Günther Schwab

Tanzstattkapelle Wölzer Tauern
Försterhaus in Pusterwald Steiermark

Günther Schwab (* 7. Oktober 1904 in Prag; † 12. April 2006 in Salzburg) war ein österreichischer Schriftsteller. Schwab tat sich besonders als Erzähler und Essayist, aber auch als Drehbuch- und Hörspielautor hervor. Der zeitweise in Niederösterreich und der Steiermark in Pusterwald als Forstverwalter tätige Autor setzte sich in seinen Büchern schon früh für den aktiven Umweltschutz ein (z. B. Der Tanz mit dem Teufel, 1959).

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Nach dem Ersten Weltkrieg siedelte Schwabs Familie nach Wien um, wo Schwab seine Liebe zur Natur entdeckte. Hier wurde er Mitglied der NSDAP und der SA, letzter Rang Sturmführer, seit 1930. 1949 gründete der Autor die Zeitschrift Glücklicher Leben - der stille Weg, eine „unparteiliche, überkonfessionelle und internationale Zeitschrift zum Lebensschutz“, die später zum Organ des Weltbundes zum Schutze des Lebens (WSL) wurde, den Schwab 1960 in Salzburg gründete.

Günther Schwabs Weltbund, dem er als Präsident vorstand, sowie der von ihm herausgegebenen Zeitschrift Lebensschutz wurden von verschiedenen Seiten Rassismus vorgeworfen. Besonders problematisch war, dass Schwabs Roman Abenteuer am Strom eine überarbeitete Neuauflage des bereits 1935 erschienen Werks Mensch ohne Volk war. Dieses Buch erschien damals im Franz-Eher-Verlag, dem Zentralverlag der NSDAP. Das Buch weist in der 1. Auflage eindeutig völkische Tendenzen auf, die in der Neuausgabe teilweise getilgt wurden. Im Lebensschutz-Verlag in Baden-Baden erschien der Roman 1982 im 201.-203. Tausend.

Zu Schwabs bekanntesten Werken gehören neben Abenteuer am Strom, die Romane Der Tanz mit dem Teufel und der zu seinen Jugendbüchern zählende Hunderoman Sieben Dackel und Marisa, aber auch Der Förster vom Silberwald. Dieses Buch wurde 1956 im Gefolge des 1954 gedrehten gleichnamigen Heimatfilms veröffentlicht. Schwab war bereits am Drehbuch des ursprünglich Echo der Berge genannten Films beteiligt gewesen.

Mit dem Roman Die Leute von Aurali hat Günther Schwab vielleicht das reifste seiner Werke geschrieben. Das abgeschiedene Hochgebirgstal von Aurali (Pusterwald) ist letzter Zufluchtsort für jene Existenzen, die sonst keinen Platz auf der Welt mehr haben: Kein Außenstehender darf in diese verworrene Gemeinschaft eindringen, die jeden fremden Einfluss – und sei es auch mit Gewalt – von sich fernzuhalten sucht. Die beispiellose Härte des Daseins, brutaler Egoismus und Missgunst haben in den Menschen hier beinah jeglichen Sinn für das Gute abgetötet.

1954 erhielt Günther Schwab das Ehrenzeichen „Gold“ des Naturschutzbunds Österreich, und 1980 den Kulturpreis der Stadt Salzburg. 2004 überreichte der Zweite Landtagspräsident Michael Neureiter (ÖVP) ihm anlässlich seines 100. Geburtstages das vom Bundespräsidenten verliehene Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse und den persönlichen Ehrenbecher von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ).

Günther Schwab verstarb am 12. April 2006 im Alter von 101 Jahren in Salzburg.

Werke (Auszug)

Literatur

  • Karl Frings: Wer ist Günther Schwab? Studien zu einem Autor, der bislang von der Literaturwissenschaft kaum wahrgenommen worden ist. Diplomarbeit. Germanistisches Institut Wien 2003
  • Nachruf in: Salzburger Fenster. Ausgabe 14/2006 vom 26. April 2006
  • Werner Schuder (Hrsg.): Schwab, Günther. In: Kürschners Deutscher Literatur-Kalender 1984. 59. Jahrgang. Walter de Gruyter, Berlin und New York 1984, ISBN 3-11-009677-3, ISSN 0343-0936, S. 1117

Weblinks

 Commons: Günther Schwab – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien