Friedrich von Thun und Hohenstein

Friedrich von Thun und Hohenstein

Friedrich Franz Joseph Michael Graf von Thun und Hohenstein (* 8. Mai 1810 in Tetschen; † 24. September 1881 ebenda) war ein österreichischer Diplomat.

Inhaltsverzeichnis

Familie

Er stammte aus dem in Tirol und Böhmen begüterten Adelsgeschlecht Thun-Hohenstein. Sein Vater war Graf Franz Anton und die Mutter Theresia Maria (geb. Gräfin Brühl). Er war Bruder von Leo von Thun-Hohenstein. Er selbst heiratete Leopoldine Gräfin von Lamberg, Freiin von Stein und Guttenberg (1825−1902). Der Sohn Franz Anton wurde Statthalter in Böhmen und kurze Zeit österreichischer Ministerpräsident. Ein weiterer Sohn war der Genealoge und Historiker Jaroslav von Thun-Hohenstein.[1]

Leben

Er trat in den österreichischen diplomatischen Dienst ein. Er war 1843 bis 1847 Geschäftsträger in Turin. Danach war er seit 1847 Gesandter in Stockholm und 1849 in München. Im Jahr 1850 war er Gesandter beim Kongress in Frankfurt. Nach der Wiederherstellung des Bundestages war er dessen Präsident. Dort lieferte er sich heftige Auseinandersetzungen mit dem preußischen Gesandten Otto von Bismarck. Im Jahr 1852 wurde er zum außerordentlichen Gesandten in Preußen ernannt. Im Jahr 1855 diente er Josef Wenzel Radetzky von Radetz in der Lombardei. Zwischen 1857 bis 1863 diente er als Gesandter und bevollmächtigter Minister in Sankt Petersburg. Danach trat er aus dem aktiven Staatsdienst aus.

Als böhmischer Großgrundbesitzer wurde er in den böhmischen Landtag gewählt. Seit 1879 war er erbliches Mitglied im österreichischen Herrenhaus. Dort schloss er sich der feudalen Partei der Rechten seines Bruders Leo von Thun-Hohenstein an.

Einzelnachweise

  1. Eintrag zur Schlossbibliothek Kvasice

Literatur

  • Protokolle des preußischen Staatsministeriums. Band 4/2 S. 656.
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon. Band 19, Leipzig 1909, S. 510–511 Digitalisat.