Günther Andergassen

Günther Andergassen (* 17. April 1930 in Margreid, Südtirol) ist ein Tiroler Komponist und ehemaliger Untergrundkämpfer für die Autonomie Südtirols.

Leben

Der einzige Sohn des Goldschmiedes Alois Andergassen und seiner Frau Franziska wuchs in Bozen auf. 1940 wanderten die Eltern im Zuge der Option zunächst nach Wels aus, dann nach Innsbruck. Als 12-Jähriger begann Andergassen, Klarinette zu lernen und interessierte sich früh für die Zwölftontechnik. Mit 19 Jahren übernahm Andergassen die Leitung eines neu gegründeten Kirchenchores. Andergassen studierte an der Universität Innsbruck Romanistik, Anglistik, Kunstgeschichte und Musikwissenschaft und promovierte 1955 mit einer Dissertation über Giacomo Puccini. Danach studierte er in Salzburg 1956–1958 Musikerziehung (bei Eberhard Preußner) und Komposition (bei Cesar Bresgen). Nach einem mehrmonatigen Romstipendium lehrte Andergassen (1958–1971) an der Musikhochschule Mozarteum in Salzburg, ab 1961 auch am Innsbrucker Konservatorium.

Geprägt durch das Kindheitserlebnis faschistischer Unterdrückung betätigte sich Andergassen in den 1960er-Jahren als Mitglied im Befreiungsausschuss Südtirol. Als solcher war Andergassen beteiligt am Transport von Sprengstoff für die Sprengung von Elektrizitätsmasten. 1964 wurde er festgenommen, verurteilt und saß sieben Jahre in verschiedenen italienischen Gefängnissen. Nach seiner Entlassung widmete sich Andergassen ab Anfang der 1970er Jahre wieder seinen pädagogischen und kompositorischen Tätigkeiten. Er wurde Leiter des Kammerchors des Innsbrucker Konservatoriums und 1990–1995 Direktor des Feldkircher Konservatoriums.

Als Komponist pflegte Andergassen vorrangig die Vokalkomposition, insbesondere für Chor, und versuchte Kantabilität und Zwölftontechnik zu vereinen.

1981 wurde Andergassen vom Bundespräsidenten der Titel Professor verliehen, 1989 das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, 1991 das Verdienstkreuz des Landes Tirol.

Literatur

Weblinks