Götsch (Adelsgeschlecht)

Die Familie Götsch ist ein altes Tiroler Adelsgeschlecht.

Inhaltsverzeichnis

Ursprung

Wappen von Partschins

Sie stammt von Ritter Randolf von Partschins ab. Die Ritter von Partschins erhielten 1220 ihr Wappen. Dieses ist seit 25. Juli 1967 auch das offizielle Gemeindewappen von Partschins. Beschreibung des Wappens: In Silber eine schrägrechts aufwärts gestellte natürliche Pflugschar (Wagnis). Die Herren von Partschins, welche im 13. und 14. Jahrhundert ihren Sitz in Partschins hatten und deren um 1200 erbaute Dorfburg heute noch unter dem Namen Stachlburg besteht, benutzten dieses Wappen.

Wappen

Wappen der Familie Götsch

Das Wappen der Familie Götsch führt auf gelbem Grund ein springendes Einhorn mit grünem Zweig. Die Schildfigur steht für Wachstum und Edelmut. Der Helm hat eine Krone und eine goldene Kette. Dies steht für Tapferkeit und gute Abstammung des Geschlechts. Die Helmdecke ist rot und gelb, was für Versinnlichkeit, Hoheit und Beständigkeit steht.

Randolf von Partschins

Randolf von Partschins war ein Anhänger des 1. Gemahls der Margarete von Tirol, Prinz Johann Heinrich von Luxemburg, Sohn des Königs von Böhmen. Dieser wurde 1341 vom Schloss Tirol vertrieben. Der Tiroler Adel hatte bereits früher dem gleichnamigen Sohn des Kaisers Ludwig des Bayern, Markgrafen von Brandenburg, die Hand seiner Fürstin und das Land versprochen. Der Kaiser nahm dieses Versprechen ungeachtet davon an, dass die Fürstin bereits vermählt war.
Am 28. Januar 1342 versprach Markgraf Ludwig dem Tiroler Adel in München, dass er allen Tiroler Geistlichen und Weltlichen, allen Städten und Dörfern ihre Rechte behalten würden. Der Kaiser zog mit seinem Sohn nach Tirol und verheiratete ihn mit Margarete. Ungeachtet dieses Versprechens setzte der neue Landesherr Markgraf Ludwig Ausländer in die wichtigsten Ämter ein und verlieh ihnen Burgen. Die Missstimmung des Tiroler Adels nutzten die Luxemburger zusammen mit König Karl I. von Böhmen (späterer Kaiser Karl IV.), Bruder von Johann Heinrich und erschienen 1347 in der Abwesenheit von Ludwig in Trient und durchzogen mit Hilfe des Bischofs von Trient ohne Widerstand das Etschtal. Die Städte Bozen und Meran vereinten sich mit dem Bischof Ulrich von Chur (Ulrich V. von Lenzburg) bzw. Ulrich Ribi und belagerten das Schloss Tirol.
Randolf von Partschins kämpfte zusammen mit dem Tiroler Adel gegen den verhassten Ludwig. Dieser erschien plötzlich mitten im Land und sammelte ein Heer und zog gegen Karl. Karl und seine Mitstreiter zogen sich darauf nach Trient zurück, nicht ohne große Verwüstungen im Lande zu hinterlassen. Bozen und Meran wurden größtenteils eingeäschert. Ludwig besiegte den Bischof von Chur und seine Verbündeten aus dem Tiroler Adel. Er konnte den Bischof gefangen nehmen. Dieser saß 6 Monate in Haft und wurde erst gegen die Übergabe etlicher Burgen freigegeben. Ludwig nahm nun an Randolf von Partschins Rache, der angesichts der Übermacht verletzt geflüchtet war. Er nahm die Gemahlin von Randolf, Tusnelda, Tochter des Ritters Nikolaus von Rabland, gefangen und sperrte sie ein. Randolfs Besitzungen wurden eingezogen und gingen später an seinen Schwager Heinrich von Spauer[1] über. Nach mehrwöchiger Haft ließ man Tusnelda ziehen. Tusnelda ließ ihren ältesten Sohn beim Pfarrer Gander (Pfaffengander) zurück und reiste Randolf nach Chur nach. Im Schloss des Bischofs Ribi wurden beide aufgenommen. Da Ludwig ihnen auf den Fersen war, flüchteten sie weiter zu einem Bauern namens Forcher in Eich am Sempachersee (Grafschaft Lenzburg), der ihnen später als Belohnung für ihre harte Arbeit auf dem Bauernhof Egg ein Gütlein namens Götsch schenkte. Randolf und Tusnelda lebten nun 30 Jahre unbehelligt in der Schweiz.
1363 fiel Tirol an Österreich Habsburg. Bei der Schlacht bei Sempach 1386 (Eidgenossen gegen die Habsburger) fanden die 4 Brüder zueinander. Gemäss alter Überlieferung soll Herzog Leopold vor der Schlacht den Pfarrer von Eich mit sich genommen haben und sich die Messe gelesen lassen haben.[2]
Die 4 Söhne des Randolfs kehrten später nach Tirol zurück (wahrscheinlich 1415 nach der Eroberung des Aargaus durch die Eidgenossen) und wurden von Friedrich mit der leeren Tasche mit 4 Gütern oberhalb von Partschins beschenkt. Der älteste Sohn Willigis ("Spross des Willens") erhielt den Hof Egg und nannte sich Götsch gemäß dem Hof in der Schweiz. Der zweitälteste Sohn Adamar (nach Ademar von Monteil) bekam den Hof Rabein und nannte sich Forcher. Der dritte Sohn Fuldebert (nach Fulbert von Chartres) erhielt den Hof Gand und nahm den Nahmen Pircher an. Der jüngste Sohn Hartmann (nach Hartmann Moguntina, Biograph Willigis) nannte sich Gerstgrasser (da er beim Gerstenschnitt geboren wurde) und erhielt den Hof Giggelberg.
Es gibt noch heute ein Hof Anderleiter Egg, ein Gasthof Giggelberg und die Höfe Unter- und Oberrabein oberhalb von Partschins.

Vertreter der Familie

Hier einige Vertreter der Familie Götsch:

  • Hieronymus Götsch, 14Jh., Besitzer Wohnturm Malaun in Dorf Tirol[3]
  • Cassian Götsch, 17. Juli 1656 - 25. November 1719, stattete die meisten Kirchen des Ötztales mit Altären aus[4]
  • Mathes Götsch, beerdigt 30. Juli 1675 in Nürnberg, Stammvater der Nürnberger Rechenmeisterfamilie
  • Hans Götsch, 1699 als Steinmetz in Eschringen (D) erwähnt.
  • Joseph Götsch, Marling, Kampfgefährte von Andreas Hofer[5][6]
  • Joachim Friedrich Goetsch, 25. Juli 1803 - 25. Juni 1884, geboren in Tribsow (Preußen) und gestorben in Sherman Sheboygan County Wisconsin, Gründer eines amerikanischen Familienzweigs Goetsch [7]
  • Johann Heinrich Gottlieb Goetsch, *1842, vor 1862 nach USA/Wisconsin ausgewandert

[8]

Einzelnachweise

  1. Heinrich von Spauer
  2. Geschichte von Eich
  3. Burgeninventar
  4. [page=2&tx_wcchronicle_pi1[category]=&tx_wcchronicle_pi1[city]=&tx_wcchronicle_pi1[year]= Cassian Götsch], Oetztal.at, abgerufen am 10. Mai 2012
  5. Georg Klotz
  6. Hans Schmölzer
  7. J.F.Goetsch
  8. J.H.G. Goetsch

Quellen