Georg Ludwig von Wiersbitzki

Georg Ludwig von Wiersbitzky (* April 1717 in Lekellen; † 9. März 1778 in Kyritz) war ein königlich preußischer Generalmajor, Chef des Kürassier-Regiments Nr. 2 und Träger des Pour le Mérite.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er war der zweite Sohn von Daniel von Wiersbitzky Erbherr auf Dorschen und Wilkasch in der Nähe von Goldapp. Seine Mutter war eine Geborene von Rautter. Er kam 1730 in das Kadettenkorps in Berlin und wurde 1733 Freikorporal im Infanterie-Regiment Nr. 23. 1737 wurde er Leutnant.

Erster Schlesischer Krieg

Im Ersten Schlesischen Krieg kämpfte er am 10. April 1741 in der Schlacht bei Mollwitz. Am 28. April war er bei der Belagerung von Brieg unter dem Kommando von Generalleutnant Christoph Wilhelm von Kalckstein dabei.

Im Jahr 1742 rückte er mit dem Korps in Mähren ein, einige Einheiten kamen bis nach Niederösterreich. Eine Brigade aus vier Bataillonen unter Generalmajor von Selchow wurde dabei in der Stadt Austerlitz von einem österreichischen Korps eingeschlossen. Die Österreicher waren bereits bis in die Vorstadt vorgerückt, als beschlossen wurde, Leutnant von Wiersbitzky, Leutnant von Selchow (Regiment Nr. 1) und Fähnrich von Keller (Regiment Nr. 22) als Späher loszuschicken. Nachdem sich die drei durch die österreichischen Linien geschlichen hatte, kamen sie in das Dorf Mischow, in dem preußische Truppen standen. Er handelte sich um das Regiment Nr. 13 unter Dönhof mit zwei Bataillonen, dem Dragoner-Regiment Nr. 6 (Alt-Möllendorf) und 100 Husaren. Nachdem der Kommandeur Oberst Dönhof von der Lage erfahren hatte gelang es ihm, ihnen einen Korridor im preußisch besetzten Gebiet zu öffnen, durch den sich die vier Bataillone ohne Verluste zurückziehen konnten. Von dort marschierte man bis zu Hauptarmee.

Zweiter Schlesischer Krieg

Im Zweiten Schlesischen Krieg kämpfte er bei der Belagerung von Prag. Am 27. November 1745 war er bei der Brigade Truchsess von Waldburg als diese bei Jaromires in Böhmen angegriffen und Wiersbitzky schwer verletzt wurde. Er stürzte von Pferd und wurde, für tot gehalten, liegen gelassen, während das Gefecht weiterging. Seine Leiche war bereits geplündert, als ein Trommler versuchte ihm auch die Stiefel zu nehmen. Dieser erkannte, dass er noch lebte und brachte ihn zu den Truppen nach Nachod. Von dort wurde er in ein nahes Mönchskloster zur Behandlung gegeben. Dort zeigte sich die Schwere seiner Verwundung: Der Schuss war in den Mund gegangen, hatte ein Teil des Unterkiefers getroffen und Zähne ausgeschlagen, so heftig dass einer davon in der Zunge stecken geblieben war. Der Zahn wurde von einem Chirurgen entfernt, insgesamt musste seine Zunge zweimal operiert werden, so dass er zwanzig Wochen nicht sprechen konnte. Als er wieder hergestellt war, kehrte er zu seinem Regiment zurück. Der Prinz August Wilhelm von Preußen hatte von ihm gehört und bewirkte, dass er Mitte Mai 1745 (14 Tage vor Hohenfriedeberg) in dessen Kürassier-Regiment Nr. 2 kam. Nachfolgend kämpfte er in der Schlacht bei Hohenfriedeberg und in der Schlacht bei Soor. Nach dem Krieg wurde er Generaladjutant des Prinzen und er erhielt eine eigene Wohnung im Palast des Prinzen in Berlin. Am 8. März 1746 wurde er Rittmeister und erhielt eine eigene Kompanie. 1753 wurde er auf Werbung in zahlreiche Reichsstädte geschickt.

Siebenjähriger Krieg

Im Siebenjährigen Krieg rückte er mit der königlichen Armee in Böhmen ein. Er kämpfte in der Schlacht bei Lobositz. In Kolin kämpfte er auf dem linken Flügel der Preußen, als ihm das Pferd erschossen wurde. Als die Armee sich von Böhmen nach Sachsen zurückziehen musste, kämpfte er in den Nollendorfer Bergen und verlor wieder ein Pferd.

Er focht in der Schlacht von Breslau und wieder in Leuthen. Danach kam er einem Korps unter General Driesen, das 4000 Österreicher unter Oberst Ferdinand von Bülow[1] in Liegnitz belagern sollte. Doch die Österreicher hatten sich dem Fürsten Moritz bereits ergeben (26. Dezember 1757). Wiersbitzky bekam nun den Auftrag mit 200 Mann die Gefangenen an die böhmische Grenze bei Königszahn zu eskortieren. Nachfolgend wurde er zum Belagerungskorps von Schweidnitz abkommandiert. Nach der Einnahme der Festung kam er zur Armee des Prinzen Heinrich nach Sachsen. Im Korps unter Driesen war er bei dem Vorstoß der Preußen nach Bamberg dabei. Nachdem die Truppe wieder in Sachsen war, wurden die Kürassier-Regiment Nr. 2 (Prinz Heinrich) und Kürassier-Regiment Nr. 5 (Markgraf Friedrich) unter dem Kommando von General Ziethen nach Frankfurt an der Oder geschickt, wo sie am 7. August 1758 das Korps unter Dohna trafen. Es folgte die Schlacht von Zorndorf wo er nachfolgend die Aufgabe hatte, mit 200 Mann das Schlachtfeld vor Plünderern zu schützen. Danach kamen die beiden Regimenter zum Korps von Prinz Heinrich, welches das belagerte Dresden entsetzen sollten.

1759 war er bei dem Korps des Generals Itzenplitz, das nach Bamberg vorstieß, um die dortigen Vorratslager zu erobern. Bei dieser Gelegenheit erbeutete er in einem Schloss eine große Menge Geld, das er der Staatskasse übergab. Dafür erhielt er vom Prinzen Heinrich ein Dankschreiben. Danach kam er zum Korps des Generals Fink im Bereich Bautzen. Bei Hoyerswerda kämpfte er mit dem General Belling gegen die Österreicher, wobei er über 100 Gefangene machte. Das Korps Fink wurde danach nach Frankfurt an der Oder verlegt, um am 12. August an der Schlacht bei Kunersdorf teilzunehmen.

Am 15. August 1760 kam es zur Schlacht bei Liegnitz. In der Nacht davor bekam er durch General Zieten den Auftrag, eine feindliche Batterie auszuschalten. Er traf dabei auf ein Regiment Grenadiere, die diese Batterie schützten. Nachdem er Verstärkung angefordert und bekommen hatte, vertrieb er die Grenadiere und machte über 300 Gefangene. Die Aktion wurde von König Friedrich II. bemerkt. Dieser schickte seinen Flügeladjutanten Major von Götzen, der ihm während des Gefechts den Pour le Mérite und die Beförderung zum Oberstleutnant gab.

Nach dem Frieden 1763

1764 wurde er Oberst und 1765 Kommandeur im Dragoner-Regiment Nr. 4 (Czettritz). Am 26. September 1768 erhielt es das Kürassier-Regiment Nr. 2 (Prinz Heinrich) und am 21. September 1769 die Beförderung zum Generalmajor. Als der Bayerische Erbfolgekrieg ausbrach, wurde auch sein Regiment eingesetzt. Er starb am 9. März 1778 in Kyritz.

Familie

Er war seit dem 22. September 1750 mit Julia Sophie von Grävenitz (* 26. März 1729; † 20. August 1811) verheiratet, sie war die Tochter des Prignitzer Landdirektors Ernst Wilhelm von Grävenitz (* 29. März 1693; † 25. Februar 1765) und dessen Frau Helmine Frederike von Rohr aus dem Haus Penzlin. Er hatte zahlreiche Kinder (9 Söhne und 4 Töchter[2]). Seine Nachfahren nannten sich vielfach wieder Corvin-Wiersbitzki darunter:

  • Heinrich (1766–1823) Major, Postdirektor in Gumbinnen ∞ Catharina Wilhelmine Sophie Mandel (1786–1851), Eltern von Otto von Corvin
  • Ferdinand Hans Helmuth Ernst Friedrich (* 14. September 1761; † 15. April 1826) ∞ Ernestine Wilhelmine Henriette von Düringshofen (* 18. Januar 1773; 18. Juni 1809)
  • Gottlob Karl Ludwig von Corvin-Wiersbitzki (* 1756; † 4. Januar 1817), preußischer Husaren-Generalmajor

Literatur

  • Gustav Sommerfeldt,: Zur Geschichte des altadeligen Geschlechts v. Wiersbitzki (Wierzbicki). In: Mitteilungen der literarischen Gesellschaft Masovia. 5, 1900.
  •  Anton Balthasar König: Biographisches Lexikon aller Helden und Militairpersonen. IV, Arnold Wever, Berlin 1791, S. 218–226 (Georg Ludwig von Wiersbitzky in der Google Buchsuche).
  • Reden, welche nach dem am 25ten Februar. 1765. erfolgten seligen Ableben Des … Herrn Ernst Wilhelm von Grävenitz, Erb-Truchses der Churmarck Brandenburg, Königl. Preuß. Hochbestallten Landes-Directors der Priegnitz … gehalten worden. (Digitalisat)
  • Eduard Lange: Die Soldaten Friedrich’s des Grossen. Hermann Mendelssohn, Leipzig 1853, S. 127. (Digitalisat)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Œuvres de Frédéric le Grand - Werke Friedrichs des Großen. S. 111. (Digitalisat)
  2. Leopold Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon. S. 334. (Digitalisat)