Friauler Krieg

Der Friauler Krieg (auch Gradiscaner Krieg oder Uskokenkrieg) war ein Konflikt zwischen Venedig und Erzherzog Ferdinand (dem späteren Kaiser Ferdinand II.) als Landesherrn von Innerösterreich.

Beide Parteien versuchten im Vorfeld noch eine gütliche Einigung durch den Vertrag von Wien 1612 zu erreichen, doch brach der Konflikt schon im Folgejahr wieder auf. Vordergründig ging es in dem Krieg um die von der Republik Venedig beklagte Piraterie der Uskoken von Senj in der Adria: Da die Uskoken, die vor der osmanischen Eroberung aus Bosnien an die Küste geflüchtet waren, auf habsburgischem Gebiet siedelten, verlangte Venedig von den Habsburgern ein Eingreifen. Eine Rolle bei dem Konflikt spielte allerdings auch Venedigs Anspruch auf eine Oberhoheit über die Adria sowie Habsburgs immer weiteres Vordringen in Obertitalien.

Da Erzherzog Ferdinand ein Ende der uskokischen Aktivitäten nicht bewirken konnte oder wollte, verschärften sich die Spannungen zu Venedig seit 1613. Zu Kriegshandlungen kam es allerdings erst als Venedig 1615 mit einem militärischen Vorgehen gegen das Territorium des Erzherzogs begann und schließlich Gradisca belagerte. Der Beginn dieses Krieges wird deshalb oft auch erst auf 1615 datiert, insbesondere unter der Bezeichnung Krieg von Gradisca. Die venezianische Belagerung von Giovanni de' Medici (1563–1621), wurde Mai 1617 verstärkt mit 3100 Söldnern, die in Holland von Johann Ernst (Nassau-Siegen), seinem Bruder Wilhelm (Nassau-Hilchenbach), Joachim Ernst von Schleswig-Holstein und Peter Melander von Holzappel gesammelt wurden. Auf habsburgsicher Seite kämpfte an der Seite Erzherzog Ferdinands auch erstmals Albrecht von Wallenstein. Kaiser Matthias hielt sich offiziell aus dem Krieg heraus.

Trotz der Abwehr der Belagerung von Gradisca erreichte Venedig sein Kriegsziel: am 26. September 1617 schloss es mit Ferdinand den Vertrag von Madrid in dessen Folge die Uskoken aus Senj vertrieben wurden. Allerdings verlor Venedig damit auch eine wirksame Waffe gegen die Osmanen in der Adria und wurde dann in den kommenden Jahrzehnten in mehrere schwere Kriege mit dem Osmanischen Reich verwickelt.

Literatur

  • Catherine Wendy Bracewell: The Uskoks of Senj – Piracy, banditry and holy war in the sixteenth-century Adriatic. Ithaca, London 1992.
  • Gunther Erich Rothenberg: The Austrian Military Border in Croatia, 1522–1714. Urbana 1960. (= Illinois Studies in the Social Sciences. 48).
  • Helfried Valentinitsch: Ferdinand II. – Die innerösterreichischen Länder und der Gradiskanerkrieg 1615–1618. In: Johannes Kepler 1571–1971 – Gedenkschrift der Universität Graz. 1975, S. 497–539.

Weblinks