Friedrich Strindberg

Friedrich Strindberg (auch: Friedrich Strindberg-Wedekind) (* 21. August 1897; † 30. März 1978 in Italien) war ein schwedisch-deutscher Journalist.

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Leben

Friedrich Strindberg war der Sohn der Ehefrau August Strindbergs, Frida Uhl, und Frank Wedekinds, die eine Affäre miteinander hatten. Er wurde aber trotzdem von August Strindberg als Sohn akzeptiert. Er wuchs bei seiner Großmutter in Saxen auf, lebte als Erwachsener zunächst in Wien, heiratete 1923 die Dramatikerin Maria Lazar, die sich aber wieder von ihm trennte. Sie flüchtete 1933 nach Dänemark und 1939 nach Schweden, wo sie unter dem Pseudonym Esther Grenen schrieb.

1943 verlegte Strindberg seinen Wohnsitz nach Schweden. August Strindbergs Erben versuchten dies zu verhindern und wollten ihm die schwedische Staatsbürgerschaft aberkennen lassen. Dies hätte für Friedrich Strindberg möglicherweise tödlich geendet, da sein leiblicher Vater in Deutschland fälschlicherweise als „Judenmischling“ deklariert worden war.

1949 ließ sich Friedrich Strindberg in der Bundesrepublik Deutschland nieder. 1957 war er Leiter der Textredaktion von Weltbild, 1961 von Quick. 1972 zog er nach Italien, wo er wenige Jahre später verstarb.

Strindberg wird, zusammen mit seiner zweiten Frau Utje, in Schweden posthum als Gerechter unter den Völkern geehrt.[1] Auch auf dem Mahnmal Yad Vashem ist sein Name verewigt.

Werke

Strindberg arbeitete als freier Journalist für den Ullstein-Verlag und für verschiedene Zeitungen. Bei einer Abessinienreise 1934 entstand das 1936 veröffentlichte Buch Abessinien im Sturm. Kleines Tagebuch aus dem ostafrikanischen Krieg.

Offenbar war Strindberg einer der ersten Journalisten Nazideutschlands, die von Hitlers Deportationen in Konzentrationslager und Gaskammern wussten. Er schrieb darüber einen Dokumentarroman, der im Februar 1945 unter dem Titel Under jorden i Berlin (Im Untergrund in Berlin) und unter dem Pseudonym Fredrik Uhlson als einziges Werk zu dieser Thematik noch vor Kriegsende bei Bonnier erschien. Die Helden des Werks sind ein angehender Rabbi und seine Freundin, die im letzten Moment erfahren, dass die Gestapo sie abholen will, und untertauchen. Die realen Vorbilder dieser Helden sind Herbert A. Strauss und Lotte Strauß, die über ihre Erlebnisse im Dritten Reich auch in eigenen Memoirenbänden berichten. Strindberg selbst tritt in dem Werk als schwedischer Fotograf auf, der die beiden über die Gräueltaten der Nazis informiert.

Literatur

  • Jochen Reinert: Strindbergs Sohn, Aufsatz in: Ossietzky, Zweiwochenschrift für Politik/Kultur/Wirtschaft 7/2005

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ausgezeichneter Mut - Der Tagesspiegel Berlin 3. September 2002