Freisitz Auerberg

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Freisitz Auerberg
Alternativname(n): Parzhof, Auerperg, Au-Berg, Auberg
Entstehungszeit: erste urk. Erwähnung 1458, 1596 zum Freisitz erhoben
Erhaltungszustand: abgekommen
Ständische Stellung: adeliger Freisitz
Ort: Linz
Geographische Lage 48° 18′ 0,6″ N, 14° 16′ 53,9″ O48.30017588640114.281635403568Koordinaten: 48° 18′ 0,6″ N, 14° 16′ 53,9″ O
Freisitz Auerberg (Oberösterreich)
Freisitz Auerberg

Der Freisitz Auerberg lag am Fuße des Pöstlingbergs in Linz (Aubergstraße 1 und 2).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ursprünglich stand hier der sogenannte „Parzhof“ (Parthshoff, erstmals 1458 urkundlich erwähnt als der Linzer Bürger Anton Pechrär dem Hanns von Starhemberg sein Gut, genannt am Parz, verkaufte). 1564 ist der Parzhof durch Heirat mit der Witwe Appolonia Topler an Hanns Georg Auer (1533-1583) von Herrenkirchen und zu Gunzing (Gundzing) gekommen. Dieser nahm als Rat und Anwalt der Landeshauptmannschaft in Oberösterreich eine wichtige Stellung ein. Unter seiner Witwe bzw. seinen Kindern ist der Parzhof unter dem Namen Auerperg am 29. September 1596 durch ein Privileg von Kaiser Rudolf II. zu einem adeligen Sitz erhoben worden.

Die Auer von Herrenkirchen sind ursprünglich in Niederbayern und in Schwaben nachgewiesen, ab 1400 haben sie das Gut Gunzing bei Aidenbach besessen und ihre Familie danach benannt. [1] Gunzing ist ihnen 1501 von den Grafen von Ortenburg als Ritter-Mann-Lehen verliehen worden. Der Sohn des Hanns Georg Auer, Georg Wolff (1576-1620), verheiratet mit Barbara von Ho(c)hberg, war ebenfalls oberösterreichischer Landrat und besaß den Auerberg sowie ein weiteres Haus (Hauptplatz 16) in Linz. Seine Witwe sah sich aber ihrer evangelischen Religion wegen genötigt, ihre Linzer Güter 1631 (Sitz Auerberg samt Burgfried, adeliger Freiheit und Reißgejaidt) an den Grafen Heinrich Wilhelm von Starhemberg zu veräußern.

1676 wurde Auberg verpachtet und 1689 kaufte der Braumeister Krakowitzer den Freisitz und errichtete dort seine Brauerei. Diese hatte bis 1809 Bestand. 1809 musste das Haus abgebrochen werden, 1810 wurde es neu errichtet. [2]

Aubergstraße 1 in Linz

Freisitz Auerberg heute

1851 kam Auberg verwaltungsmäßig an Urfahr und wurde nach dem Ersten Weltkrieg für die Besiedelung und Wohnverbauung freigegeben. In der Zwischenkriegszeit (zw. 1926 und 1936) wurden dort weitere Siedlungshausprojekte (z. B. durch „Baureform“ oder „Deutsches Haus“) im Anschluss an die ältere Verbauung am Fuß des Berges verwirklicht. Im oberen Bereich kamen am Auberg sozialer Wohnungsbau und Einzelvillen nach dem Zweiten Weltkrieg dazu. [3] An der Stelle des ehemaligen Freisitzes befindet sich nun ein Wohnhaus.

An die Vergangenheit des ehemals bestehenden Freisitzes erinnern noch die Auberg- und die Parzhofstraße in Linz-Urfahr.

Literatur

  •  Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5.
  •  Georg Grüll: Burgen und Schlösser in Oberösterreich, Band 1: Mühlviertel. Birken-Verlag, Wien 1962.
  • Erich Trinks: Der Freisitz Auerberg bis zum Übergang an die Starhemberg im Jahre 1631. In Jahrbuch der Stadt Linz 1950, Linz, 1951, S. 318 ff.

Einzelnachweise

  1. Zedlers Lexikon
  2. Benedikt Pillwein: Geschichte, Geographie und Statistik des erzherzogthums Oesterreich ob der Enns, Band 1. British Library, Historical Print Editions: London, 2011, ISBN 978-1241414702).
  3. Linzer Kultur Regionen