Gasometer Brigittenau

Der Gasometer Brigittenau in der Forsthausgasse 11 im 20. Wiener Gemeindebezirk Brigittenau war ein Gasbehälter der Wiener Gaswerke.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gasometer Brigittenau im Jahr 1982 (links oben im Bild)

Der Gasometer Brigittenau wurde 1911 gemeinsam mit dem Gaswerk Leopoldau, von dem aus er mit einer über die damalige Kaiser-Franz-Josefsbrücke führenden Rohrleitung gespeist wurde, durch jene deutsche Firma, welche auch den Gasometer in Simmering konstruiert hatte, errichtet. Im Gegensatz zu den übrigen Gasometern im Wien der damaligen Zeit wurde dieser ohne schmückende und schützende Ziegelfassade errichtet.

Am 4. August 1911 stürzte bei einer mit Druckluft durchgeführten Erprobung der Gasbehälter ein, nachdem dieser Test bereits zweimal einwandfrei vorgenommen worden war. Dieses Mal jedoch löste sich eine Stahlplatte von der Behälterglocke, so dass die Druckluft rasch entweichen konnte. Durch das schnelle Zusammensinken kippte der Teleskopbehälter und wurde dabei schwer beschädigt. Da sich die Arbeiter rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten, kam niemand zu Schaden.

Nach den Reparaturarbeiten konnte der Gasbehälter am 11. Dezember 1911 in Betrieb genommen werden.

1953 musste die Decke des Gasbehälters wegen Korrosionsschäden saniert werden. Während dieser Zeit mussten die übrigen elf in Wien gelegenen Gasbehälter die Aufgabe des Gasometers Brigittenau mit übernehmen. Aus dem Dichtungsbassin wurden 15 Tage lang rund 63 Millionen Liter Wasser abgepumpt, wobei man auf den im Donaukanal angesiedelten Fischbestand Rücksicht nehmen musste. [1]

1985 wurde der Gasometer Brigittenau abgebrochen.

Daten

Gasometer Brigittenau: Technische Daten [2]
Fassungsvermögen: 250.000 Kubikmeter
Bauteil Höhe (Meter) Durchmesser (Meter)
Wasserbassin 11,850 85,000
Hubteile
Glocke 77,400 11,050
1. Hubteil 78,280 10,900
2. Hubteil 79,460 10,400
3. Hubteil 80,040 10,500
4. Hubteil 80,920 10,900
Führungsgerüst
Führungsgerüst 60,295


Mit seinem Fassungsvermögen war der fünfhübige Teleskopgasometer bei seiner Errichtung der größte Gasometer auf dem europäischen Kontinent. [3] [4]

Fußnoten

  1. Arbeit in luftiger Höh'. Eine neue Decke für den Gasometer Brigittenau. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 21. Juni 1953, S. 4.
  2. Brigittenauer Heimatbuch
  3. Chwala: Das städtische Gaswerk Leopoldau
  4. Neues Wiener Tagblatt

Weblinks

Literatur

  • Neues Wiener Tagblatt vom 5. August 1911: Einsturz des neuen Gasometers in der Brigittenau
  • Brigittenauer Heimatbuch, Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft der Lehrerschaft des XX. Bezirkes, im Selbstverlag der Arbeitsgemeinschaft der Lehrerschaft des XX. Bezirkes (1921 ?)
  • Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Kremayr und Scheriau, ISBN 3-218-00543-4

48.24555555555616.372694444444Koordinaten: 48° 14′ 44″ N, 16° 22′ 22″ O