Georg Haas von Hasenfels

Georg Haas von Hasenfels (* 6. Dezember 1841 in Schlaggenwald; † 29. November 1914 auf Schloss Mostau, Westböhmen) war ein Großindustrieller in der Österreich-Ungarischen Monarchie.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Herkunft

Georg Haas Freiherr von Hasenfels war ein Sohn des Grundbesitzers August Eusebius Haas (* 1804 in Schlaggenwald als Sohn des Wenzel Haas (1770–1830); † 1871 in Prag), welcher im Jahre 1836 mit dem Arzt Johann Georg Lippert (* 1771 in Schlaggenwald; † 1843) durch ein Regierungs-Privileg ermächtigt wurde, aus der im Jahre 1793 unter der Bezeichnung „Paulus-Porzellan“ begonnenen Porzellanherstellung in Schlaggenwald in Westböhmen die Firma „ Haas und Lippert“ aufbaute. Im Jahre 1840 kaufte August Eusebius Haas das Gut Königsberg an der Eger und übergab im Jahre 1867 die Firma in Schlaggenwald an seinen Sohn Georg Haas (seit 1899 Georg Haas von Hasenfels, seit 1908 Freiherr von Hasenfels) und seinen Neffen Johann Baptist Czjzek (seit 1899 Johann Czjzek von Smidaich). Die Firma, nunmehr „ Haas und Czjzek“, wurde unter ihrer Leitung ein bedeutendes Unternehmen zur Produktion von Porzellan in Böhmen mit Absatzmärkten in Österreich-Ungarn.

Ausbau der Firma

Nach einem Studium der Chemie am Polytechnikum in Wien und der Übernahme der Porzellanfabrik „Haas und Czjzek“ in Schlaggenwald im Jahre 1867 als Miteigentümer, erwarb Georg Haas im Jahre 1871 von Angehörigen der Familie Porges von Portheim die Porzellanfabrik in Chodau bei Karlsbad. Georg Haas und sein Vetter Johann Baptist Czjzek richteten Verkaufsstellen in Prag, Budapest und Wien ein; dort mit dem im Jahre 1882 und 1883 erbauten Warenhaus „Haas und Czjzek“ in der Kärtnerstraße und waren Sponsoren kultureller Einrichtungen in Wien. 1886 kaufte Georg Haas das Mustergut und Schloss Mostau bei Elbogen von dem Graf Thun-Hohenstein´schen Agrarfachmann Anton Emanuel von Komers, setzte die Kultivierung der Landflächen und Förderung des Lebensstandards der dort Ansässigen fort und vereinigte den Besitz mit dem von seinem Vater ererbten, benachbarten Gut Königsberg an der Eger. Nach Erhebung in den Freiherrnstand im Jahre 1908 erwarb Georg Haas Freiherr von Hasenfels im Jahre 1912 in Mähren das Schloss Vöttau, die Burg Zornstein an der Thaya und den dazugehörigen Großgrundbesitz.

Familie

Georg Haas Freiherr von Hasenfels und seine Ehefrau Olga († 1942 auf Schloss Mostau), Miteigentümerin und offene Gesellschafterin der Porzellanfabrik „Haas und Czjzek“ in Schlaggenwald, hatten den Sohn Georg Haas Freiherr von Hasenfels (* 1876), welcher nach 1921 auf Schloss Vöttau in Mähren seinen Wohnsitz hatte. Als nach Ende des Zweiten Weltkriegs während der Enteignung des Grundbesitzes in der der Tschechoslowakei der Besitz in Bítov und der gesamte Besitz der Familie in Böhmen und Mähren verloren ging, nahm sich Georg Haas Freiherr von Hasenfels im Mai 1945 das Leben.

Ehrungen

Literatur

  • Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder, herausgegeben im Auftrag des Collegium Carolinum von Heribert Sturm, Band I (A–H), Oldenbourg Verlag München Wien 1971, Seite 497.
  • Heimatkreis Eger – Geschichte einer deutschen Landschaft in Dokumentationen und Erinnerungen, herausgegeben vom Egerer Landtag e.V. Amberg in der Oberpfalz, 1981, Ortsgeschichte von Mostau (Mostov), die Familie Haas von Hasenfels bis 1945, Seite 391 und 392.
  • Lorenz Schreiner (Herausgeber): Denkmäler im Egerland, Dokumentation einer deutschen Kulturlandschaft zwischen Bayern und Böhmen, unter Mitwirkung des Staatsarchivs Cheb unter Jaromir Bohac, Amberg in der Oberpfalz, 2004; dort: Mostau (Mostov), Georg Haas von Hasenfels, Seite 670, Bebilderung Seite 671 bis 676.
  • Josef Weinmann: Egerländer Biographisches Lexikon mit ausgewählten Personen aus dem ehemaligen Regierungs-Bezirk Eger, Männedorf / ZH, 1985, Seite 187.
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser Teil B 1911 und 1941, Justus Perthes, Darmstadt, Stammfolge Haas von Hasenfels.
  • Genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser Österreichs, 5. Jahrgang 1912/1913 Otto Maas Wien, Stammfolge Czjzek von Smidaich.
  • Hans von Stratowa: Wiener Genealogisches Taschenbuch 1. Jahrgang 1926; und 5. Jahrgang 1933, Selbstverlag, Stammfolge Czjzek von Smidaich.