Georg Meindl

Georg Meindl (* 1. März 1899 in Uttendorf; † vermutlich 10. Mai 1945 bei Steyr) war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Generaldirektor der Steyr-Daimler-Puch AG und zählte zu den Schlüsselfiguren der Kriegsindustrie in den Donau- und Alpenreichsgauen des Großdeutschen Reiches.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jugend, Ausbildung und Erster Weltkrieg

Meindl besuchte ein Gymnasium in Salzburg und wurde als Kriegsfreiwilliger des Ersten Weltkrieges in Italien verwundet. In der Zwischenkriegszeit absolvierte Meindl volkswirtschaftlich-staatswissenschaftiche Studien und wirkte in mehreren österreichischen Unternehmen in leitender Position.

NS- und Firmenkarriere

Bereits in den 1920er Jahren war Meindl auch mit Hermann Göring bekannt und wirkte ab 1922 als „alter Kämpfer“ in der österreichischen NSDAP. Meindl war auch Mitglied der allgemeinen SS und erlangte dort den Rang eines SS-Brigadeführers.

Meindl wurde als Vertrauensmann Görings im Jahre 1938 Mitglied der Reichsarbeiterkammer und als Wehrwirtschaftsführer auch Chef der Rüstungsabteilung im Wehrkreis XVII (Wien).

Am 15. März 1938 wurde Meindl zum Generaldirektor und später zum Vorsitzenden des Vorstandes der Steyr Daimler Puch AG bestellt. Ab 1943 war Generaldirektor Meindl zusätzlich auch Kommissarischer Leiter der Flugmotorenwerke Ostmark. Parallel zu diesen Funktionen wirkte Meindl unter anderem auch als Aufsichtsrat in Schlüsselunternehmen wie Reichswerke Hermann Göring und Dresdner Bank AG sowie als Leiter der Sonderausschüsse „Raupenschlepper Ost“ und „LKW 1,5 t“ im Reichsministerium für Bewaffnung und Munition.

Seit Anfang 1942 beaufsichtigte Meindl Häftlinge des KZ Mauthausen am Betriebsstandort Steyr. Ab März 1943 gelang Meindl in einem Joint-Venture mit der SS-eigenen Deutschen Erd- und Steinwerke GmbH (DEST) auch der Aufbau einer bedeutenden Waffenfertigung mit etwa 1.300 Häftlingen beim KZ Gusen.

Dort versuchte Meindl Anfang 1944 im Wettbewerb mit der Messerschmitt GmbH auch große Teile der dort angelegten unterirdischen Produktionsflächen für seine Fertigung zu bekommen. Da er sich jedoch in diesem Verfahren nicht durchsetzen konnte, forcierte er unter der Tarnbezeichnung „Quarz“ sein eigenes Projekt für die Untertage-Fertigung in Roggendorf bei Melk.

Nachdem er sich infolge der Inbetriebnahme von B8 Bergkristall zusätzlich in Gusen frei werdende unterirdische Produktionsflächen sichern konnte, konnte Meindl noch im März 1945 SS-Obergruppenführer Kaltenbrunner die Aufnahme einer begrenzten Waffenfertigung in der von Kaltenbrunner favorisierten Alpenfestung zusichern.

Georg Meindl soll am 10. Mai 1945 in einem Holzschuppen bei Steyr verbrannt sein. Als Todesursache wird Suizid vermutet.

Literatur

  • Peter Black: Ernst Kaltenbrunner: Vasall Himmlers: Eine SS-Karriere: Schöningh, Paderborn, 1991. S. 259. ISBN 3-506-77483-2
  • Bertrand Perz: Projekt Quarz - Steyr-Daimler-Puch und das Konzentrationslager Melk: Industrie, Zwangsarbeit und Konzentrationslager in Österreich. Band 3. Verlag für Gesellschaftskritik. Wien, 1991. S. 36-40. ISBN 3-85115-115-1
  • Silvia Rief: Rüstungsproduktion und Zwangsarbeit - Die Steyrer-Werke und das KZ Gusen. In: Der Nationalsozialismus und seine Folgen, Band 2. Studienverlag, Innsbruck 2005. ISBN 3-7065-1530-X