Gürtelbrücke

Gürtelbrücke in der Spittelau

Die Gürtelbrücke in Wien verbindet den Alsergrund (9.) und Döbling (19.) mit der Brigittenau (20. Bezirk).

Inhaltsverzeichnis

Verkehrsverbindungen

Die inklusive Auf- und Abfahrten etwa 600 m lange Brücke überquert von ihrem westlichen Ende an der Heiligenstädter Straße (9. / 19. Bezirk) die Franz-Josefs-Bahn, die U-Bahn-Linie U4 und den Donaukanal zu ihrem östlichen Ende an der Brigittenauer Lände (20. Bezirk). Die Brücke liegt in der nördlichen Verlängerung des Gürtels und bildet von der Heiligenstädter Straße zur Heiligenstädter Lände am Donaukanal die Grenze zwischen 9. und 19. Bezirk. Sie ermöglicht Richtung Nordosten über die Adalbert-Stifter-Straße (20. Bezirk) und die Floridsdorfer Brücke die Fahrt zur A 22 entlang des Hubertusdamms (21. Bezirk) und nach Floridsdorf (21. Bezirk, B 3 Prager Straße und B 7 Brünner Straße).

Von der Gürtelbrücke zweigt Fahrtrichtung Osten vor dem Donaukanal seit 1992 die Spittelauer Brücke (B 227) ab, die den Donaukanal etwa parallel zur Gürtelbrücke überquert und in die Brigittenauer Lände (B 227) in Fahrtrichtung Nordbrücke einmündet. Vor 1992 bestand eine direkte Abfahrt von der Gürtelbrücke auf die Lände, die der U6-Donaukanalbrücke und dem anschließenden U-Bahn-Tunnelportal im Weg war und daher abgetragen wurde. In der Gegenrichtung gelangt man vom Knoten Nordbrücke (A 22) auf die Nussdorfer bzw. Heiligenstädter Lände (ebenfalls B 227) Richtung Süden mit einer Auffahrt auf die Gürtelbrücke Richtung Döblinger Gürtel.

Unmittelbar südlich der Brücke befinden sich im 9. Bezirk ein Bundesamtsgebäude (mit dem Verkehrsamt der Landespolizeidirektion Wien), die Station Spittelau der Linien U4 und U6 sowie der Franz-Josefs-Bahn und die von Friedensreich Hundertwasser gestaltete Müllverbrennungsanlage Spittelau. Südlich der Brückenabfahrt im 20. Bezirk befindet sich das Brigittenauer Bad.

Geschichte

Gürtelbrücke: Widmungsplakette

Der „geplanten Überführung des Gürtels über den Franz Joseph-Bahnhof im Zuge der Guneschgasse“ (dort befindet sich bis heute die Bezirksgrenze 9 / 19) war ein Satz in der Kundmachung des k.k. niederösterreichischen Statthalters vom 7. Juni 1905[1] gewidmet, mit der er Details zur neuen Grenzziehung zwischen einigen Wiener Gemeindebezirken bekanntgab.

Die im 20. Bezirk an die Brücke anschließende Adalbert-Stifter-Straße war schon im Stadtplan von 1912 als projektierte Straße eingezeichnet, aber noch 1961 laut Stadtplan nicht durch den ganzen Bezirk errichtet, sondern zum Teil durch ältere Bauten „verstellt“. Die heutige Durchzugsstraße wurde erst im Zuge des Baues der Gürtelbrücke durchgebrochen und vierspurig ausgebaut.

Die Gürtelbrücke wurde 1962–1964 als Spannbetonbrücke (Querung Donaukanal: 138,3 Meter Länge) von der Firma A. Porr AG nach Plänen von Alfred Pauser und Herbert Wycital errichtet. Im Zuge der Errichtung der U6-Donaukanalbrücke von 1992 bis 1995 musste der Anschluss der Gürtelbrücke an die Brigittenauer Lände (B 227) abgetragen werden. Diese Verbindung führt nun über die 1992 neu errichtete Spittelauer Brücke B 227, die noch vor dem Donaukanal von der Gürtelbrücke abzweigt.

Zukunft

In den Jahren 2012 bis 2015 werden alle Tragwerkobjekte grundlegend saniert sowie eine Stiegenanlage und ein untergeordnetes Brückenobjektes neu errichtet werden. Die Kosten sind mit rund 20 Millionen Euro netto veranschlagt.[2]

Weblinks

wien.at, Brückenbau und Grundbau: Gürtelbrücke

Einzelnachweise

  1. Landes-Gesetz- und Verordnungsblatt für das Erzherzogtum Österreich unter der Enns, Wien, Nr. 104 / 1905
  2. wien.at, Brückenbau und Grundbau: Instandsetzungsarbeiten an der Gürtelbrücke - 2012 bis 2015

Literatur

  • Christine Klusacek, Kurt Stimmer: Die Stadt und der Strom. Wien und die Donau. DACHS Verlagsges.m.b.H., Wien 1995, ISBN 3-85058-113-6
  • Alfred Pauser: Brücken in Wien – Ein Führer durch die Baugeschichte. Springer Verlag, Wien 2005, ISBN 3-211-25255-X

48.23611111111116.361111111111Koordinaten: 48° 14′ 10″ N, 16° 21′ 40″ O