Gründung der Stiftung beschließen, um so den dauerhaften Bestand des Klavier-Festivals Ruhr zu sichern. Zum 1. Januar 2011 wurde Franz Xaver Ohnesorg als Intendant des Klavier-Festivals Ruhr deshalb zudem zum Vorstand der Stiftung Klavier-Festival Ruhr und zum Geschäftsführer der Klavier-Festival Ruhr Sponsoring und Service GmbH ernannt. Da Ohnesorg keine Führungsposition bei einer namhaften Philharmonie oder einem renommierten Festival anstrebt, widmet er sich in Zusammenarbeit mit Kindergärtnerinnen der frühkindlichen Musikerziehung.

In zahlreichen Ehrenämtern dient er z.B. im Vorstand des Zentralen Dombau-Vereins in Köln, des Beethoven-Hauses in Bonn und als Mitglied des Organisationskomitees der International Telekom Beethoven Competition Bonn und als Senior Counsellor der American Academy in Berlin.

Auszeichnungen

Für seine Arbeit als Intendant der Kölner Philharmonie wurde er bereits im Jahr 1994 mit der Dr. Kurt Neven DuMont-Medaille ausgezeichnet, der zahlreiche Ehrungen bürgerschaftlicher Vereinigungen folgten. 1997 erhielt er den Sonderpreis des Echo-Klassik und 1998 die Verdienstmedaille des Deutschen Komponistenverbandes.

Das Land Nordrhein-Westfalen ernannte Franz Xaver Ohnesorg 1999 zum Professor. Österreich ehrte ihn für sein langjähriges idealistisches Wirken beim Lockenhauser Kammermusikfest schon 1993 mit dem Verdienstkreuz für Wissenschaft und Kunst, dem 2002 wegen seines Einsatzes für die Wiener Philharmoniker der Orden 1. Klasse folgte. Beim Deutschen Musikrat wurde er Ehrenmitglied. Die Bayerische Akademie der Schönen Künste zeichnete ihn 2003 mit der Wilhelm-Hausenstein-Ehrung für Verdienste um kulturelle Vermittlung aus und begründete dies mit „seiner Entdeckerfreude, seiner Symphatie für Experimente und seinen strengen Blick auf Kompetenz und Substanz

Weblinks