Fritz Wedel Jarlsberg

Fritz Wedel Jarlsberg

Fredrik „Fritz“ Hartvig Herman Wedel Jarlsberg (* 7. Juli 1855 in Kristiania; † 27. Juli 1942 in Lissabon) war ein norwegischer Jurist und Diplomat. Wedel Jarlsberg begann seine Karriere während der Schwedisch-Norwegischen Union, an deren Auflösung im Jahr 1905 er wesentlich beteiligt war.

Jarlsberg, der auf den Namen „Fredrik“ getauft worden war, nannte sich lediglich „Fritz“. Den Titel als Baron führte er nicht, denn dieser Titel war in Norwegen bereits vor seiner Geburt abgeschafft worden (nicht jedoch in Dänemark). Jarlsberg wurde dreimal das Amt des Außenministers angeboten.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jarlsberg war der Sohn von Hofmarschall Frederik (Fritz) Joachim Wedel Jarlsberg und Juliane Wilhelmine Katharina Wedel Jarlsberg. Er wurde erstmals im Jahre 1883 mit Alice Louise Thekla von Wagner (1861-1913) und das zweite Mal im Jahre 1916 mit Baronesse Mary von André, geb. Palmer (1859-1941) verheiratet.

Er machte seinen Abschluss in Rechtswissenschaften im Jahr 1879 und hatte eine lange Karriere im auswärtigen Dienst. Er war Sekretär für auswärtige Angelegenheiten in Stockholm 1882, danach arbeitete er als Sekretär im diplomatischen Dienst in Wien 1885, im folgenden Jahr in London, wo er im Jahre 1889 zum Geschäftsführer ernannt wird. Dann war er Botschafter in Madrid 1891, Lissabon 1902 und Kopenhagen 1905. Ab 1906 war er Botschafter in Madrid und Lissabon (bis 1921) und Paris (bis 1930).

Im Jahr 1929 übergab Wedel Jarlsberg seinen Besitz Skaugum an den damaligen Kronzprinz Olav V. als Hochzeitsgeschenk. Erst 2009 wurde bekannt, dass der damalige König Haakon VII. Jarlsberg 120.000 Kronen für das Grundstück bezahlt hatte – der Wert war auf 550.000 Kronen geschätzt worden.[1].

Auflösung der Schwedisch-Norwegischen Union

Nach dem 7. Juni 1905 (Unabhängigkeitserklärung Norwegens) stellte sich Jarlsberg der Regierung von Christian Michelsen zur Verfügung und wurde nach Kopenhagen entsannt.

Während der Verhandlungen zum Vertrag von Karlstad arbeitete er für die Großmächte und hielt sich bereit einzugreifen, falls die Verhandlungen scheitern würden.[2]

Spitzbergen-Vertrag

Wedel Jarslberg war Verhandlungsleiter bei der Ausarbeitung des Spitzbergenvertrages 1920 in Paris. In diesem Vertrag wurden Norwegen die Gebietshoheit über Svalbard zugesprochen.[3] Wedel Jarlsberg Land auf Svalbard ist deswegen nach ihm benannt.

Auszeichnungen

Wedel Jarlsberg wurde 1892 der St. Olavs Orden verliehen, 1896 wurde er zum Kommandeur der 1. Klasse erweitert und im Jahr 1904 erhielt er das Großkreuz, im Jahre 1925 zu einem großen Kreuz mit Kette erweitert. Er war der Inhaber der Königsmedaille von 1906 und der „Kong Haakon VIIs jubileumsmedalje 1905–1930“.

Er erhielt auch eine Reihe von ausländischen Orden:

Werke

  • 1932 – Reisen gjennem livet
  • 1946 – 1905 : Kongevalget

Einzelnachweise

  1. «Måtte betale for Skaugum» Budstikka.no, 29. april 2009
  2. Biografier på Nettsted 1905
  3. Caplex.no

Literatur

  • Amundsen, O. Delphin: Den Kongelige norske Sankt Olavs orden 1847–1947. Oslo: Grøndahl & Søns Forlag, 1947.
  • Andersen, Gordon: «Vår glemte kongemaker i 1905». I: Aftenposten, 21. mai 2005. (Les)
  • Andersen, Roy: «Wedel Jarlsberg ble gjort til syndebukk». I: Aftenposten, 7. juni 2005. (Les)
  • Berntzen, Arve B.: «Wedel Jarlsberg fortjener oppreisning». I: Aftenposten, 10. juni 2005. (Les)
  • Bomann-Larsen, Tor: «Kongeplanen som kollapset». I: Aftenposten, 6. juni 2005. (Les)
  • Bratberg, Terje: «Fritz Wedel Jarlsberg». I: Norsk biografisk leksikon, 2. utgave, 2002. (Les)
  • Brekke, Jørgen: «Jakten på blått blod». I: Levende Historie, nr. 6 2009, s. 14–23.
  • Hagen, Per Erik: «Måtte betale for Skaugum». I: Budstikka, 29. april 2009. (Les)
  • Kielland, T.: «Minister Wedel Jarlsberg». I: Samtiden, 1942.