Günther Zgubic

Günther Zgubic (* 17. Oktober 1949 in Pöls, Steiermark, Österreich) ist ein österreichischer Priester und Menschenrechtsaktivist.[1]

Leben

Zgubic studierte in Graz Theologie und wurde 1975 von Bischof Johann Weber zum Priester geweiht. Als Kaplan war er in Bad Radkersburg (1976-1980) und in Weiz (1980-1988) tätig.

1988 verlässt er, nach eigenen Worten, die Wohlstandsgesellschaft und begibt sich nach Brasilien, um dort im Bistum Campo Limpo, in der Nähe von Sao Paulo, solidarisch zu leben. Er gründet hier ein Menschenrechtszentrum und initiierte eine Fülle von Bildungsprojekten. Mit diesen Projekten brachte er den etwa 10 000, meist jugendlichen Obdachlosen, eine neue Lebensperspektive. Erwähnenswert ist auch sein Engagement für AIDS-Kranke und Prostituierte. Durch diese Arbeit kommt er auch mit Häftlingen in Kontakt.

Seit 1997 arbeitet er in der Gefängnisseelsorge. Er entschloss sich die Übergriffe und Misshandlungen der Häftlinge zu dokumentieren. Über 2000 Fälle brachte er bis 2006 bei staatlichen und internationalen Behörden zur Anzeige. Auf sein Betreiben hin wird der "Folterbericht Brasilien" initiiert und an die UNO übermittelt. In dieser Zeit vernetzt er seine Menschenrechtsaktivitäten international und gründet "Christen gegen Folter, ACAT Brazil". Gemeinsam mit Amnesty International[2] und Human Rights Watch startet er Aktionen gegen die Folter in den brasilianischen Gefängnissen und Polizeistationen.

Im November 2002 wird Zgubic von der brasilianischen Bischofskonferenz mit der Gesamtleitung der Gefängnisseelsorge betraut.

Nach zweiundzwanzigjähriger Tätigkeit in Brasilien[3] kehrte Zgubic im Jahr 2011 nach Österreich zurück und wird nach einer Erholungsphase wieder seiner priesterlichen Tätigkeit nachgehen. Als sein Nachfolger wurde Padre Valdir João Silveira von der brasilianischen Bischofskonferenz eingesetzt.

Auszeichnungen

2001 erhielt Zgubic den Menschenrechtspreis des Landes Steiermark und im November 2005 von der Katholischen Männerbewegung Steiermark im Rahmen eines Menschenrechtsballs [4] den Erzbischof-Oscar-Romero-Preis.[5] Im Jahr 2008 wurde Zgubic mit dem brasilianischen Menschenrechtspreis ausgezeichnet[6]

Einzelnachweise

  1. Der Priester der Verdammten in Logos - Theologie und Leben von Ö1 am 11. Februar 2006
  2. Bericht von Amnesty International - Österreich
  3. Nach 22 Jahren zurück in der Heimat in der Kleinen Zeitung vom 24. Februar 2011
  4. Menschenrechtsball in der Seifenfabrik - Sonntagsblatt für Steiermark
  5. Presseaussendung der Katholischen Männerbewegung Österreichs vom 7. Nov. 2005
  6. Sao Paulo auf der HP: Solidaritätsprojekt Pölstal