Fritz Wärndorfer

Fritz Waerndorfer, auch Wärndorfer (* 1868 in Wien; † 1939 in Bryn Mawr, Pennsylvania) war ein österreichischer Unternehmer, Mäzen und Gründungsmitglied der Wiener Werkstätte.

Leben

sog. Wärndorfer-Fries aus dem Musiksalon der Villa von Fritz Wärndorfer in Wien, 1906. Ausstellungsort: MAK Wien

Fritz Wärndorfer stammte aus einer jüdischen Industriellenfamilie, die einen der größten baumwollverarbeitenden Betriebe der österreichischen Monarchie besaß. Durch Hermann Bahr kam er in Kontakt mit der Wiener Secession und ihren führenden Mitgliedern wie Josef Hoffmann, Gustav Klimt und Koloman Moser. Fritz Wärndorfer bestellte im Jahre 1902 bei Charles Rennie Mackintosh aus Glasgow einen Musiksalon für seine Wiener Villa, während Mackintoshs Frau Margaret MacDonald einen Fries für denselben Salon nach Motiven des belgischen Dichters Maurice Maeterlinck „Die Sieben Prinzessinnen“ entwarf. Im Jahr 1903 finanzierte er die Gründung der Wiener Werkstätte und war ihr kommerzieller Direktor, bis er 1914 unter dem Druck seiner Familie, die seinen wirtschaftlichen Ruin verhindern wollte, in die USA auswanderte. In Amerika wurde er zunächst Farmer, arbeitete dann als Entwerfer für eine Textilfirma und begann Aquarelle zu malen, die 1927 in der Galerie Otto Nirenstein in Wien gezeigt wurden.

Fritz Wärndorfer besaß eine umfangreiche und hochkarätige Kunstsammlung, die heute verstreut ist und sich anhand von Fotos und anderen Dokumenten nur mehr schwer rekonstruieren lässt. Von Gustav Klimt, den Wärndorfer besonders schätzte, erwarb er wichtige Werke wie z. B. die Pallas Athene oder Die Hoffnung I. Unter anderem gehörten zu seiner Sammlung ca. 150 Briefe von Aubrey Beardsley und Arbeiten des belgischen Bildhauers und Graphikers Georg Minne, beides Künstler, die von den Secessionisten in Ausstellungen gewürdigt worden waren. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten zahlreiche graphische Arbeiten von Koloman Moser und Marcus Behmer.

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