Friedrich Teßmann

Friedrich Teßmann (* 15. Februar 1894 auf Schloss Korb in Eppan; † 23. Juni 1958 in Bozen) war ein Südtiroler Jurist und Bibliotheksgründer.

Leben

Friedrich Teßmann wurde als Sohn von Ernst Teßmann aus Greifswald und Agnes Schmitz-Werrökke, einer Rheinländerin, auf Schloss Korb über Missian geboren. Nach dem Besuch des Benediktinergymnasiums in Meran studierte er zunächst Germanistik in München, bevor er auf Wunsch seines Vaters ein Studium der Rechtswissenschaften in Wien aufnahm und an der Universität Innsbruck zum Abschluss brachte.

Der promovierte Jurist arbeitete bei der k.k. Statthalterei Innsbruck, später bei der k.k. Bezirkshauptmannschaft in Bozen. Nach der faschistischen Machtergreifung verwaltete er ab 1924 die Besitzungen der Familie Campofranco. Nach dem Tode der Fürstin Campofranco (1936) zog er sich auf seinen Ansitz Lindenheim in Eppan zurück, um sich voll und ganz landeskundlichen Studien widmen zu können.

Von 1948 bis 1952 war er Mitglied im Südtiroler Landtag und Landesrat für Landwirtschaft. Danach befasste er sich mit Geschichtsforschung und publizierte zahlreiche Artikel, vor allem in der Zeitschrift Der Schlern.

Seine umfangreiche Tirolensien-Sammlung, die aus 12.000 Büchern und 1000 Grafiken bestand, vermachte er 1957 der Österreichischen Akademie der Wissenschaften mit der Auflage, die Sammlung in Bozen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und laufend zu aktualisieren. Sie bildet den Grundstock der 1982 gegründeten Landesbibliothek „Dr. Friedrich Teßmann“ mit Sitz in Bozen.

Literatur

  •  Totentafel: Dr. Friedrich Teßmann: k.u.k. Kommissär der pol. Verwaltung a.D., gew. Abgeordneter und Assessor der Region und des Landes, k.u.k. Oberleutnant, Ehrenmitglied der Univ. Innsbruck. In: Der Schlern. 32, 1958, S. 286.
  •  Mathias Frei: Dr. Friedrich Teßmann zum Gedenken. In: Dolomiten. Nr. 144, 1978, S. 15.

Weblinks