Gagist

Gagezettel eines k.k. Offiziers

Gagist war ein Begriff aus dem österreichisch-ungarischen Militärwesen.

Als Gagisten wurden die längerdienenden- und Berufssoldaten (Offiziere und höhere Unteroffiziere) bezeichnet. Ihren Sold erhielten sie in Form einer monatlichen Gage (Gehalt). Niedere Ränge und Wehrpflichtige (Gestellungspflichtige) erhielten hingegen eine Löhnung, die bis 1913 im Fünf-Tages-Rhythmus ausgezahlt wurde (Löhnungsappell).

Gagisten waren verpflichtet, für ihre Montur (Uniform) zum Dienst und zur Parade selbst aufzukommen. Offiziere mussten diese bei einem Schneider anfertigen lassen oder in einem Uniformausstattungsgeschäft kaufen. Unteroffiziere, Kadetten und Fähnriche besaßen zusätzlich die Möglichkeit der ärarischen Ausstattung, d. h. gegen Bezahlung konnten Stücke aus dem Kammerbestand erworben werden.

Die Marschadjustierung (Felduniform) konnte auch von den Offizieren ärarisch beschafft werden.

Bei der sogenannten Mannrüstung (Feldbinde, Kartentasche, Kartusche Pistolentasche usw.) und Bewaffnung (Säbel und Revolver) bestand für Offiziere wiederum die Möglichkeit der eigenen, sowie der ärarischen Beschaffung. Gagisten des Offiziersstandes, die innerhalb der Kaserne wohnten, hatten ein Quartiergeld abzuführen. Außerdem waren noch einige andere finanzielle Ersatzleistungen zu erbringen. Als Ausgleich erhielten die Gagisten Zulagen der verschiedensten Art.

Als Gagisten ohne Rangklasse geführt wurden bestimmte Spezialisten, insbesondere Handwerker und technisches Hilfspersonal. Die Gruppe der Gagisten ohne Rangklassen rangierte zwischen den Offizieren und Unteroffizieren. Dazu gehörten die Profosse, Oberwaffenmeister, Artillerie-Obermeister, die Oberwerkmeister und Werkmeister der Montursverwaltung, die Werkmeister in den Eisenbahn- und Telegrafenabteilungen, in der Zeugsverwaltung sowie am Technischen Militär Komitee. Außerdem zählten dazu die Bezirksfeldwebel der k.k. Gendarmerie bzw. die Stabsfeldwebel der k.u. Gendarmerie.

Uniform und Ausrüstung folgten weitestgehend dem Beispiel der Fähnriche, dazu aber am Kragen Feldwebeldistinktionen nach speziellem Muster, d.h. drei weiße Rangsterne auf Silberborte (statt auf kaisergelber Seidenborte). Wie die Offiziere legten sie die Achselspangen der Mannschaften und Fähnriche nicht an.

Literatur

  • Franz Fregger zu Freggersberg (Major i. d. Reserve) als Hrsg.: Unsere Streitkräfte - Heer und Marine S.M. des Kaisers und Königs - Ein Überblick über die bewaffnete Macht in Beschreibungen und Bildern. Marburg (Maribor) 1914
  • Uniformen und Abzeichen der Österreich.-ungarischen Wehrmacht, bearbeitet von k.k. Oberst M. Judex, 5. Auflage, Leipzig 1908