Friedrich Sebastian Wunibald Truchsess zu Waldburg

Friedrich Sebastian Wunibald Truchsess zu Waldburg (* 1677; † 4. Juni 1745 in Hohenfriedeberg) war ein königlich-preußischer Generalleutnant, Träger des Schwarzen Adlerordens, Ritter des Johanniterordens und Komtur von Lagow.

Er war der Sohn des Generalleutnant Joachim Heinrich Truchsess von Waldburg († 14. Oktober 1718) und dessen Frau Freiin Maria Eleonore von Heydeck († 1692).

Leben

Er trat 1702 in preußische Dienste. Er wurde am 18. Mai 1715 in dem neuerrichteten „Regiments Löben zu Fuß“ (No. 26) Major und 1718 Oberstleutnant. Im Jahre 1736 begleitete er als Oberst im Namen des Königs den König Stanislaus von Polen auf seiner Reise ins Exil nach Frankreich durch die preußischen Staaten nach Geldern. Die Reise zog ihm die Ungnade des Königs und einige Arrest ein, beides hatte aber keine bleibenden Folgen. So wurde er 1739 zu Verhandlungen an den dänischen Hof geschickt, zu dieser Zeit war er auch Gesellschafter des Kronprinzen Friedrich. Dieser hatte viel Vertrauen und schickte Waldburg auch auf geheimer Missionen. Nachdem Friedrich 1740 König wurde, ernannte er ihn zum Chef des vormaligen „Regiments Dönhof zu Fuß“ (No. 13). Bereits im August 1740 wurde er Generalmajor und am 13. Oktober Amtshauptmann von Plettenberg. Zudem wurde Oberhofmeister beim Prinz August Wilhelm. Danach wurde vom König mit dem Freiherr von Bielfeld nach Großbritannien geschickt. Dort berichte er am 26. Januar 1741 vom Einmarsch der Preußen in Schlesien. Von dort kehrte er gleich nach Berlin zurück, um wieder in der Schlacht bei Mollwitz zu kämpfen und wurde dort verwundet.

Im Oktober 1741 desselben Jahres vertrieb mit seinem Korps den General Neipperg aus der Gegend von Neisse bis nach Troppau. Am 3. Januar 1742 wurde er zum Amtshauptmann von Kolbatz.

Am 14. Mai war er bei Lesch (Lösch) in Mähren im Gefecht. Er stand dort mit seinem Bataillon, als die Österreicher überraschend angriffen. Doch er konnte den Angriff abwehren und zurückschlagen, wurde aber bei den Kämpfen verwundet. Dafür bekam er von König eine zusätzliche Rente. 1744 war er wieder in Böhmen, im August 1744 bekam er den schwarzen Adlerorden. im Januar 1745 wurde er Generalleutnant. Er starb am 4. Juni 1745 in der Schlacht bei Hohenfriedeberg.

Er war Johanniterritter und Domherr in Magdeburg. Als am 21. August 1734 der Turm der Petrikirche in Berlin einstürzte, wurde er in seinen Wohnung verschüttet. Es dauerte drei Tage bis er unversehrt gerettet werden konnte. Aber kam das Gespräch auf dieses Geschehen, so bekam er Angstzustände.

Sein Name wurde 1851 auf einer der Ehrentafeln am Reiterstandbild Friedrichs des Großen verewigt.

Familie

Er war mit Theresia von Schapitzky, verwitwete von Gilgenheim (auch:Dorothea von Trzebitzky). Das Paar hatte keine Kinder.

Literatur