Géza Hajós

Géza Hajós (* 14. September 1942 in Budapest) ist ein österreichischer Kunsthistoriker und Gartenhistoriker.

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Leben

Hajós studierte von 1960 bis 1965 Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Budapest. Noch 1965 übersiedelte er nach Österreich, promovierte 1971 an der Universität Wien in Kunstgeschichte mit einer Dissertation über die romanischen Skulpturen der Kathedrale St. Peter und Paul in Pécs/Ungarn.

Parallel war er ebenfalls ab 1965 im Bundesdenkmalamt in Wien tätig, zunächst bis 1986 in der architekturbezogenen Denkmalinventarisation und Denkmalforschung (Institut für österreichische Kunstforschung), wo er unter anderem an einigen Bänden der Österreichischen Kunsttopographie und des Dehio-Handbuches mitwirkte. 1986 wurde er erster Leiter der neuen Abteilung für historische Gartenanlagen.

Hajós war Mitglied des Gründungsvorstands des Österreichischen Kunsthistorikerverbandes (heutige Bezeichnung Verband Österreichischer Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker), ab 1984 verantwortlicher Redakteur der ersten Hefte der Verbandspublikation „Kunsthistoriker“ (heutiger Titel „Kunstgeschichte aktuell“). Zudem war Hajós Initiator und maßgeblicher Motor für die 1991 vollzogene Gründung der Österreichischen Gesellschaft für historische Gärten und ihr erster Generalsekretär.

Ab 1992 habilitierte er an der Universität Graz zur neueren Kunstgeschichte. Er hatte Lehraufträge an den Hochschulen Innsbruck, Wien und Graz. Neben mehr als 150 wissenschaftlichen Publikationen über historische Gartenarchitektur (mit Schwerpunkt auf Anlagen des 18. Jahrhunderts und der Romantik), Architekturgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts sowie Theorie der Denkmalpflege ist er seit 1989 Mitherausgeber und Redakteur der „Gartenkunst“ und anderer Fachzeitschriften zu diesem Thema.

Seit 1993 ist Hajós Mitglied des Internationalen Komitees für historische Gärten und Kulturlandschaften (ICOMOS-IFLA), seit 2005 in dessen Advisory Board. Für die UNESCO fertigte er Gutachten zu den Gartenanlagen am und um den Königspalast von Caserta in Italien, die Kew Gardens in England und den Barockpark von Schloss Schwetzingen in Deutschland.

Ehrungen

Hajós ist Ehrenpräsident der Österreichischen Gesellschaft für Historische Gärten sowie Ehrenmitglied im International Scientific Committee for Historic Gardens von ICOMOS. 2002 erhielt er eine Auszeichnung der Stadt Wien. Am 14. Juni 2012 ehrt ihn die Bayerische Akademie der Schönen Künste mit dem Friedrich-Ludwig-von-Sckell-Ehrenring.

Publikationen

  • Bearbeiter, mit Beiträgen von Dora Heinz, Ricarda Oettinger: Die Kirchen des III. Bezirks (in Wien). Mit einer Einleitung über die topographische Entwicklung des Bezirks. Institut für Österreichische Kunstforschung des Bundesdenkmalamtes, Wien 1974, ISBN 3-7031-0373-6.
  • Schönbrunn. Barockes Schloss. Wiener Geschichtsbücher, Zsolnay Verlag, Wien Hamburg 1976, ISBN 3-552-02809-9.
  • Beiträge im: Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Vorarlberg. Verlag Anton Schroll & Co, Wien 1983, ISBN 3-7031-0585-2.
  • (Hrsg.): Stadtparks in der österreichischen Monarchie 1765 - 1918. Studien zur bürgerlichen Entwicklung des urbanen Grüns in Österreich, Ungarn, Kroatien, Slowenien und Krakau aus europäischer Perspektive. Böhlau Verlag, Wien 2007, ISBN 978-3-205-77638-3.
  • Romantische Gärten der Aufklärung, Wien, Köln 1989
  • Historische Gärten in Österreich (Sammelband), Wien, Köln, Weimar 1993
  • Denkmalschutz und Öffentlichkeit (Aufsatzsammlung)
  • Der malerische Landschaftspark von Laxenburg bei Wien, Wien, Köln, Weimar 2006

Literatur

  • Karl Schütz (Kunsthistorisches Museum Wien): Zum 65. Geburtstag von Géza Hajós. In: Kunstgeschichte aktuell, 3/2007, S. 2.
  • Eva Berger, Anette Freytag: Géza Hajós zum 65. Geburtstag. In: Stadt+Grün, 10/2007, S. 58.

Weblinks