Günter Stampf

Günter Anthony Stampf (* 28. August 1968 in Neunkirchen; † 28. Juli 2012 in Hamburg) war ein österreichischer Fernseh- und Filmproduzent, Dokumentarfilmer, Autor, Regisseur und Unternehmer.

Leben

Günter Stampf arbeitete von 1985 bis 1987 als Kolumnist und Redakteur der Niederösterreichischen Nachrichten. Seinen Abschluss machte er an der Bundeshandelsakademie in Wiener Neustadt. Anschließend begann er ein Studium der Betriebswirtschaftslehre und Englisch an der Universität Wien. Von 1988 bis 1991 war er Musikchef des Jugendmagazins Rennbahn Express. 1992 wechselte er als Redakteur zur Illustrierten BUNTE, für die er bis 1996 tätig war, und leitete das Ressort Lifestyle. Von 1993 bis 1994 war er zudem Chefreporter der BILD-Zeitung. Als Stellvertretender Chefredakteur arbeitete er bei Thomas Gottschalk (Gottschalk Late Night, ZDF-Spezial Sir Andrew Lloyd Webber). Von 1996 bis 1997 war Stampf als Chefredakteur beim ORF (Talkshow Vera) tätig.

Logo des von Stampf gegründeten Medienunternehmens Stampfwerk

2001 gründete er in Hamburg ein TV- und Medien-Unternehmen, das unter dem Namen Stampfwerk Medienproduktions- und vermarktungs GmbH (Kurzform Stampfwerk) firmierte.

Als Fernsehproduzent verantwortete er von 1999 bis Oktober 2011 über 3.000 Stunden Fernsehprogramme, darunter Serien wie Die Schulermittler (RTL), Das Leben der Superreichen (RTL), Die Beauty Klinik (RTL II), Megaman (RTL II), Urteil Mord (Sat.1), Junge Mütter - total überfordert (Sat1./SIXX) oder vier tägliche Talkshows für Österreichs größten Privatsender ATV+. Bei den Award-Shows World Awards und Womens Word Awards war er als Executive Producer tätig und beriet die Hilfsorganisation Ein Herz für Kinder.

Als Dokumentarfilmer erlangte Stampf Bekanntheit durch die Produktionen Der Amoklauf von Erfurt (siehe dazu Amoklauf von Erfurt) (RTL) und Der Kannibale von Rotenburg (siehe dazu Armin Meiwes), die in 24 Ländern weltweit ausgestrahlt wurde. Als Autor begleitete er für die BILD-Zeitung im Bundestageswahlkampf Gerhard Schröder und Helmut Kohl und war bei Olympischen Winterspielen sowie Fußball-Weltmeisterschaften mit Serien und täglichen Kolumnen vertreten.

Als Buchautor verfasste er 2003 unter dem Titel Einmal Himmel und zurück die Biographie der No Angels und 2008 in Anlehnung an den Dokumentarfilm Der Kannibale von Rotenburg das englischsprachige Werk Interview with a Cannibal, das in Deutschland und in den USA veröffentlicht wurde.

Ab 2010 erweiterte Stampf die Geschäftsfelder seines Unternehmens um die Bereiche Scripted Reality, Film und Feature Film sowie Werbeaktivitäten. Mitte Juli 2012 musste Stampfwerk Insolvenz anmelden. Laut Pressemitteilung des Unternehmens ist Günter Stampf kurz darauf „überraschend aus dem Leben geschieden“.[1]

Stampf war verheiratet und hatte zwei Kinder.[1]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b "Schulermittler"-Produzent Stampf (43) ist tot Welt.de, 31. Juli 2012.