Gaaden

Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Gaaden im Bezirk Mödling. Für die gleichnamige Katastralgemeinde siehe Gaaden (Gemeinde Hohe Wand).
Gaaden
Wappen von Gaaden
Gaaden (Österreich)
Gaaden
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Mödling
Kfz-Kennzeichen: MD
Fläche: 24,89 km²
Koordinaten: 48° 3′ N, 16° 12′ O48.0516.2323Koordinaten: 48° 3′ 0″ N, 16° 12′ 0″ O
Höhe: 323 m ü. A.
Einwohner: 1.623 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 65,21 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2531
Vorwahl: 02237
Gemeindekennziffer: 3 17 06
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 29
2531 Gaaden
Website: www.gaaden.at
Politik
Bürgermeister: Rainer Schramm
Gemeinderat: (2010)
(19 Mitglieder)
13
5
1
13 
Von 19 Sitzen entfallen auf:
  • WIR Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel: 13
  • ÖVP: 5
  • SPÖ: 1
Lage der Gemeinde Gaaden im Bezirk Mödling
Achau Biedermannsdorf Breitenfurt bei Wien Brunn am Gebirge Gaaden Gießhübl Gumpoldskirchen Guntramsdorf Hennersdorf Hinterbrühl Kaltenleutgeben Laab im Walde Laxenburg Maria Enzersdorf Mödling Münchendorf Perchtoldsdorf Vösendorf Wiener Neudorf Wienerwald NiederösterreichLage der Gemeinde Gaaden im Bezirk Mödling (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Kirche von Gaaden
Kirche von Gaaden
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Die Gemeinde Gaaden mit 1623 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) liegt im Bezirk Mödling im nördlichen Wienerwald am Fuße des Anningers.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der Ort liegt in einem weiten Talbecken, das durch den Mödlingbach entwässert wird. Verkehrstechnisch liegt es an der Mödlinger Straße B 11. Leicht erreichbar ist die Gemeinde durch die Wiener Außenringautobahn A21, die in Sparbach und in Heiligenkreuz je eine Auffahrt haben. Als öffentliches Verkehrsmittel wird hauptsächlich die Busverbindung nach Mödling verwendet.

Durch die Bezirkszugehörigkeit ist das tägliche Leben nach Mödling ausgerichtet, obwohl Baden auch nicht viel weiter entfernt ist.

Gemeindegliederung

Zum Gemeindegebiet gehört noch die Katastralgemeinde Anningerforst, die aber kein eigener Ort ist und zumeist nur aus Waldgebiet und dem Dolomitsteinbruch besteht. Auch die Dreidärrischenhöhle liegt in diesem Waldgebiet.

Angrenzende Gemeinden

Wienerwald Hinterbrühl Mödling
Heiligenkreuz Nachbargemeinden Guntramsdorf
Heiligenkreuz Pfaffstätten Gumpoldskirchen

Geschichte

Der Ort, seit 1376 eine Herrschaft des Stiftes Heiligenkreuz,[1] wurde 1130 das erste Mal urkundlich erwähnt. Während der Türkenkriege wurde der Ort jeweils zum großen Teil zerstört.

Im 19. Jahrhundert war der Ort während der "Sommerfrische" beliebt. Viele namhafte Künstler verbrachten den Sommer dort, wie der Dichter Ferdinand Raimund, der den Verschwender in Gaaden schrieb. Das "Kraxenweiberl" im Verschwender ist ein Symbol für einen Gaadener Menschentyp, der seit Jahrhunderten mühselig von Kalk- und Holzgewinnung lebt. Auch andere Künstler, darunter Maler (etwa Ferdinand Waldmüller) und Musiker, fanden im Ferienort Inspiration für ihre Werke.

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts bahnte sich eine tief greifende Änderung der sozialen Verhältnisse an. Mit dem Bau der Wiener Ringstraße wurden Kalk und Holz zu begehrten Materialien und der Ort erlebte einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufschwung.

Nach dem Anschluss Österreichs im Jahr 1938 wurde der Ort in die Stadt Wien zum 24. Bezirk eingemeindet. Erst 1954 wurde der Ort wieder eigenständig und fiel an Niederösterreich zurück.

Gaaden mit seinen drei Ortsteilen um 1872 (rechts oben, Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Bevölkerungsentwicklung

Volkszählung Einwohner
2011 1613
2001 1435
1991 1211
1981 1000
1971 783

Quelle: Bevölkerungsentwicklung der Statistik Austria

Sehenswürdigkeiten

Politik

Bürgermeister der Gemeinde ist Rainer Schramm, Amtsleiter Walter Resetarits.

Im Gemeinderat bestand bei 19 Mandaten, nach der Gemeinderatswahl vom 6. März 2005, folgende Mandatsverteilung: WIR (Liste "Wir Gaadner") 11, Liste ÖVP 7, SPÖ 1. Am 4. Dezember 2007 legten die sieben ÖVP-Gemeinderäte ihre Mandate zurück und da auch die weiteren Kandidaten eine Verzichtserklärung abgaben, wurde der Gemeinderat aufgrund Beschlussunfähigkeit aufgelöst, sodass es 2008 zu einer Neuwahl kam.

Seit der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 besteht bei 19 Mandaten folgende Mandatsverteilung (In Klammer Veränderung gegenüber 2008): WIR (Liste "Wir Gaadner") 13 (0), Liste ÖVP 5 (+1), SPÖ 1 (-1). [2]

Wirtschaft

Früher war Gaaden ein rein land- und forstwirtschaftlicher Ort. Es gab aber auch der Gegend entsprechend sowohl Kalksteinbrüche als auch Kalkbrennerei. Auch ein Sägewerk war vorhanden, das die Wasserkraft des Mödlingbaches nutzte.

Heute ist Gaaden eine reine Wohngemeinde mit einigen Zweitwohnbesitzern aus Wien. Die wenigen Betriebe sind meist nur kleinere Bürobetriebe, wie Agenturen. Dennoch ist bis heute aber auch handwerkliches Gewerbe vertreten, wie beispielsweise eine Schlosserei und ein holzverarbeitender Betrieb.

Kultur und Veranstaltungen

Die vier wichtigsten gesellschaftlichen Ereignisse in Gaaden, die jährlich stattfinden, sind das Dorffest, das Maibaumaufstellen, der Feuerwehrheurigen und der Feuerwehrball. Zusätzlich findet jedes Jahr in der Weihnachtszeit ein Adventmarkt statt, "Gaadner Adventmeile" genannt (tatsächliche Länge ist weniger als 100 Meter). Dort präsentieren sich nicht nur politische Gruppierungen, sondern vor allem auch Vereine und manche Private betreiben dort einen Stand. Weiters gibt es jeden ersten Sonntag im Monat das beliebte Museumscafé im Gaadner Heimatmuseum.

Die Gaadner Blasmusik wurde 1986 gegründet und zählt 2009 33 aktive Mitglieder. Außerdem existiert eine Jugendkapelle.

Ein besonderer Höhepunkt im Gaadner Veranstaltungskalender sind auch stets die Aufführungen der Theatergruppe, die sich ursprünglich aus Mitgliedern der Gaadner Sängervereinigung gebildet hatte.

Persönlichkeiten

Weblinks

 Commons: Gaaden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hermann Watzl, Das Urbar der Waldmark der Zisterze Heiligenkreuz.
  2. Wahlergebnis 2010